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Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern beschränken

Siedlungsentwicklung und Wohnungsmarkt

Der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern muss gestoppt werden. Ihre Flächenintensität führt zu hohem Energie- und Rohstoffverbrauch (bereits im Bau, auch bei Passivhausstandards). Gleichzeitig werden kostbare Flächen versiegelt, sodass andere Flächennutzungen unter Druck geraten.

Zudem sind sie kaum an den ÖPNV anzubinden, da die Personendichte zu gering ist. In Anbetracht dessen muss die Innenentwicklung und Nachverdichtung endlich eine effektive Priorisierung erfahren. Die Außenbezirke Berlins und die Gemeinden im Umland Berlins müssen stärker in die Höhe und weniger in die Fläche wachsen.

In Brandenburg wächst seit Jahren entgegen allen Energiewendezielen der Energieverbrauch der privaten Haushalte, vor allem aufgrund des Baus von Einfamilienhäusern im Berliner Umland. Grund dafür ist, dass größere Wohnflächen mit höherem Energieverbrauch korreliert sind. Die bestehenden Energieeffizienzvorschriften haben es in der Vergangenheit nicht geschafft, der wachsenden Energienachfrage der Haushalte Einhalt zu gebieten. In Berlin wirkt der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern ebenfalls Energieinsparungen entgegen, die Wohnfläche pro Kopf wächst immer weiter.

Die soziale Segregation wird befördert. Neu gebaute Ein- und Zweifamilienhäuser stehen nur wohlhabenden Haushalten zum Erwerb/zur Miete offen.

Die Maßnahmen der Gl Berlin-Brandenburg für eine klimaschonende Siedlungsentwicklung sind unzureichend. Der Siedlungsstern ist nicht CO2 reduzierend wie es im Landesentwicklungsplan heißt (der CO2 Ausstoß der privaten Haushalte in Brandenburg wächst entgegen den Energiewendezielen), sondern befördert weiteres Wachstum im Berliner Umland, da er die Attraktivität der Region gegenüber der Innenstadt sicherstellt.

Die GL muss zusätzlich zu einem Flächenkriterium für die Ausweisung neuer Siedlungsgebiete ein Steuerungsmodell entwickeln, mit dem die Landesplanung Einfluss auf die Bauformen in den Kommunen nehmen kann. Apartmentgebäude sind energie- und ressourcensparender als freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Zudem nutzt der Bau von Einfamilienhäusern entlang der öffentlichen Verkehrsschienen wenig, wenn dann trotzdem Auto gefahren wird.

BWalker bearbeitet am
Referenznr.: 2020-08844

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