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Entwurf für eine Charta für das Berliner Stadtgrün

Kommentieren Sie hier den Entwurf der Charta für das Berliner Stadtgrün

Die Beteiligung ist aktuell nicht möglich. Sie hat am geendet.
Zweite Phase der Beteiligung
Sie sind eingeladen, eigene Vorschläge und Anmerkungen zum Charta -Entwurf einzubringen, indem Sie einzelne oder mehrere Aspekte kommentieren.

6 – Stadtgrün integriert planen

Das Stadtgrün mit seinen vielfältigen ökologischen und sozialen Funktionen zu stärken, erfordert ressortübergreifendes Handeln. Sektorale Planungen der verschiedenen Fachdisziplinen werden zukünftig verstärkt miteinander verknüpft. Mit Strategien der Mehrfachnutzung können zusätzlich Anforderungen der Klimaanpassung, der Biodiversitätssteigerung oder auch der produktiven Stadt integriert werden. Diese integrierte Planung setzt frühzeitig an und fördert damit das Stadtgrün nachhaltig.

 

Klimaanpassung

Der Klimawandel macht eine hitzeangepasste und wassersensible Stadtentwicklung zu einem wichtigen Vorsorgeaspekt.

  • In der hitzebelasteten Stadt werden Wohlfühlräume immer wichtiger: Bäume bieten Schatten, Parks bieten Orte der Entspannung, Grünflächen kühlen. Gerade das kleinteilige und gleichzeitig vielfältige Stadtgrün ist in der dichten Stadt weitgehend zu erhalten und nach Möglichkeit neu zu schaffen.
  • Als eine wertvolle Ressource wird Regenwasser als ein Element der Klimaanpassung verstanden. Wasser, das in der Stadt verdunstet, kühlt diese. Grünflächen halten das Regen­wasser zurück und werden integraler Bestandteil, um die Folgen von Starkregen­ereignissen zu mildern und zur städtischen Hitzevorsorge beizutragen.

 

Biodiversität in der Stadt

Die Biodiversität soll in der gesamten Stadt gefördert werden. In den Bestandsgebieten und im Rahmen von Neubauvorhaben können neue Lebensräume durch gezielte Planung der Grün- und Freiflächen, der Dächer und Fassaden entstehen. Ihre Entwicklung kann durch ein umfassendes Maßnahmenbündel sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Flächen erreicht werden.

  • Zur Vorbereitung von Maßnahmen werden Biodiversitätskonzepte für Stadtquartiere und für größere Neubauvorhaben aufgestellt.
  • Insbesondere an Gebäuden bestehen entsprechend dem Konzept des Animal Aided Designs vielfältige Möglichkeiten, Lebensräume für Fledermäuse, Vögel, Insekten und weitere Tier­arten einzurichten. Diese Potenziale werden verstärkt aktiviert.
  • Ferner soll es Regelungen geben, um den Verlust an Vögeln durch Glas (Vogelschlag) und Beleuchtung (Insektentötungen) zu reduzieren.
  • Da Brachflächen eine besondere Bedeutung für die Biodiversität haben, sollen diese mit in die Konzepte des Biotopverbundes und der Vernetzung von Grünflächen einbezogen werden.
  • Das Leitbild einer bestäuberfreundlichen Stadt wird verstärkt umgesetzt. Die Gestaltung strukturreicher Gärten mit Nisthabitaten und heimische Arten wird gefördert. 
  • Bei der Pflege der Grünflächen wird unter Berücksichtigung der Nutzungsanforderungen sowie der gartenhistorischen und gestalterischen Belange der Stellenwert der Biodiversität an Bedeutung gewinnen.

 

Produktive Stadtlandschaften

Eine Großstadt benötigt Energie, Rohstoffe und Wasser. Gleichzeitig produziert sie Abfall, Abwas­ser, Abwärme und Schadstoffe. Parks- und Grünanlagen, Friedhöfe, Kleingärten und Sportflächen erzeugen Biomasse und damit Energie und Kompost. Diese Grünflächen kühlen gleichzeitig die Stadt und reinigen die Luft. Diese Prozesse sollen zu nachhaltigen Stoffstromkreisläufen entwickelt werden. Regenwasser kann genutzt werden, damit die Straßenbäume besser wachsen und Parks mit Wasser versorgt werden.

In der Stadt wird Nahrung produziert, ortsnah und mit Engagement der Aktiven. Letztlich wird im Stadtgrün auch Kultur produziert, im dem der Freiraum zur Bühne für Musik und Kunst wird. Die Grün- und Freiflächen der Stadt sind eine zentrale Ressource, um die produktive Stadt Berlin zu fördern.

  • Initiativen zum gemeinschaftlichen Gärtnern werden unterstützt.
  • Die Stadt als Ort der Nahrungsproduktion und das Konzept der essbaren Stadt werden gefördert.
  • Der Freiraum wird als Ort der Kultur gefördert, dafür bedarf es Regelungen und Verein­barungen. Kooperationen werden mit den Kulturschaffenden vereinbart.

Strategien zur Förderung der Produktiven Stadt werden erarbeitet, um Stoffstrom­kreisläufe von Energien, Wasser und weiteren Rohstoffen zu optimieren und das Thema der Ernährung in der Stadt weiter zu qualifizieren.