Zum Inhalt springen

Arbeit 4.0 - made in Berlin

Im Dialog zum Thema Arbeit 4.0 geht es um verschiedene Themen rund um Digitalisierung im Arbeitsumfeld. Diskutieren Sie mit!

Die Beteiligung ist aktuell nicht möglich. Sie hat am geendet.
Kommentarphase
Kommentieren Sie bitte die einzelnen Beiträge.

Gute Praxis VI: Lernen am virtuellen Arbeitsplatz

eVideo trainiert Grundkompetenzen am Arbeitsplatz und funktioniert dabei wie ein Computerspiel: Virtuelle Kolleginnen und Kollegen stellen Aufgaben, die Nutzerinnen und Nutzer klicken sich Schritt für Schritt ins nächste Level. Johanna Lambertz von ARBEIT UND LEBEN Berlin e.V. (DGB/VHS) sagt: Digitale Inklusion heißt, gewohnte Medien ins Lernen einzubauen.

eVideo ist ein innovatives und mittlerweile mehrfach ausgezeichnetes videobasiertes Training des Bildungsträgers ARBEIT UND LEBEN Berlin e.V. (DGB/VHS). Ziel ist es, insbesondere Menschen mit Grundbildungsbedarf auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten und dabei ihre Lese-, Schreib- und Medienkompetenz zu trainieren.

Das Programm funktioniert wie ein Computerspiel: Virtuelle Kolleginnen und Kollegen stellen praxisnahe Aufgaben. Die Nutzerinnen und Nutzer reagieren per Mausklick; wann und wo sie wollen, ganz im eigenen Tempo. Am Ende haben sie wichtige Regeln und Abläufe trainiert, Sicherheitshinweise verstanden und die Lese- und Schreibfähigkeit am Arbeitsplatz verbessert.

eVideo gibt es bislang für das Gastgewerbe, die Logistikbranche sowie die Gebäudereinigung. Das Programm funktioniert nicht nur auf dem PC, sondern in den neuesten Versionen auch auf Tablets - einem Medium, das gerade für Erwachsene mit wenig Erfahrung im Umgang mit festen Computern besonders gut geeignet ist. Eingebunden ist das webbasierte Training in ein Konzept, das traditionelles Präsenzlernen mit dem Online-Lernen verknüpft. Die Lehrkräfte werden dafür extra vom Projektteam geschult.

Johanna Lambertz ist Fachreferentin bei ARBEIT UND LEBEN Berlin e.V. (DGB/VHS). Sie sagt: „Digitale Inklusion heißt, die alltägliche Mediennutzung bewusst in die Aus- und Weiterbildung einzubeziehen und dabei diejenigen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz mitzunehmen.“

Allerdings: Mediennutzung allein mache Menschen noch nicht zu „digital Natives“. Digitale Kompetenzen umfassen für Johanna Lambertz die Ebenen Handeln, Wissen und Reflektieren, um die Nutzenden zu aktiver selbstbestimmter Teilhabe an Gesellschaft zu befähigen. „Es reicht nicht, passiv auf dem Smartphone herumzuklicken. Die neue Technik anwenden zu können umfasst auch die Kompetenz, eigene Videos zu drehen oder Blogs zu schreiben, zu wissen, wann welches Format sinnvoll ist und dabei präsent zu haben, dass auch eine Äußerung im Web Menschen erreicht und bei ihnen etwas auslösen kann. Medienkompetenz in der digitalen Welt erfordert hierfür zuallererst eine gute Schriftsprachkompetenz. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Lernende wie Lehrende ihre Medienkompetenz stetig erweitern.“