Zum Inhalt springen

Bürgerbeteiligung zum abschließenden Entwurf des Rahmenplans Fennpfuhl

In einer abschließenden Fassung steht der Rahmenplan Fennpfuhl nochmals zur Kommentierung bereit.

Die Beteiligung ist aktuell nicht möglich. Sie hat am geendet.
Abschließende Kommentierphase
Sie haben hier die Möglichkeit, den finalen Entwurf des Rahmenplans bis zur Veranstaltung am 09. September zu kommentieren. Die Ideen werden gesammelt und fließen soweit möglich in den Rahmenplan ein.

Öffentlicher Raum und Zentren

8.1 Bestand

Der zentrale öffentliche Raum, der mit dem Fennpfuhl-Park (mit Rudolf-Seiffert-Park) sowie dem Anton-Saefkow-Platz gebildet wird, stellt die funktionale und räumliche Gebietsmitte dar. Der Anton-Saefkow-Platz als Ortsteilzentrum mit seiner näheren Umgebung verfügt über zentrale Einrichtungen im Gebiet (Nahversorgung, Bibliothek, Ärztehaus, Schwimmhalle).

Weitere Einzelhandelsstandorte, die sich punktuell an den wichtigen Magistralen befinden, sind der Storkower Bogen, der Roederplatz mit dem City-Point-Center, das Castello-Kiez-Center, die Möllendorff-Passage sowie der westliche Bereich Karl-Lade-Straße. An der Landsberger Allee befindet sich zusätzlich ein einzelner, freistehender Lebensmitteldiscounter, der isoliert vom Zentrum Anton-Saefkow-Platz liegt.

Die ursprünglich geplante Zentrenstruktur ist nicht mehr vollständig vorhanden, sondern in seiner Ausstattung verändert und auf Abbildung 15 zu erkennen.

Der Anton-Saefkow-Platz ist in seiner ursprünglichen überörtlichen Versorgungsfunktion durch die Reduzierung von Verkaufsfläche sowie übrige Standorte der Nahversorgung geschwächt (Angebot um den Bereich S-Bahn Storkower Straße/Eldenaer Straße auf Friedrichshainer Seite der S-Bahn-Station). Während der zentrale Bereich des Anton-Saefkow-Platzes im Zuge des Förderprogramms Stadtumbau Ost bereits umgestaltet und aufgewertet wurde, fungiert der südliche Bereich lediglich als Fläche für den ruhenden Verkehr (Stellplatzanlage des Lebensmittelmarktes Rewe). Zudem ist der innenliegende Zentrumsbereich durch die Innenorientierung nur zu Fuß zu erreichen, wodurch keine Außenwirkung des Ortsteilzentrums vorhanden ist. Dennoch besteht ein hoher Anteil an Dienstleitungen, Kultur- und Freizeitangeboten, die das Ortsteilzentrum auszeichnen.

Ergänzt wird das Ortsteilzentrum Anton-Saefkow-Platz durch das Nahversorgungszentrum Storkower Bogen, das sich um einen offenen Platz herum aufbaut und durch offene Ladenpassagen erweitert wird. Der insgesamt offen gestaltete Bereich besitzt Nutzungen im Dienstleistungsbereich sowie Verkaufsflächen für Einzelhandel und Nahversorgung. Der Standort am S-Bahnhof Storkower Straße ist besonders günstig, da mit dem unmittelbar angrenzenden S-Bahnhof ein erhöhter Umschlag an fußläufiger Kundschaft für Einzelhandel und Dienstleistungen besteht.

Ein weiterer Standort mit Einrichtungen der Nahversorgung, des Einzelhandels und Dienstleistungen ist der Roederplatz mit dem City-Point-Center. Durch die Umgestaltungsmaßnahmen am Roederplatz im Zuge des Stadtumbau Ost besitzt der Platz neben seiner funktionalen Ausgestaltung auch inzwischen eine Aufenthaltsqualität im Straßenbereich der Herzbergstraße und des Weißenseer Weg, während der rückwärtige Bereich nach wie vor starke Mängel in der Pflege und Ausstattung aufweist und einer deutlichen Aufwertung bedarf. Eine Problematik stellt besonders der bestehende Leerstand des ehemaligen „Dienstleistungswürfels“ dar.

Im Bereich um das Castello-Kiez-Center besteht zwar ein gestalteter öffentlicher Raum, allerdings ohne förderliche begleitende Funktionen. Das Angebot an Nahversorgungseinrichtungen wurde besonders durch die Schließung eines ehemals ansässigen Lebensmittelsupermarktes geschwächt und ist für das Gebiet nördlich der Landsberger Allee defizitär. Neben größtenteils Fachgeschäften ist im Castello-Gebäude zusätzlich Leerstand zu verzeichnen. Der öffentliche Raum ist teils instand gesetzt worden, besitzt jedoch aufgrund fehlender ergänzender Nutzungen keine Verweilqualität. Einen städtebaulichen Missstand stellt die am öffentlichen Platzbereich befindliche Baracke dar, in der ein Imbiss integriert ist sowie eine Nutzung, die nur für Personen zugänglich ist, die mindestens 18 Jahre alt sind. Eine den öffentlichen Raum belebende Ausstrahlung geht von diesem Gebäude nicht aus.

Die Möllendorff-Passage dient als Nahversorgungszentrum. In ihr sind zusätzlich Büro- und Wohnnutzung integriert. Das Angebot im Nahversorgungsbereich ist fachspezifisch. Im Bestand ist ein geringer Anteil an Leerstand zu beobachten. Mit der Passage wird das das östlich liegende Wohnquartier an der Paul-Zobel-Straße mit der Möllendorffstraße verbunden. Der vorhandene öffentliche Raum hat daher eher eine funktionale Bedeutung.

Die ehemals als Nebenzentrum geplante Landsberger Spitze übernimmt heute keine wichtige Funktion im Plangebiet, sondern dient weiterhin als architektonischer Auftakt in die Großsiedlung Fennpfuhl mit Arbeitsplätzen und Angeboten im Büro- und Dienstleistungsbereich.

In den Zentrenbereichen Möllendorff-Passage, Landsberger Spitze und Castello Kiez-Center ist Leerstand in unterschiedlichen Größenordnungen vorhanden.

Tab. 26: Übersicht über Nahversorgungsflächen in den Zentrenbereichen[53]

Die Flächen für die Nahversorgung werden ergänzt durch folgende Wochenmärkte:

Anton-Saefkow-Platz       Dienstag und Donnerstag    10:00 bis 18:00 Uhr

Roederplatz                      Dienstag und Freitag               8:00 bis 17:00 Uhr

Weitere folgende Nahversorgungseinrichtungen befinden sich im Umfeld des Gebietes Fennpfuhl:

  • Alfred-Jung-Straße 12, Markt im EG, im Bau,
  • Storkower Straße: Aldi,
  • Möllendorffstraße 75: LIDL.

Insgesamt ist eine gute Versorgung mit Einrichtungen des täglichen Bedarfes gegeben.

 

[53]     Eigene Einschätzung nach Ortsbesichtigung und Sichtung weiterer Quellen in 10/2017: u.a. Konzept 1997 StadtBüro Hunger, Gutachten städtebauliche und landschaftsarchitektonische Entwicklung des Roederplatzes, STADTLANDPROJEKTE und Uta Henklein Landschaftsarchitektur 2013

8.2 Zusammenfassung

Als weiterhin zu lösendes Problem gestalten sich die öffentlichen Räume im Kontext von Zentren im Gebiet. Die mit der ursprünglichen Innenorientierung gestalteten öffentlichen Räume bedürfen weiterhin großer Aufmerksamkeit in der Umgestaltung.

  • Mit der Umgestaltung des Anton-Saefkow-Platzes konnte eine gute Qualität der Gestaltung des öffentlichen Raums erreicht werden.
  • Auch das Zentrum Storkower Bogen besitzt mit seiner Ausstattung, seinen Handelsangeboten und den Orten zum Verweilen eine gute Qualität, zu der auch die Architektur beiträgt, die sich vom Thema „Addition“ der Plattenbauten abgrenzt, dennoch eine urbane Formensprache findet und so die Großsiedlung gut ergänzt.
  • Der rückwärtige Bereich des Roederplatzes bedarf dagegen einer Fortsetzung der begonnenen Umgestaltung, um als Platzbereich wieder genutzt zu werden. Hier ist mit der Errichtung des NP-Marktes, der dem Platz seine geschlossene Rückwand zuwendet, wertvolle Aktivitätsfläche verloren gegangen, zugunsten der Erschließung für den Kfz- Verkehr. Ebenso würde die Revitalisierung des überwiegend leerstehenden Dienstleistungswürfels zu einer Belebung des Platzes beitragen.
  • Der öffentliche Raum um das Castello ist bereits mit einer Neuordnung des Freiraums aufgewertet worden, wobei der Brunnenbereich noch saniert werden könnte. Wichtiger wäre hier die Integration einer Nahversorgungseinrichtung, ggf. im Kontext mit einem Abriss und einer Neugestaltung der Baracke mit den störenden Nutzungen für Personen ab 18 Jahre. Mit der Aufwertung als Einzelhandelsstandort kann der Freiraum als Teil der Grünachse vom Volkspark Prenzlauer Berg zum Fennpfuhl-Park gestärkt werden.

Unter Beachtung der aufgezeigten ansteigenden Entwicklung der Einwohnerzahl im Gebiet ist es denkbar, dass aufgrund damit verbundener steigender Nachfrage neue Angebote für Einzelhandel, Nahversorgung und Dienstleistungen in das Gebiet kommen. Im Kontext des Bebauungsplans 11-38 Weißenseer Weg 76 wäre dies vor allem im Gebiet nördlich der Landsberger Allee möglich.

Mit den Potenzialflächen für ergänzendes Bauen (Wohnen) ist es ebenso möglich, dass bei der Umsetzung von Vorhaben in den Erdgeschossen auch Flächen für den Einzelhandel und die Nahversorgung berücksichtigt werden.

 

Abbildung 15: Öffentlicher Raum und Zentren