Zum Inhalt springen

Einführung Fahrradstraße Gleimstraße in Gesamtverkehrskonzept Gleimkiez / Arnimplatzkiez einbetten

Verkehrssicherheit
Einführung Fahrradstraße Gleimstraße mit Verkehrsberuhigung Arnimplatz-Kiez koppeln

Mit einiger Überraschung stellen wir als Anwohner der Schivelbeiner Straße fest, dass ab nächstem Jahr die Gleim- und die Stargarder Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden soll. Die Vorüberlegungen und Planungen zu einer Fahrrardstraße Gleimstraße/Stargarder Straße haben offensichtlich geraume Weile Vorlauf, dies leider, ohne dass die stark von einer solchen Änderung betroffenen Bewohner des Arnimplatz-Kiezes bislang an der Diskussion beteiligt worden wären, auch nur eine offizielle Information speziell für diese Betroffenengruppe fand m.W. bislang nicht statt.

Grundsätzlich finden wir die Idee von Fahrradstraßen zwar unterstützenswert, als Anwohner der Schivelbeiner Straße leiden wir jedoch bereits bereits seit geraumer Weile an einer massiven Zunahme der Durchgangsverkehre und sind daher alarmiert über dieses Vorhaben und befürchten weitere massive Ausweichverkehre auf diese Straße und den gesamten Wohnkiez, wenn die Gleimstraße nicht mehr für den Durchfahrtsverkehr geöffnet ist!

Im Planungs-Dokument für die Fahrradstraße ist die Rede davon, dass bezüglich Auswirkungen auf Ausweichverkehre in parallelen und angrenzenden Straßen auf Verkehrszählungen der Verkehrslenkung zurückgegriffen werden kann, um die (voraussichtliche Mehr-)Belastung u.a. auf diese Straßen einschätzen und vermutlich hochrechnen zu können (vgl. S.4 ff). Lt. beigefügter Karte stammt die Erhebung auf der Schivelbeiner Straße aus dem Jahr 2014 und ist ca. vier Jahre alt! Ich wohnte auch damals schon an der Straße und möchte anmerken, dass die Anzahl Fahrzeuge des Durchgangsverkehrs damals ein Bruchteil des heutigen Verkehrs ausmachten.

Zwischenzeitlich hatten wir zwei Jahre Baustelle Bösebrücke. Während dieser Zeit verlagerte sich ein großer Teil des Verkehrs, der eigentlich über diese Brücke und die Bornholmer Straße fuhr, in die Schivelbeiner Straße. Verfestigt wurde der Zustand auch nach Wiedereröffnung der Brücke durch die Aufhebung der Tempo30-Regelung auf der Schivelbeiner Straße, inklusive der Behmbrücke. Zum Vergleich: Auf der Bösebrücke gilt Tempo 30. Auch nachts ist nun besonders viel Verkehr auf der Schivelbeiner Straße, da auf der Bornholmer Straße ab 21.00 Uhr Tempo 30 gilt, auf der nur ein Drittel so breiten Schivelbeiner Straße aber Tempo 50.

Wir haben mit deutlich überhöhten Stickoxid-Werten zu kämpfen, da der Rückstau der KFZ und auch vielen Schwerlaster von der Ampel an der Schönhauser Allee her über weite Strecken des Tages bis über die Schönfließer Straße hinaus reicht, an der dortigen Ampel nicht abfließen kann, da die Schönhauser Allee als Bundesstraße bzgl. der Ampelschaltung bevorzugt wird. Es ist also jetzt bereits hier weit mehr Durchgangsverkehr vorhanden, als die Straße aufnehmen und abfließen lassen kann. Darüber hinaus ist die Schivelbeiner Straße durch die Aufhebung von Tempo30 zugunsten von Tempo 50 zur Rennstrecke geworden, die Querung vor dem REWE und zu den Spielplätzen ein gefährliches „Abenteuer“. Vom Stau genervte Autofahrer suchen sich zudem „Abkürzungen“ durchs Wohngebiet und machen die Kopfsteinpflaster-Straßen Seelower, Drießener und Dänenstraße unsicher, wo Tempo30 garantiert nie kontrolliert wird. Es herrscht Wild-West-Manier.

Weil sich viele Anwohner bei der Verkehrslenkung über die Einführung von Tempo 50 beschwert haben, wird dort geprüft, ob man die Schivelbeiner Straße als Wohngebietsstraße einstufen kann, wodurch nach Aussagen der Verkehrslenkung, wieder durchgängig Tempo30 angeordnet werden könnte. Diese Prüfung soll zum Jahresende abgeschlossen sein.

Wir plädieren daher dafür, die Einführung einer Fahrradstraße Gleim- und Strargarder Straße an eine Verkehrsberuhigung auf der Schivelbeiner Straße zu koppeln: Einführung einer Wohngebietsstraße dort mit Tempo30 rund um die Uhr - gerne regelmäßig überwacht und Überschreitungen geahndet -  besser noch ein Gesamtkonzept für diesen Kiez entwickeln, sodass auch die Nebenstraßen von Ampel- und Stauumfahrungsverkehr geschützt werden, indem der Durchgangsverkehr auf die Bornholmer Straße gelenkt wird, wo er hingehört. - Gerne darf man sich darüber hinaus im Senat auch Gedanken machen, wie der überbordende Pendler- und Lieferverkehr verringert werden kann, reine „Verflüssigungskonzepte“ sind nach Meinung vieler unzureichend, das individuelle Mobilitäts-Versprechen für alle via persönlicher Blechkiste angesichts der Stauzeiten bereits heute vielfach eine Farce, dafür die Städte vor dem Verkehrs- und Umweltkollaps. Aber dies nur am Rande…. -

Für den Planungsprozess Fahrradstraße sind unsere Forderungen konkret:

1. Information und Beteiligung der Anwohner des Arnimplatz-Kiezes,

2. Erfassung aktuelle Verkehrszahlen auf der Schivelbeiner Straße,

3. Kopplung Einführung Fahrradstraße Gleimstraße mit Verkehrsberuhigung im Arnimplatz-Kiez

Karin

kreiter
Referenznr.: 2018-03512