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Bauliche und funktionale Mischung im "Blankenburger Süden"

Team 2

Vorweg: Ich finde die gesamte Vorstellung einer Großbebauung für dieses Areal schrecklich und ich frage mich, ob das hier in dieser landschaftlich noch recht grünen Oase wirklich sein muss. Von den Entwürfen her ziehe ich deswegen schon jenes Team vor, dass zumindest keinen Potsdamer Platz 2.0 erstehen lassen will. Trotzdem sind mir für diese Gegend 4- Geschosser schon hoch genug. Dann können es halt nicht so viele Menschen sein, die man hierher ansiedelt. Eine Durchmischung mit attraktiven Eigentumswohnungen (vielleicht an den grünen Rändern mit Aussicht) kann für eine soziale Anhebung sorgen; bei den Worten "bezahlbarer Wohnraum" muss man auch für ein Gegengewicht sorgen, damit es kein Ghetto wird. 

Ich stelle die Frage, wie das mit der Kranken- und Pflegeversorgung wird? Ich lese immer nur von Gewerbe, Schule, Shopping, Restaurants. Sollen die vielen Leute alle auch noch ins übervolle Helios gelenkt werden? Die Situtation dort kenne ich ausreichend. Wird es also ein neues Krankenhaus geben oder wenigstens ein großes Ärzte- und Sanitätshaus? 

Da auch die Kriminalität mit so vielen Menschen mitzieht, wird hoffentlich auch an eine Polizeistation gedacht. An ein leistungsstarke Feuerwehr-Niederlassung. Das sind sicherlich keine Architekten-Probleme. Aber es gehört zur Infrastruktur bei dieser Großsiedlung. Ich kann nur hoffen, dass an autarke und neutrale Energiegewinnung gedacht ist, an Wasserrecycling (man stelle sich nur vor, wieviel Wasser hier abgezogen werden wird). Ansatzweise finde ich das Fließgrabensystem mit dem zentralen kleinen See schon gut. Aber wären auch Fassadenbewässerungen als Kühlung möglich? Natürlich aus dem Regenwasserbecken kommend. Kann man an Fahrradparkhäuser denken, die ein sicheres Verwahren ermöglichen? Werden ca. 15.000 Menschen auch noch den BSR-Recylinghof Asgardstraße anlaufen? 

Berücksichtigt der Entwurf modernste Überlegungen zum Klimawandel in Städten hinsichtlich der Luftkorridore? Oder steht die Anger-Rundung dem entgegen? 

Schließlich plädiere auch ich (wie schon eine Meinung zuvor) in Verbindung mit einer "Blankenburger Freiheit" genannten Aussicht für eine Umbenennung auf zumindest "Marder- statt Mörderberg". Das ist freilich teamunabhängig. 

Abschließend nochmals: ich kann nur hoffen, dass der ganze Mega-Block kleiner ausfallen wird, dass man flacher und luftiger für die Hälfte an Wohnungen auskommen könnte. Als Anrainer bereitet mir kein Entwurf Freude auf die Zukunft hier - aber Team 2 versucht zumindest einen Anschein zu wahren, wie frühere Städte einst waren (zumindest aus der Vogelperspektive). Ein Zentrum und eine runde Besiedlung darum ist nicht so langweilig wie ein Schachbrettmuster. 

 

Defender bearbeitet am
Referenznr.: 2020-06478

Offizielle Rückmeldung

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Antwort des Teams

Ein Ärztehaus sollte unbedingt im neuen Stadtteil untergebracht werden. Die von uns angedachte Nutzungsmischung bietet zahlreiche Möglichkeiten, ein Ärztehaus bzw. Arztpraxen in ausreichendem Maße nicht nur für das neue Quartier, sondern ggf. auch für die umliegenden Quartiere zu integrieren. Wir möchten hier auf das Funktionsdiagramm auf S.3 hinweisen. Sowohl die Kategorien „Mischnutzung“ als auch „Gewerbe“ sind für die Integration von Praxen / Ärztehäusern geeignet.

Die Kühlung von Fassaden durch Bewässerung ist nicht angedacht. Diese Kühltechnik ist uns in dieser Form nicht bekannt. Grundsätzlich müssen detaillierte gebäudeklimatische Aspekte im Zuge der gebäudetechnischen Planung in der Hochbauphase, also nicht in der Phase des städtebaulichen Entwurfs erfolgen. Für eine klimaneutrale, ressourcenschonende Quartiersentwicklung haben wir in unserem Entwurf die notwendigen Weichen gestellt.

Fahrradparken ist u.a. (neben anderen Angeboten) in die Erdgeschosse der Quartiersgaragen integriert. Hier können Fahrräder diebstahlsicher abgestellt werden.

Über die Unterbringung eines zusätzlichen Recycling-Hofs wurde bisher nicht nachgedacht. In die Gewerbeflächen wäre das leicht zu integrieren.

Die klimatischen Auswirkungen des Entwurfs auf die Frisch- und Kaltluftzufuhr wurden zwar noch nicht detailliert untersucht. Gleichwohl sehen wir großzüge Frischluftkorridore u.a. im Verlauf der erhaltenen Alleen und Wasserläufe vor, die den neuen Stadtteil aller Voraussicht nach ausreichend durchlüften werden. Im Falle der Weiterverfolgung dieses Entwurfs müsste im Zuge der weitergehenden Planung eine genaue Untersuchung und ggf. Anpassungen erfolgen.