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Waldsee

Straßenlärm
Waldsee
Maßnahme: Verkehrsfluss organisieren (Verlagerung, Verkehrsfluss verbessern, Lieferzonen, Parkraumbewirtschaftung)

Seit etlichen Jahren ist das wunderschöne Wohngebiet am Waldsee stark vom motorisierten Verkehr belastet. Denn die Schildower Straße bietet eine schöne Abkürzung für den motorisierten Kfz-Verkehr. Mittels weit verbreiteter Navigationssysteme werden auch ortsfremde Verkehrsteilnehmer durch das Quartier geleitet. Die Abkürzung durch das Wohngebiet am Waldsee ist im doppelten Sinn attraktiv für den motorisierten Kraftfahrzeugverkehr: die Strecke ist kürzer und man kommt schneller voran als auf der alternativen Hauptverkehrsstraße, der Bundesstraße B96. Insofern ist das Gebiet rund um den Waldsee verkehrstechnisch als konfliktreich zu charakterisieren.

In den letzten Jahren wurden einige Maßnahmen getroffen, um den Verkehr im Quartier zu beruhigen. Es wurde eine generelle Tempo-30-Zone eingerichtet, das Gebiet ist für den Schwerlastverkehr gesperrt und es wurden Straßeneinengungen gebaut. Tatsächlich hat sich durch die genannten Maßnahmen das Verkehrsaufkommen rund um den Waldsee augenscheinlich nicht verringert. Anwohner berichten, dass die Strecke rund um die Uhr vom motorisierten Individualverkehr als Abkürzung genutzt wird. Der beobachtete werktägliche Pendlerverkehr aus Brandenburg beginnt morgens um etwa 04:45 Uhr. Die Lärmbelastung im Wohngebiet am Waldsee entspricht derjenigen einer Hauptverkehrsstraße. Das ist unangemessen hoch für ein reines Wohngebiet.

Das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen im Wohngebiet am Waldsee beträgt rund 6000 Kfz, wie amtliche Verkehrserhebungen der Gemeinde Glienicke in Bezug auf die Zufahrstraßen im benachbarten Brandenburg (Karlstraße und Lessingstraße) offenlegen. Hochgerechnet auf ein ganzes Kalenderjahr sind folglich knapp zwei Millionen Kfz-Fahrten im Wohngebiet am Waldsee zu verzeichnen, die ausschließlich dem Durchgangsverkehr zuzuordnen sind. Die dadurch verursachte Lärmbelästigung in dem schönen Nahrerholungsgebiet am Waldsee ist unerträglich.

Nach dem Stadtentwicklungsplan Verkehr von Berlin (StEP Verkehr) aus dem Jahr 2011 ist die Schildower Straße weder als übergeordnete Straßenverbindung, noch als örtliche Straßenverbindung und auch nicht als Ergänzungsstraße charakterisiert. In der Planung für das Prognose-Netz 2025 taucht die Schildower Straße ebensowenig auf. Die Verkehrsbedeutung der Schildower Straße ist folglich nach dem Willen des Berliner Senats als gering anzusehen. Die faktische Verkehrsnachfrage ist jedoch hoch, wie bereits diskutiert. Tasächlich wird die Schildower Straße im Abschnitt zwischen Landesgrenze und Waldsee von motorisierten Verkehrsteilnehmern aus dem benachbarten Brandenburg als Durchgangsstraße nach Berlin benutzt. Ortsfremde Verkehrsteilnehmer werden von Navigationssystemen durch das Wohngebiet geführt. Das dadurch verursachte Verkehrsaufkommen ist erheblich und für ein reines Wohngebiet unangemessen hoch.Die daraus resultierende Lärmbelastung ist enorm.

Die Schildower Straße zwischen Landesgrenze und Waldsee hat faktisch eine hohe Verkehrsbedeutung im Sinne einer bedeutenden Straßenverbindung. Die Verkehrsrealität auf der Schildower Straße genügt somit nicht der Verkehrsplanung des Berliner Senats. Insofern besteht konkreter politischer Handlungsbedarf, damit der Stadtentwicklungsplan des Berliner Senats, StEP Verkehr, in die Realität umgesetzt wird und die Lärmbelästigung reduziert wird.

Die beiden Zufahrtstraßen in das Wohngebiet am Waldsee an der Landesgrenze zu Brandenburg, namentlich die Elsestraße und die Schildower Straße, sollten zukünftig nur noch für Fahradfahrer und Fußgänger durchlässig sein, damit der Durchgangsverkehr entlang der Hauptverkehrsstraßen fließt.

Argonaut
Referenznr.: 2018-01831