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Der Räder wegen

Victoriastadt

VERKEHR T  ER ZÄHLEN

als vor zwei/drei Jahren von der rührigen Initiative ein Bürgerbegehren zur Verkehrsberuhigung vorbereitet wurde, wurde angemerkt, dass dieses im Tonfall und Formulierung bis in die Nennung der Paragraphen und Verordnungen höchstprofessionell und in diesem Sinne schon durchaus techno- büro-  kr i/a itisch angegangen würde, und bürgerbewegtes Engagement eher seine Qualitäten undogmatisch, inspiriert und unkonventionell begreifen sollte. Weiter wurde "zweigleisig gefahren", die Verkehrszählungen den EXCEL Registraturen überlassen, stattdessen eine Parklücke mal anders besetzt. Das Kunst im Stadtraum Projekt, dass Ende der 90er Jahre konzipiert wurde, und in 2005 zum vorläufigen Abschluss kam, hatte u.A. den Widerwillen als Anspruch, sich nicht mit den bestmöglichen Aufstellung Pollern und rot/weissen Baken beschäftigen zu wollen, sondern eigen Art hier aufzuzeigen, Lebensqualität zu hinterfragen und identitätsstiftenden Ausdruck im Stadtraum zu ermöglichen. Parkraumbewirtschaftung kann jeder - und ein Amt für Ordnung braucht es weniger, wenn man sich zu Hause fühlen kann. 

BRÜCKEN

als um die Jahrtausendwende auf einer dieser "Bürgerbeteiligungs"Veranstaltungen die Pläne für den NEUBAU ! der Kynastbrücke zur DISKUSSION ! ausgelegt wurden, und also pflichtschuldig und ungläubig hinterfragt wurde, warum hier nicht ein vernünftiger Radweg vorgesehen sei ... wurde vonseiten der Senatsverwaltung  "argumentiert", dass es dafür zu spät sei. Für den Weiterbau der durch den Verkehrswegeplan des Bundes zu finanzierenden Stadtautobahn mag es vielleicht auch mal zu spät sein - doch Optimismus allein wird da nicht helfen. Für eine so naheliegende Eröffnung einer direkten fussläufigen Verbindung unter der Brücke der Kynaststraße hindurch hinzu dem meistfrequentierten Verkehrsknotenpunktes des ÖPNV's der Stadt mag es nach einer mittlerweile 9 monatigen Bauzeit einer provisorischen Einhausung noch nicht zu spät sein - hat man doch schon 17 Jahre auf eine adäquate Anbindung an den Stadtraum des Ostkreuzes zu warten. 6.500 Bürobeschäftigte am Rande des Quartiers mögen das ähnlich sehen, und könnten es mittelfristig mit der Wahl ihres Verkehrsmittels ihrer Wahl unter Beweis stellen - wahrscheinlich werden etliche weniger ab morgens um 7:00 den freiwerdenden Parkplätzen in  "unserer" Transitzone entgegenfiebern wollen und ihren schadlos abgestellten PKW vor dem Weg in die Rentenversicherung zur Sicherheit ablichten müssen.  

Zonenränder definieren

als der Umriss dieses "KONFLIKTPLANES" von vielen als nicht nachvollziehbar erkannt wurde, war das sicher für Einige Anlass, sich nicht an einer solchen Nabelschau zu beteiligen. Die Schule der Victoriastadt aussen vorzulassen, die Kirche, den S-Bahneingang, den Schrotkugelturm und das Betonhaus an der Nöldner Straße, sogar das Bezirksmuseum mit seinem verunglückten Nebeneingang an der Stadthausstraße (der ja keiner sein soll, und nur so aussieht), die Tautschule, das Kant Gymnasium, die schon vor 10 Jahren kritisierte verunglückte Überquerungsmöglichkeit am östlichen Ende der Kaskelstraße, das "Ende" des hier nicht einmal Erwähnung findenden Grünzuges - ausserhalb der Bezirksgrenze an der Neuen Bahnhofstraße/Gürtelstraße,  der "Schwarze Weg" mit Zebrastreifen für die 700 Studenten ausserhalb des Quartiers, das Ausklammern des immer noch ? grössten Büroarbeitsplatzes im Bezirk ...

Was ist die Sinnfälligkeit, hier nur die Einheimischen anzusprechen, um ihnen dann im Nachininein bewusst zu machen, dass sie in ihrem Tal der Glückseligen nicht alleine seien, die Erde keine Scheibe sei, das St.Florians Prinzip auch hier nicht gelte, den hier betrauten Gutachtern in ihrer Evaluierung ein "über das Ziel hinausschiessen" nachgesagt werden könnte, und auch der nächste Radwegeplan des Bezirks sein Geld für die Druckkosten nicht wert sei ? 

RATTEN

als vor zwei Jahren die technische Infrastruktur das halbe Quartier unter Wasser setzte, weil der halbe Bezirk sein Regenwasser unter der vor 20 Jahren für ein ganzes Jahr gesperrten und von Grund auf sanierten Pfarrstraße in Richtung Rummelsburger Bucht ergiesst, und man vergessen hatte, aktuelle Bauarbeiten an den unterirdischen Kanälen darauf abzustimmen, sie stattdessen in Teilen blockierte - und daraufhin wiederum die Autos in den Straßen schwammen, die Berliner Wasserbetriebe erst einmal den Klimawandel verantwortlich machten, der Bezirk einen Überschwemmungsbeauftragten entsandte und man ein SITIN auf der Strassenkreuzung zwischen aufgehäuftem Kellermüll veranstaltete, die Versicherungen der für die technische Infrastruktur stadteigenen Betriebe dann doch alle Neuwagen u. Kellertrocknungen finanzieren musste, damit die Wellen nicht noch höher schwappten, da merkte man, was eine gute Instandhaltung und verantwortliche Pflege von - unterirdischen - Verkehrswegen wert ist, und wie selbstgefällig Bürgerbeteiligung nur dann gefragt zu sein scheint, wenn die Dinge wirklich im Argen liegen.  Ausschweifende Anmerkungen sind hier nicht gefragt, eine Anwohnerin brachte es für den RBB auf den Punkt: hier laufen die Ratten über die Strasse, und das muss sofort aufhören. Es hörte auf. 

Historie und Zukunft

als die Victoriastadt angelegt wurde, mit schlesischen Granitplatten, Bernburger Mosaik, Katzenköpfen, Bordsteinen, Strassenbäumen und Laternen, Gründerzeit mit seinen Bauten , Kleingewerbe, Handwerk und Geschäften zum Wohnen und Arbeiten -  war da schon absehbar, welche KONFLIKTE uns in diesem Kontext heute bewegen - - -sollen ?!  Das Ensemble unter Denkmalschutz zu sehen, aber das holprige Pflaster zu beklagen, die lokale Infrastruktur zu vermissen, aber selber Zuflucht auf dem Parkdeck des CENTERS suchen müssen, die GEH WEG Vorstreckungen zu fordern, aber sie dann selber zuzuparken, die mangelnden Spielmöglichkeiten zu erkennen, aber die Anwohnerbeschwerden gegen SPARTA und das Verbot zum Basketball ab 18 (Uhr?) zu tolerieren -   Die VICTORIASTADT ist ein Kleinod in der Berliner Stadtlandschaft - wir nehmen für uns in Anspruch, sie dazu gemacht zu haben, die Belastung durch unzulängliche lokale und gesamtstädtische Verkehrsinfrastrukturpolitik wird seit 25 Jahren hier erlebt. Mittlerweile wurde für das Quartier eine Erhaltungssatzung und Milieuschutz verfügt ... PFLEGEN ERHALTEN SCHÜTZEN ... ein kreativer Umgang mit diesen Regularien wird weiter gefragt sein - damit sich etwas bewegt

 

LE MANN S u. die NORDKURVE

als in den 90ern unter der Brücke Richtung Buchberger auf einer angemieteten kommerziellen Plakatwand für 2 Wochen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass hier tagtäglich 55 Schulkinder Richtung FAS auf dem Weg zu ihrer Arbeit sind ... ist nichts passiert ... Heute mögen es 53 Kinder sein, die Zahl der stadtein- und auswärts den Concours passierenden amazonedhlglsdpd sprinter mag deutlicher gestiegen sein, der Beschleunigungsstreifen zur Nordkurve wird mit herren- und damenlosen Blechkarossen abgepolstert bleiben ... und es wird nichts passieren ... denn auch dieses Areal liegt von staatswegen auch ausserhalb des hier definierten KONFLIKTPLANES, Zebrastreifen kann man immerhin im gleichen "BEZIRK" im Tierpark angaffen -  und die Victoriastadt ist nur ein Viertel auf 5 Wegen.  

zi11 erstellt am
Referenznr.: 2021-12543