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Zurückdrängung des Kfz-Verkehrs

Mobilität

Ich erlebe kaum eine westliche Millionenstadt so auf den Kfz-verkehr fixiert wie Berlin. Das Gebiet innerhalb des S-Bahn-Rings sollte außer für Anwohner, Handwerker, Lieferverkehr u.ä. komplett für den Kfz-Verkehr gesperrt werden.

Seit 2000 ist in Paris der Quai de Valmy am Canal St. Martin am Sonntag für den Kfz-Verkehr gesperrt. Seit Mai 2016 sind die Champs-Elysées am ersten Sonntag des Monats für Autos gesperrt. Und vor allem: Im Oktober 2016 wurde die 3,3 Km (!) lange Schnellstraße (!) Georges Pompidou an der Seine dauerhaft in eine Fußgänger- und Radfahrer-Promenade verwandelt. Das ist so, als würde man in Berlin die Bismarckstraße umwandeln. Inzwischen gibt es in Paris noch wesentlich mehr Straßen, die an bestimmten Tagen für den Kfz-Berkehr gesperrt sind, einzusehen unter https://www.paris.fr/parisrespire In Madrid wurde die komplette Innenstadt für Durchfahrten gesperrt. Und wer ins Zentrum hineinfährt, darf nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch in Garagen parken. Besucher mit Altwagen – Benziner bis zum Jahr 2000 und Diesel bis 2006 – müssen ganz draußen bleiben. (Quelle). In Turin wurde die zentrale Via Roma dauerhaft für den privaten Verkehr gesperrt (Lieferfahrzeuge dürfen also rein).

In Bogota sind jeden Sonn- und Feiertag 120 Kilometer Straßen von 7.30 bis 14 Uhr für Autofahrer gesperrt, inklusive Hauptstraßen und Autobahnen.

In Brüssel gilt ab dem kommenden Jahr in allen Stadtteilen Tempo 30, binnen weniger Wochen sollen dort 40 Kilometer neue Radwege entstehen.

In New York wurde der Times Suare seit 2009 umgestaltet und teilweise in eine Fußgängerzone umgewandelt. 2021 müssen Autofahrer, die in den New Yorker Innenbereich fahren, höhere Steuern zahlen.

Und in Berlin? Hier wird ein Mal im Herbst ein kleiner Abschnitt der Friedrichstraße für den Verkehr gesperrt und es werden Bimmelbahnen verlegt statt U-Bahnen gebaut. Kleingeister und Autofahrer beherrschen die Stadt.

Llewelyn erstellt am
Referenznr.: 2020-06308

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