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abgeschlossen
Was denken Sie über die vier weiterentwickelten Entwürfe?
Kommentieren Sie die vier Entwürfe der Planungsteams. Nutzen Sie dafür bitte die Kommentarfunktion am Ende des jeweiligen Kapitels. Ihre Kommentare und Hinweise werden dem Empfehlungsgremium vorgetragen und bilden eine Grundlage für die abschließende Entscheidung des Gremiums.

Henning Larsen Architects A/S, Kopenhagen

Städtebauliches Konzept (Maßstab 1:2.000)

Projektbeschreibung

Prägnante Beschreibung der Leitidee
Resilient, empathisch und verbunden – so zeichnet sich das produktive Viertel aus. Der neue Westeingang ist zugleich ein Versprechen für das Berlin der Gegenwart und Zukunft, in der Stadt und Natur sich ergänzen.

Die produktive Stadt – resilient, empathisch und verbunden
Der Westeingang ist durchzogen von Autobahnen und Bahnlinien, heterogen und gleichzeitig ein bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt. Natur und Landschaft spielen eine prägende Rolle in Form von Biotopen entlang der Infrastruktur sowie Kleingärten. In diesem Kontext definieren wir drei übergeordnete Ziele, um ein Modell für die zukunftsgerechte Stadt zu definieren.

  1. Resilient, anpassungsfähig und gerecht – die Stadt funktioniert auch unter Extrembedingungen.
  2. Empathisch – eine Stadt, die sowohl die Bedürfnisse der Einwohner als auch die der Natur berücksichtigt und eine hohe Lebensqualität bietet.
  3. Die gesellschaftliche und räumliche Nähe ist ihre Stärke. Sie fördert Synergien zwischen vielen unterschiedlichen Funktionen.

Daraus leiten wir für den Westeingang das Konzept der „Produktiven Stadt“ hervor, das sich aus der besonderen Lage des Planungsgebiets entlang der Infrastrukturstränge ergibt.

Ein zeitgemäßer Stadteingang
Grunewald, Funkturm, AVUS und ICC sind die bisherigen Wahrzeichen des Stadtein- bzw. -ausgangs. Als ergänzenden Kontrapunkt zum Verkehrsknotenpunkt setzen wir auf eine gebaute Landschaft, die das zeitgemäße Gesicht der neuen städtischen Infrastruktur verkörpert. Diese gebaute Landschaft kann ein Datacenter oder Recyclingcenter beherbergen.

Nutzungen – die gemischte Stadt
In Anlehnung an den Berlin-Mix verbinden wir Wohnen, Arbeiten, Werkstätten, Kultur, Wissenschaft und soziale Einrichtungen miteinander. Die Geschosshöhe von mindestens 3,5 m ermöglicht Flexibilität. Entlang den Haupterschließungen haben Erdgeschosse eine Geschosshöhe von 4 bis 5 m. Die benötigten 2.300 Wohnungen befinden sich in den Quartieren an der Reitschule, Güterbahnhof und Am Westkreuz. Das Avusquartier ist aufgrund der Lage nicht für Wohnen geeignet. In jedem der drei Wohnquartiere ist ein Kindergarten vorgesehen. Die Schule formt zusammen mit den Läden und dem Kultur- und Kreativzentrum das Viertelhub am Bahnareal Grunewald. Dritte Orte – soziale, kulturelle, Landschafts- und Wissensräume – garantieren im neuen Viertel entlang der Hauptachsen eine enge Vernetzung.

Die produktive Natur vernetzt
Wir unterscheiden in dem Viertel am Westeingang zwischen dem großflächig verbindenden Ökokorridor und der Stadtnatur in den Quartieren. Der Ökokorridor ist in der (bestehenden) Biodiversität entlang der Infrastruktur verankert, Teil des Grünnetzes und Frischluftkorridor Berlins mit direktem Anschluss an den Grunewald. Hier wird eine breite Auswahl an Bäumen und Pflanzen angesiedelt, um eine resiliente Landschaft für die Zukunft zu gestalten. Die urbane Natur bringt Grünräume in die Quartiere und hat unterschiedliche Formen; Spielplätze, Allen, grüne Spielstraßen, Parkflächen, urbane Garten, grüne Innenhöfe.

Baustruktur
In Anpassung an die Nachbarschaftsquartiere und die Landschaft des Grunewalds haben wir uns für eine flexible Blockstruktur im menschlichen Maßstab mit überwiegend 5- bis 6-geschossiger Bebauung entschieden, die Dichte und Durchmischung erlaubt. Gleichzeitig bietet die Blockstruktur eine effektive Emissionsbarriere.

Vernetzte Gemeinschaftsräume
Die Blockstruktur ermöglicht eine klare Hierarchie zwischen privaten und öffentlichen Räumen. Jedes der vier Quartiere hat besondere Plätze und Orte, die zum Verweilen einladen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. An den Schnittstellen zwischen den vier Quartieren sind die öffentlichen Räume als verbindende Gelenke konzipiert.

Mobilität und Infrastruktur
In dem neuen Viertel wird ein FußgängerInnen- und Fahrradnetz geschaffen, das die vier neuen Quartiere untereinander verbindet und für eine verbesserte Anbindung innerhalb der Gesamtstadt sorgt. So ist es nun möglich, vom Grunewald bis zum Westkreuz gefahrenfrei zu radeln oder zu Fuß zugehen. Der Vorschlag eines neuen S-Bahnhofs auf der Strecke der S7 wird die überörtliche Anbindung des neuen Stadtteils deutlich verbessern. Zusätzlich empfehlen wir für die lokale Erschließung eine ergänzende Buserschließung. Die Autos konzentrieren sich hauptsächlich auf die Hauptverkehrsstraßen in den Quartieren. Im Bereich der Zufahrten in die Wohngebiete werden Mobilitätshubs mit Parkhäusern geschaffen. Es handelt sich um ein autoarmes Viertel mit einem Parkschlüssel von 0,2 am ehem. Güterbahnhof und am Reitschulgelände. Das Quartier am Westkreuz ist autofrei mit 30 Stellplätzen für Sonderfälle. Für das Parken im Bereich der Messe/Avus wird die ICC-Bestandsgarage genutzt.

Klima- Und Umweltschutz

Die produktive Stadt ist resilient geplant, damit sie sich dem gesellschaftlichen Wandel sowie der Realität des Klimawandels mit steigenden Temperaturen, andauernder Trockenheit und Starkregen stellen kann. Wir wenden folgende Strategien an:

  • Lärmschutzstrategie und Optimierung des Mikroklimas / Umgang mit Emissionen
  • Wärmeinseleffekt reduzieren

Frischluftkorridor
Der Frischluftkorridor, der von Brandenburg über den Grunewald bis hin zur Innenstadt über den Westeingang verläuft, wird durch die bebauungsfreie Zone im Projektgebiet entlang der S-Bahnlinie S9 gesichert.

Schwammstadt – Verdunstung vor Versickerung vor Abfluss als Credo!
Im Sommer haben Verdunstungsmaßnahmen Vorrang, um das Viertel zu kühlen. Regenwasser wird in Straßenmulden und Gräben, in den versiegelten Bereichen in Zisternen aufgefangen und wiederverwendet. Kleinere Regenereignisse im gesamten Viertel werden mit naturnahen Lösungen bewältigt.  Die öffentlichen Räume sind so konzipiert, dass sie überflutbar sind und ein für 2050 prognostiziertes 100-jähriges Regenereignis aufnehmen können.

Klimaneutralität
Die "Klimaneutralität" von null Emissionen im Gebäudebetrieb ist erreichbar. Herausfordernd ist jedoch die Reduzierung von grauer Energie, die vor allem durch die Herstellung und den Transport von Baumaterialien entsteht. Da die graue Energie den Großteil der CO²-Emissionen im Baugewerbe ausmacht, legt unsere Herangehensweise großen Wert auf Reduzierung und Strategien, um die Schadstoffbelastung bestmöglich zu reduzieren.

Soziale Nachhaltigkeit
Eine gesunde und vernetzte Gemeinschaft ist die Basis der sozialen Nachhaltigkeit. Wir schaffen ein sozial zusammenhängendes und resilientes Viertel, in dem wir ein vielfältiges, bezahlbares Wohnungsangebot für verschiedene Generationen anbieten, eine breite Palette von Verbindungen innerhalb des Gebiets und mit der Umgebung herstellen. Wir priorisieren die Stadtnatur in der gesamten Planung, platzieren wichtige Gemeinschaftseinrichtungen strategisch und integrieren ein breites Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten, um Arbeitsplätze auf lokaler und regionaler Ebene zu schaffen.

Stadtplanerischer Masterplan (Maßstab 1:5.000)

Visualisierungen

Luftbild

Güterbahnhof Produktive Allee

Westkreuz Bahnhof

Reitschule Vernetzung mit Güterbahnhof 

AVUS-Meile

Modell

Gesamtes Modell

Blick Richtung Süden

Blick Richtung Norden

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