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Besohlte Betonschwellen für S- und Güterbahn zw. Heidelberger und Insbrucker Platz

Schienenlärm
S-Bahn und Fernbahngleise zwischen Heidelberger Platz und Insbrucker Platz
Maßnahme: Schienenverkehr leiser machen

Seit der Neuverlegung und Wiedereröffnung der Fernbahngleise am südlichen Berliner Ring entlang der Hanauer Straße sind durch vorbeifahrende Vibrationen und Erschütterungen zu einem zunehmenden Problem für uns geworden. Während alle vorbeifahrende Züge deutlich spürbare Erschütterungen erzeugen, führen manche Züge, vermutlich mit besonders vielen und besonders schwer beladenen Wagons, zu langanhaltenden (im Minutenbereich bei langen Zügen) heftigen Schwingungen des Gebäudes. Diese sind so stark, das die Schwingungen an Lampen und anderen Gegenständen sichtbar sind, und es zu Erschütterungsgeräuschen von Schränken kommt. Solche Züge, die hauptsächlich nachts fahren, wecken regelmäßig durch die Erschütterungen die Hausbewohner auf. Bezogen auf die subjektiven Wahrnehmungen der Richterskala würde dies etwa einem Erdbeben der Stärke 4 entsprechen.

- Bei der Erneuerung des Gleiskörpers wurden statt der ursprünglich verlegten Holzschwellen Betonschwellen verlegt. Diese übertragen Schwingungen auf den umgebenden Untergrund erheblich stärker als Holzschwellen. Der Effekt war bereits nach der Erneuerung der S Bahn Gleise deutlich spürbar. Leider wurden dort keine Messungen vor und nach der Umrüstung vorgenommen um ihn quantifizieren zu können, nach einem Gutachten von ZUCKRIEGL für die SWEG vom 2011 [1] wurde jedoch eine Zunahme der Schwingungen von 40% für den Ersatz von Holzschwellen durch besohlte Betonschwellen festgestellt. Laut Verkaufsprospekten von STRABAG [2] reduziert die Besohlung die übertragene Schwingungsamplitude um den Faktor 4, so dass von einer Erhöhung der übertragenen Schwingungen um rund 160% bei den hier verlegten Betonschwellen gegenüber den vorher verlegten Holzschwellen ausgegangen werden muss.

- Im Bereich Hanauer Straße liegt eine besondere Bodenbeschaffenheit vor. Es gibt hier einen viele Meter dicken, hochverdichteten Lehmkörper, der Schwingungen besonders gut überträgt. Wurde diese Bodenbeschaffenheit bei dem Umbau des Gleiskörpers berücksichtigt?

Als Gegenmassnahme sollte der Abschnitt zwischen Heidelberger Platz und Innsbrucker Platz mit besohlten Betonschwellen neu verlegt werden. Alternativ sollten wenigstens andere Lärm und Schwingungsreduzierende Massnahmen (z.B. regelmässiges Schleifen und Schmieren der Schienen, regelmässige Wartung und Überwachung der Rolleigenschaften der S-Bahn, Tempo- und Gewichtslimt der Güterzüge) eingeführt werden.

 

Links:

[1] http://www.bimuenstertalbahn.de/wp-content/uploads/2014/02/1119-SWEG-ZI-Staufen-Ersch%C3%BCtterungsimmissionen-vor-und-nach-Gleisumbau-1.pdf

[2] http://www.strabag.com/databases/internet/_public/files.nsf/SearchView/B98623B722679718C1257D3E003397DE/$File/6S_Rail_Schwellenbesohlung_DEUT_FM_LOW.pdf

 

R.K.
Referenznr.: 2018-02456