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Smart City Strategie Berlin

Das Land Berlin entwickelt eine neue Smart City Strategie - und die ganze Stadtgesellschaft schreibt mit!

Kommentierung des Strategischen Rahmens der Smart City Strategie aktiv
Ab Ende April sind Sie eingeladen, den die Erstfassung des Strategischen Rahmens zu kommentieren. Dieser Text basiert auf den Ergebnissen der unterschiedlichen Beteiligungsformate in der Konzeptphase. Jetzt wollen wir wieder von Ihnen hören. Finden Sie sich in dem Text wieder?

Prozesserklärung

Für die Erstellung der neuen Smart City-Strategie wählt Berlin einen neuen Ansatz. Die Strategie wird nicht von der Berliner Verwaltung geschrieben. Stattdessen wird die Strategie aus der Stadtgesellschaft heraus geschrieben, um die vielfältigen Perspektiven Berlins einfließen zu lassen. Das CityLAB Berlin wirkt hierbei als Relais in der Stadtgesellschaft und organisiert diesen Prozess auf Augenhöhe mit den Berliner:innen. 

Die Veröffentlichung dieses Strategischen Rahmens bildet einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Strategie. Aufbauend auf der Auswertung aufsuchender und offener Beteiligungsformate bildet er die Grundlage für die Ausarbeitung der Strategie durch die Berliner Stadtgesellschaft. 

Der Berliner Smart City-Strategieprozess ist in drei Phasen gegliedert:

  • Die Konzeptphase steht am Anfang des Prozesses. In dieser Phase wird in einem koordinierten Beteiligungsprozess der Strategische Rahmen erstellt, der festlegt, wofür die Smart City Berlin steht, wie an ihr gearbeitet wird und welche Zukunftsperspektiven für die Berliner Stadtgesellschaft von besonderer Relevanz sind.
  • Die Ausarbeitungsphase baut auf dem Strategischen Rahmen auf und entwirft die detaillierte Smart City-Strategie. Diese umfasst zusätzlich zum Strategischen Rahmen konkrete Ziele und Maßnahmen. Die Erfahrungen aus ersten Projektumsetzungen fließen in die Strategie ein.

Die Umsetzungsphase legt den Schwerpunkt auf die konkrete Umsetzung prototypischer Projektideen und längerfristiger Maßnahmen zur Entwicklung der Smart City Berlin. Anhand von fünf Umsetzungsprojekten werden die strategischen Ansätze erprobt. Die Erfahrungen aus diesen und aus zukünftigen Smart City-Projekten fließen zurück in die Strategie (als lebendiges Dokument), sodass ein kontinuierlicher Lernprozess entsteht.

Diese drei Phasen werden im Rahmen des Programms Modellprojekte Smart Cities durch das Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat (BMI) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Darüber hinaus stehen weitere finanzielle Mittel für die Umsetzung strategischer Maßnahmen und Projekte zur Verfügung. Durch die wechselseitige Verknüpfung von Strategieentwicklung und -umsetzung setzt Berlin auf kontinuierliche und kollektive Verbesserungen. Die Strategie stellt sicher, dass Smart City-Projekte anpassungsfähig entwickelt und trotzdem kohärent umgesetzt werden – mit Fokus auf Wirkung und Nutzen für die Stadtgesellschaft. 

Dieser Ansatz für eine städtische Strategieentwicklung ist neu. Er stellt sicher, dass die Stadtgesellschaft frühzeitig und stetig in den Prozess eingebunden ist und die Ausrichtung der Strategie maßgeblich bestimmt. Verantwortlich hierfür ist ein Kernteam, das den Prozess unter der Leitung des Staatssekretärs für Verwaltungsmodernisierung, Dr. Frank Nägele, koordiniert und begleitet. Das CityLAB agiert dabei als wichtige Schnittstelle zur Stadtgesellschaft. Zusätzlich begleitet ein Strategiebeirat bestehend aus Expert:innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den Prozess. Dieser stellt sicher, dass der Prozess ergebnisorientiert erfolgt und dass vielfältige Perspektiven berücksichtigt werden. Die Einbindung in die politischen Prozesse stellt ein Strategieboard sicher (1).

Entwicklung des Strategischen Rahmens

Der hier vorliegende Strategische Rahmen ist ein erstes Ergebnis dieses ambitionierten Partizipationsansatzes und basiert auf Beiträgen eines breiten Beteiligungsverfahrens. Hierfür wurde ein Vorgehen gewählt, dass einerseits allen interessierten Berliner:innen eine Möglichkeit bot, sich einzubringen, und außerdem sicherstellte, dass die Perspektiven diverser Akteur:innen und Stakeholdergruppen beachtet werden. Durch zielgruppen- und bedarfsgerecht konzipierte Formate wurden folgende Gruppen eingebunden: 

  • Die sogenannten stillen Gruppen wurden in Einzelinterviews befragt. Zu diesen zählen Berliner:innen, die sonst nur selten oder schwer in Beteiligungsprozessen zu hören sind. Die Interviews richteten sich an Menschen mit Einschränkungen, Menschen mit Fluchterfahrungen, Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, Kinder und Jugendliche sowie Menschen ohne Obdach.
  • Die Berliner Zivilgesellschaft wurde in mehreren Zukunftswerkstätten eingebunden. Diese Werkstätten wurden von unseren Partnerorganisationen durchgeführt, welche die Beteiligung von vielen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen förderten.
  • Die Berliner Wirtschaft wurde zu mehreren Zukunftswerkstätten eingeladen, in Kooperation mit dem Smart City-Netzwerk. Hier richteten sich spezifische Workshops an verschiedene Stakeholdergruppen innerhalb der Berliner Wirtschaft. 
  • Die Berliner Verwaltung wurde in verschiedenen Formaten eingebunden: in Interviews mit Führungskräften aus Haupt- und Bezirksverwaltung, in Zukunftswerkstätten für Mitarbeiter:innen aus allen Teilen der Berliner Verwaltung und einer freiwilligen Online-Umfrage.
  • Die Expert:innen und Wissenschaftler:innen wurden zu einem wissenschaftlichen, internationalen Symposium eingeladen, das gemeinsam mit dem Centre for Digital Governance an der Hertie School organisiert wurde. Insgesamt nahmen über 360 Expert:innen und Interessierte teil.
  • Zusätzlich zu diesen Formaten stand jedem:r Berliner:in die Teilnahme an einer Onlineumfrage in sechs Sprachen offen, die über mein.berlin.de über gut zwei Wochen zugänglich war.

Durch diese aufsuchenden und offenen Beteiligungsformate wurden 1623 Antworten in Online-Umfragen gesammelt, über 250 Teilnehmer:innen in Zukunftswerkstätten eingebunden und 35 Interviews durchgeführt. 

Durch dieses Vorgehen konnte sichergestellt werden, dass, neben bereits an Smart City-Prozessen beteiligten Akteur:innen, marginalisierte Gruppen stärker eingebunden werden. Auf diese Weise wurden neue Akteur:innen dazu motiviert, sich im weiteren Verlauf zu beteiligen. Die Fragestellungen in den einzelnen Formaten wurden so ausgerichtet, dass sie trotz zielgruppenspezifischer Anpassungen einen gemeinsamen Fokus behielten. Dadurch konnten viele qualitative Beiträge gesammelt werden, die Zielbilder und Vorschläge für eine wünschenswerte digitale Stadtentwicklung enthalten. Alle Antworten wurden für die Auswertung anonymisiert. Es wurden keine demografischen Daten erhoben. Die Beteiligungsformate hatten keinen Anspruch auf Repräsentativität. 

Zur Auswertung der Ergebnisse dieser Beteiligungsphase wurde ein Grounded Theory-Ansatz gewählt. Der Grounded Theory-Ansatz spiegelt sich in unserer Auswertung durch das Zuweisen von Schlagworten zu Originalaussagen aus den Beteiligungsformaten wider. Die gewählten Schlagworte basieren auf bereits bestehenden Konzepten in verschiedenen Strategien. Als Grundlage für die Verschlagwortung dienten das Grünbuch zur Berliner Digitalstrategie (2), die Berlin Strategie 2.0 sowie das Konzept der Stadtporträts aus dem Kontext der „Donut-Ökonomie“ (3). Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich dieser Strategische Rahmen sowohl an Handlungsfeldern der Digitalisierung und Berliner Stadtentwicklung als auch an international relevanten sozialen und ökologischen Entwicklungszielen orientiert. Die Auswertung der Beteiligungsformate bildet die Grundlage für den Text dieses Strategischen Rahmens. Die Ergebnisse der Beteiligung wurden mit anderen nationalen und internationalen Smart City-Strategien, inspirierenden Praxisbeispielen sowie aktuellen Forschungsergebnissen ergänzt.

Der hieraus entstandene Text wird erneut durch die Stadtgesellschaft über mein.berlin.de kommentiert und angepasst. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Partizipation in der Erstellung des Strategischen Rahmens von zentraler Bedeutung bleibt und der Text des Strategischen Rahmens auf vielfältigen Beiträgen basiert.