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Bürgerbeteiligung zum abschließenden Entwurf des Rahmenplans Fennpfuhl

In einer abschließenden Fassung steht der Rahmenplan Fennpfuhl nochmals zur Kommentierung bereit.

Die Beteiligung ist aktuell nicht möglich. Sie hat am geendet.
Abschließende Kommentierphase
Sie haben hier die Möglichkeit, den finalen Entwurf des Rahmenplans bis zur Veranstaltung am 09. September zu kommentieren. Die Ideen werden gesammelt und fließen soweit möglich in den Rahmenplan ein.

Freiraum

7.1 Bestand

Struktur und Flächen

Bereits mit dem Leitbild „Wohnen im Grünen-mitten in der Stadt“ wird deutlich, dass die Freiflächen den Charakter des Gebietes maßgeblich mitbestimmen.

Im Gebiet Fennpfuhl ist insgesamt ein hoher Anteil an öffentlichen und privaten Freiräumen zu verzeichnen. Der zentral im Plangebiet liegende Fennpfuhl-Park bildet zusammen mit dem nördlich anschließenden Volkspark Prenzlauer Berg, dem angrenzenden Rudolf-Seiffert-Park sowie dem südlich anschließendem Volkspark Lichtenberg (Stadtpark Lichtenberg, oder auch Parkaue genannt) einen übergeordneten Grünzug und bietet gute Erholungs-, Freizeit- und Spielflächen in einem meist guten Pflegezustand.

Zum öffentlichen Freiraum gehören zwei Gewässer: Der dem Gebiet den Namen gebende Fennpfuhl, sowie der Wolfgangpfuhl.

Eine Besonderheit des Gebietes sind die „Promenaden“, die unabhängig von den Verkehrstrassen angelegt und ein eigenes Fußwegenetz darstellen.

Weitere Freiflächen sind in den unterschiedlich großen Wohnhöfen vorhanden, die räumlich durch die Zeilen und mehrgeschossigen Wohnblöcke begrenzt werden. Hier sind zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten wie etwa Aufenthaltsflächen sowie öffentliche und private Spielplätze und Freiflächen integriert.

Einrichtungen und Freiflächen der sozialen Infrastruktureinrichtungen befinden sich zum großen Teil in den Wohnhöfen. Somit ist trotz der Wahrnehmung als großzügiger Freiraum der tatsächlich öffentlich nutzbare Freiraum teilweise gering.

Die Versorgung mit öffentlichem Freiraum in der Großsiedlung kann insgesamt als gut bewertet werden; der Bestand an öffentlichem Freiraum ist nahezu gedeckt. Im Gebiet sind etwa 195.047 m² an Grün- und Freiflächen vorhanden, womit der Richtwert von 196.692 m² nahezu erreicht wird[47].

Probleme und Konflikte

In der Freiraumgestaltung sowie Nutzung sind u.a. folgende Konflikte vorhanden:

Querungsmöglichkeiten über die Magistralen

  • Die Erreichbarkeit des Fennpfuhl-Parks als zentralem Freiraum mit dem Gebietszentrum Anton-Saefkow-Platz ist außerhalb der Kreuzungsbereiche erschwert. Querungsmög-lichkeiten sind vorhanden, jedoch gefährdet die hohe Durchfahrtsgeschwindigkeit der Kfz an den mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen das gefahrfreie Queren.

Pflegezustand von Freiraumbereichen

  • Vereinzelt ist im öffentlichen Freiraum der Pflegezustand an Gehölzen und Pflanzflächen verbesserungsbedürftig (Promenade Bernhard-Bästlein-Straße, Bereich um den Wolfgangpfuhl). Die Barrierefreiheit bei Wegen im öffentlichen Raum ist nicht überall hergestellt (öffentliche Wege mit Treppenanlagen im Umfeld der 32. Grund-schule Bernhard-Bästlein-Straße).

Zuordnung von Flächen und mangelnder Unterhalt

  • Folgende Freiflächen werden gegenwärtig nicht unterhalten (Flächen wurden an die Berliner Immobilien Managementgesellschaft übertragen, auch als sogenannte „Abgabeflächen“ laut Landschaftsrahmenplan):
  • Freifläche ehemalige Plansche bis vor zum Gemeinschaftsgarten der WGLi Bernhard-Bästlein-Straße,
  • Freifläche Innenhof Karl-Lade-Straße 25- 47,
  • Freifläche am östlichen Bereich der Promenade Otto-Marquardt-Straße,
  • Freifläche neben Franz-Jacob-Straße Nr. 9.

In der Beteiligung der Öffentlichkeit im Herbst 2018 wurden mehrfach folgende Probleme genannt:

  • Fehlende Beleuchtung im Rudolf-Seiffert-Park

Der Rudolf- Seiffert- Park wird beim Fußweg zum Storkower Bogen und zur S-Bahn gequert. Als öffentliche Parkanlage ist er nicht beleuchtet und bietet daher kein sicheres Gefühl für Fußgänger.

Der Park ist als öffentliche Grünfläche gewidmet. Gemäß Grünanlagengesetz besteht keine Verpflichtung des Landes Berlin zur Beleuchtung von Grünanlagen.

  • Grillen im Park

Durch Grillen entstehende Geruchs- und Müllprobleme in den Parks belasten Anwohnende und Nutzer der Parks.

Der erste neue Grill ist vom Fachbereich Grünflächenunterhaltung im November 2018 ausgetauscht worden, weitere Grille folgen. Für die Beseitigung des entstehenden Mülls sind in erster Linie die Verursacher verantwortlich.

  • Fehlende öffentliche Toiletten im Gebiet

Fehlende bzw. defekte WCs in einigen Siedlungsbereichen (insbesondere im südlichen Rudolf-Seiffert-Park) sind notwendig bzw. eine Renovierung fällig.

Hier wird sich das zuständige Fachamt der Angelegenheit annehmen.

  • Die Vermüllung des Fennpfuhl-Parks und des Judith-Auer-Parks tragen zu einer Verschlechterung des Pflegezustandes der Grünflächen bei.

Vermüllung ist auch eine Folge der zunehmend intensiveren Nutzung der Freiräume. Der Fachbereich Grünflächenunterhaltung für die Reinigung des Parks zuständige BSR sind über den Zustand informiert und werden sich des Themas annehmen. Dennoch sind auch die Nutzer der Freiflächen für die Beseitigung des von ihnen verursachten Müllaufkommens verantwortlich.

  • Rattenbefall auf Freiflächen im Gebiet Fennpfuhl[48]

Im Fennpfuhl-Park erfolgt am Gewässer Angeln sowie Entenfütterung und Verweilen auf Bänken. Dabei werden oft größere Mengen von Lebensmitteln vor Ort hinterlassen. Weitere Gründe sind: Angelfutter und Abfälle im öffentlichen Raum, Beschaffenheit der Gullideckel ermöglicht Wandern der Ratten, Müllecken allgemein und an Hochhäusern.

Das bezirkliche Gesundheitsamt ist bereits einbezogen. Rattenköder liegen aus. Regelmäßige Begehungen durch beauftragte Fachfirmen und Verwaltung finden statt.

 


 

[47]     Richtwert der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (6 m²/EW wohnungsnaher Freiraum).

[48]     Bezirksamt Lichtenberg, Sozialräumliche Planungskoordination Lichtenberg Nord- Gebietskoordination, Protokoll der Begehung des Gebietes Fennpfuhl vom 16. 10. 2018.

[49]     Quelle: Bezirksamt Lichtenberg, Spielplätze in den Planungsräumen, Planungen, Handlungsbedarf, Herausforderungen, vom 8.6.2018; ergänzt Dezember 2018.

7.2 Konzepte und Planungen

 Grundsätzlich gilt, das vorhandene Freiraumsystem mit seinen Bezügen zu den angrenzenden Stadträumen wie folgt zu erhalten und weiter zu entwickeln.

  • Grün- und Freiflächen sollen erhalten bleiben,
  • Prägende Elemente des Freiraums sollen instandgesetzt/instandgehalten werden (z. B. die Gewässer),
  • Standorte für Mehrgenerationen-Spielplätze sollen im Gebiet langfristig entwickelt werden, Schaffung von Gemeinschaftsgärten in Kombination zu Schulgärten, ebenso die barrierefreie Entwicklung von Freiflächen.

Öffentliche Spielplätze

Im Gebiet sind öffentliche Spielplätze vorhanden, die insgesamt räumlich überwiegend gleichwertig verteilt sind. Der Pflege- und Unterhaltzustand ist unterschiedlich. In der folgenden Tabelle sind die Spielplätze mit den jeweils geplanten Vorhaben zum Unterhalt / Sanierung dargestellt.

Tab. 25: Öffentliche Spielplätze, Planungen[49]

 

Anhand der Übersicht wird deutlich, dass in der Großsiedlung Fennpfuhl eine hohe Anzahl an Spielplätzen vorhanden ist, die in unterschiedlicher Dichte auf die Planungsräume (LOR) 17, 18 und 19 verteilt sind. Dabei ist in den Planungsräumen 17 und 18 eine gute bis sehr gute Spielplatzversorgung festzustellen, wohingegen der PLR 19 unterversorgt ist.

Im Bereich der Spielplatzerneuerung sind bereits viele Maßnahmen in den vergangenen Jahren umgesetzt worden. Das vorhandene Angebot an Spielplätzen wird mit den geplanten Umgestaltungen und Sanierungen weiterhin verbessert und ergänzt.

Künftig gilt es, öffentliche Grün- und Spielflächen qualitativ hochwertig und nutzergerecht umzugestalten und an den höheren Nutzungsdruck anzupassen.

Überlegenswert wäre, inwieweit bei künftigen Planungen zur Gestaltung von öffentlichen Spielplätzen die Bewegungsbedürfnisse von Einwohnern verschiedener Generationen berücksichtigt werden können (Mehrgenerationsspielplatz). Hierfür könnte der in der Tabelle als überaltert dargestellte Spielplatz im Kuttnerviertel als Pilotprojekt genutzt werden.

Gewässer

Für die im Plangebiet befindlichen Gewässer liegen folgende Konzepte vor[52]:

Fennpfuhl

Der Fennpfuhl besitzt eine längliche Ausformung und befindet sich im gleichnamigen Fennpfuhl-Park Er hat eine durchschnittliche Tiefe von 1,50 bis 1,80 m. Sein Wasser weist seit Langem eine schlechte Qualität auf, welche erheblich verbessert werden muss, um etwa Fischsterben und Sauerstoffdepression künftig zu unterbinden. Das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg plant ab dem Jahr 2025 den Fennpfuhl zu sanieren, um folgende Maßnahmen zu erreichen:

  • Verbesserung der Qualität der Regenwassereinläufe
  • Verbesserung des technischen Zustandes der Ein-/Auslaufbauwerke
  • Verbesserung der Wassergüte und Herbeiführung einer vielfältigen und standortgerechten Ufervegetation

Im Vorfeld der Baumaßnahme wird Sanierungskonzept beauftragt, in dem u.a. folgende Aspekte berücksichtigt werden müssen:

  • Notwendigkeit und Möglichkeiten einer Entschlammung,
  • Bewertung der Ein- und Auslaufbauwerke sowie Sanierungsvorschläge,
  • technische Lösungen zur Reinigung der Regenwassereinleitungen,
  • Vorschläge und Varianten einer Uferrenaturierung.

Wolfgangpfuhl

Der Wolfgangpfuhl ist Bestandteil des Rudolf-Seiffert-Parks und ist gekennzeichnet durch eine Betonwand als Böschungssicherung sowie durch steile Uferausbildungen.

Der Pflegezustand des Wolfgangpfuhls ist sehr unbefriedigend. Dies hat folgende Gründe:

  • fehlendes Personal in den vergangenen Jahren,
  • geringer Wasserstand.

Langfristiges Entwicklungsziel ist die Herbeiführung eines stabilen Wasserstandes sowie die Verbesserung des ökologischen Zustandes.

Hierfür wird ab dem Jahr 2025 eine Gewässersanierung angestrebt. Im Vorfeld wird dazu ein Konzept zur Vorplanung (Regenwassermanagement, Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung) beauftragt.

Vorab ist geplant, den vorhandenen Pappelbestand im Böschungsbereich auszudünnen sowie den Gehölzaufwuchs auf der Gewässersohle zu entfernen, um das Gewässer zu profilieren und den Nährstoffeintrag zu reduzieren. Dies kann frühestens ab dem Jahr 2019 umgesetzt werden.

[49]     Quelle: Bezirksamt Lichtenberg, Spielplätze in den Planungsräumen, Planungen, Handlungsbedarf, Herausforderungen, vom 8.6.2018; ergänzt Dezember 2018.

[50]     SIWA = Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt

[51]      KSSP = Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm [52]      Zuarbeit Fachbereich Naturschutz und Landschaftsplanung, Sachgebiet Landschaftsplanung, Stand Juni 2018

7.3 Zusammenfassung

Durch den Fennpfuhl-Park (mit anschließendem Rudolf-Seiffert-Park) sowie dem Anton-Saefkow-Platz ist qualitätsvoller öffentlicher Freiraum im Plangebiet vorhanden. Mit dem Abriss der leerstehenden Gaststätte „Seeterrassen“ 2008 und der Integration der Fläche in den Park hat sich die Größe des Fennpfuhl-Parks vergrößert.

Um die Qualitäten des Freiraums insgesamt zu erhalten, zu dem auch die straßenunabhängigen Promenaden gehören, sind die Pflege und ein verbesserter Unterhalt der Pflanzbereiche erforderlich. Beispielhaft ist hier die Sanierung der Pflanzflächen am Roederplatz, wo durch Rückschnitt und Auslichtung eine verbesserte Transparenz hergestellt ist.

Problematisch ist teilweise die Erreichbarkeit der zentralen Freiflächen am Fennpfuhl-Park. Die hier vorhandenen Übergänge über die Hauptverkehrsstraßen genügen den Bedürfnissen der Bewohner nicht. Eine Verbesserung der Querung erscheint denkbar, wenn die Durchfahrtsgeschwindigkeit der Kfz reduziert wird.

Der öffentliche Freiraum im Gebiet ist ein hohes Gut, welches erheblichem Nutzungsdruck ausgesetzt ist: Mit zunehmender Zahl an Einwohnern steigt auch die Nutzungsintensität der Freiflächen. Werden die Flächen betrachtet, bei denen Vorhaben des ergänzenden Bauens umgesetzt sind, so fällt auf, dass diese auch auf Freiflächen stattgefunden haben (z. B. Ernst-Reinke-Straße). Vorhaben wie in der Storkower Straße (ehemaliger Schulgarten), der Paul-Zobel-Straße, oder der Lichtgarten der WGLi haben aus heutiger Sicht ebenso zur Reduzierung von Freiflächen beigetragen, wobei beide letzteren Standorte ehemals mit Kitas bebaut waren. Dennoch wird deutlich:

Der in den Prognosen der Entwicklung der Einwohnerzahl und der Altersstruktur dargestellte Anstieg der Einwohnerzahl wird dazu führen, dass mehr Einwohner die gleichen zur Verfügung stehenden Freiflächen nutzen werden (wird die im Abschnitt 4 ermittelte Zahl von ca, 3.000 neuen Einwohnern auf den Bedarf an öffentlichen wohnungsnahen Grünflächen hochgerechnet, ergibt sich ein Flächenbedarf von ca. 18.000 m² zusätzlicher erforderlicher Erholungs- und Bewegungsfläche sowie ca. 3.000 m² öffentlicher Spielplatzfläche, die für eine Versorgung der Bevölkerung ausgewiesen werden müssten. Diese zusätzlichen Flächen sind nicht vorhanden).

  • Es werden ebenso voraussichtlich mehr Kinder die zur Verfügung stehenden Spielplätze nutzen.
  • Der Nutzungsdruck auf die vorhandenen Freiflächen wird sich erheblich erhöhen, auch durch zunehmende Mobilität.

Vorhandene Freiflächen bedürfen daher eines Schutzes vor weiterer Versiegelung; sie müssen gut unterhalten und gepflegt werden. Es bedarf daher vermehrt einer qualitativ hochwertigen und nutzergerechten Umgestaltung der öffentlichen Spiel- und Freiflächen.

Als Prüfauftrag an die zuständigen Fachämter innerhalb des Bezirksamtes Lichtenberg ist deshalb das Thema Freiflächenerweiterung/- rückgewinnung von Bedeutung. Kleinteilige Freiflächen, die gemäß Landschaftsrahmenplan an Dritte veräußert werden sollen, besitzen für die Freiflächenversorgung des Gebietes eine unter Umständen große Bedeutung, wie z.B. die mit einem markanten Gehölzbestand ausgestattete Fläche an der Franz-Jacob-/Max- Brunnow-Straße, die in das öffentliche Eigentum zurückgeholt werden sollte.

Bei künftiger ergänzender Bebauung im Plangebiet ist daher folgendes erforderlich:

  • Wohnungsnahe Freiflächen, sollen nicht durch Ablöse auf den öffentlichen Raum übertragen werden, um den bereits vorhandenen Nutzungsdruck nicht noch weiter zu erhöhen und Konkurrenzen zwischen Zielgruppen zu vermeiden.
  • Flächen für den ruhenden Verkehr sind auf den eigenen Grundstücken nachzuweisen, um das Ausweichen des ruhenden Verkehrs auf öffentlichen Freiflächen zu vermeiden.

Der Volkspark Prenzlauer Berg grenzt unmittelbar an das Plangebiet an und wird von den Bewohnern des Gebietes Fennpfuhl intensiv genutzt. Gemeinsam mit dem Bezirksamt Pankow sollte nach Wegen gesucht werden, den Park gestalterisch aufzuwerten, Pflanzbereiche instand zu setzen, um Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten zu verbessern.

 

Abbildung 14: Freiraum