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Arbeit 4.0 - made in Berlin

Im Dialog zum Thema Arbeit 4.0 geht es um verschiedene Themen rund um Digitalisierung im Arbeitsumfeld. Diskutieren Sie mit!

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Gute Praxis VIII: Mit dem Eyetracker zum individuellen Lernangebot

Das Projekt Via4all der TU Dortmund nutzt digitale Technik, um Menschen mit und ohne Behinderung am Arbeitsplatz zu integrieren. Blickdaten verraten, welche Arbeitsschritte zu schwer sind und besser erklärt werden müssen. Projektkoordinatorin Martina Kunzendorf sagt: Wir machen Lernen leichter für alle.

Via4all: Ein Weg für alle. Das ist der Ansatz eines Forschungsprojektes am Fachgebiet Rehabilitationstechnik der TU Dortmund, das den Einsatz digitaler Technik auch für die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt erprobt. In interaktiven Lernvideos können die Teilnehmenden die Abläufe an ihrem Arbeitsplatz trainieren. Inhalte und Oberfläche der Videos sind so optimiert, dass sie auf ganz unterschiedliche Voraussetzungen bei den Nutzerinnen und Nutzern passen.  

Das Besondere dabei ist der Einsatz eines Eyetrackers, der die Perspektive und Blickbewegungen der Mitarbeitenden erfasst. Die Entwicklerinnen sehen also, nach welchen Inhalten die Teilnehmenden suchen, wie sie sich orientieren und wie lange sie sich mit einzelnen Situationen beschäftigen. So erhalten sie Informationen darüber, welche Arbeitsschritte als schwer wahrgenommen werden und besser erklärt werden müssen.

Ziel des Projekts ist es, die berufliche Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung zu verbessern. Die Lernvideos gibt es bislang für Berufe aus der Baubranche, der Metalltechnik, dem Garten- und Landschaftsbau sowie der Hauswirtschaft. Darüber hinaus stehen Lernangebote wie  Wikis, Übungen oder Hintergrundtexte zur Verfügung.

Als reines Inklusionsprojekt versteht die Projektkoordinatorin Martina Kunzendorf von der TU Dortmund Via4all aber nicht. „Am Ende geht es um einen ganzheitlichen E-Learning-Ansatz, der berufliches Lernen flexibilisiert und individualisiert. Indem wir uns auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen einlassen, wird Lernen letztlich für alle Beschäftigten leichter und motivierender.“ Das Konzept soll sich später auf viele Aus- und Weiterbildungssituationen in Unternehmen übertragen lassen. 

Virtuelle Lernangebote seien besonders geeignet, digitale Kompetenzen zu trainieren, so Martina Kunzendorf. „Dazu zählt für mich nicht nur der Umgang mit der Technik, sondern auch die effiziente und kritische Nutzung des Lernangebots.“

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