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Gegen den Abriss, gegen einen Neubau der Brücke

Ich berufe mich auf den KERNSATZ  https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/infrastruktur/brueckenbau/muehlendammbruecke/

 „Berlin ist auf dem Weg, die Mobilität im urbanen Raum neu zu gestalten, mit dem Ziel, klimafreundlicher und lebenswerter zu werden. Im Rahmen der geplanten Mobilitätswende gibt es mehrere Instrumente und Maßnahmen. Diese müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein, damit Berlin sich weiterentwickeln kann – weg von der auto- hin zur menschenfreundlichen Stadt.“

Es geht nicht nur um die Neugestaltung einer neuen Brücke, sondern um den Abriss per se.

Wieso also sprechen wir wie selbstverständlich vom Abriss und Neubau dieser Brücke. Die Entscheidung im Senat von 2… basiert auf einem Gutachten. In diesem Gutachten wurden Mängel an der Konstruktion festgestellt.

  • Gibt es nur ein Gutachten oder waren mehrere Gutachter aufgefordert, die Standfestigkeit zu prüfen?
  • Wie lautete der Auftrag zur Untersuchung?
  • Ich fordere ein neues Gutachten mit der Frage: Was muss geschehen, um die Standfestigkeit bis ins Jahr 2050 zu garantieren? Denn ich gehe davon aus, dass die Vorgaben, ständige Zunahme des Verkehrsaufkommens, extrapoliert aus den Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre, obsolet ist. Die sogenannte Verkehrswende spricht von geringerem Verkehrsaufkommen in der Stadtmitte Berlins.
  • Im Detail wird erkennbar, dass die vermeintlichen Schäden an der Brücke Zeichen fehlender Instandsetzungsarbeiten und schlechter Wartung sind. Hier wurde, wie an anderen Brücken auch, auf „Verschleiß gefahren“. Deshalb muss diese Brücke nicht gleich abgerissen werden. (An dieser Stelle möchte ich auf einen Analogieschluss anführen: Viele Bauwerke aus DDR-Zeiten wurden mit ähnlichen Gutachten in den ersten Jahren nach der „Wende“ abgerissen. Aber niemand würde heute noch auf die Idee kommen, den Fernsehturm abzureißen, obwohl das mal im Gespräch war. Äußerliche Baumängel rund um den Turm sind zwar zu  entdecken, aber deshalb wird keiner auf die Idee kommen, einen Neubau vorzuschlagen. Auch hier handelt es sich um fehlende Wartung.)

An diese Stelle kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ideologisch aufgeladen argumentiert wird. Die DDR war unfähig: "Anlass ist der bauliche Zustand des Bestandsbauwerkes aus den 1960er Jahren, welcher konstruktive Mängel und Defizite in der Tragfähigkeit aufweist und damit einen zügigen Ersatzneubau erfordert."

Allerdings wird eingeräumt, dass „… sie (die Brücke) soll aber auch über attraktive Umgestaltungspotenziale verfügen, die im Rahmen der Mobilitätswende aktiviert werden können.“

Dennoch heißt es apodiktisch: „An die Mühlendammbrücke werden in Sachen Verkehrsplanung besondere Anforderungen gestellt. Denn der Neubau soll nicht nur dem heutigen Bedarf, sondern auch dem Verkehr von morgen gerecht werden.“

Diese Begründungen lassen keinen Spielraum für andere Vorschläge, weil man sich auf den Beschluss beruft: „… von Senat von Berlin im November 2018 den Abriss und einen anschließenden Neubau beschlossen.“

Dieser Beschluss muss unter den neuen Voraussetzungen gekippt werden. Der Abriss ist nicht notwendig. Wenn sich also bei den nächsten Wahlen zum Senat, die gleiche Mehrheit für einen Neubau entscheiden sollte, dann habe ich einen konstruktiven Vorschlag.

Brücke aus Stahl. Wenn überhaupt. Warum muss immer die Betonlobby bedient werden?

Vorfabrizierte Teile sind heute üblich und können auf der Spree eingebracht werden. Das zeigt die Erfahrung mit der Friedrichsbrücke unterhalb der Museumsinsel. Die für die Verbreiterung erforderlichen 60 Meter langen Stahl-Längsträger wurden im Herbst 2013 in zwei Schritten vom Schiff mittels zweier Kräne eingehoben. 

Der Schiffswendeplatz wurde nicht berücksichtigt. Neben dem Verkehr auf der Mühlendammbrücke, gibt es diesen auch darunter. Die staugeregelte Bundeswasserstraße dient Schiffen sowohl für Personen- als auch Güterverkehr. Genau unter der Mühlendammbrücke befindet sich ein Schiffswendeplatz. Aus diesem Grund ist es baulich auch nicht möglich, bei der neu geplanten Brücke einen oder mehrere Mittelpfeiler in Betracht zu ziehen.

FWZ erstellt am
Referenznr.: 2021-10516