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Mobilitätspunkte für Kfz sind schlechtes Signal – besser sind Grünanlagen, ÖPNV etc.

Mobilitätspunkte behindern das notwendige Umdenken hin zu ökologischer Mobilität (Fahrrad, Laufen, ÖPNV); sie manifestieren die Autogesellschaft, die übermäßig Ressourcen verschlingt. Deshalb ist meine konkrete Idee, die geplanten Carsharing-Punkte nicht einzurichten und die Planung zurückzubauen. Statt dessen benötigt die Stadt im Zeichen des Klimawandels mehr Bäume, also mehr Grünanlagen und Spielplätze. Flankiert von Fahrrad-Parkhäusern. Und natürlich einen ÖPNV, der die privaten Fahrzeuge ersetzen kann.

Carsharing hat nicht zu weniger Fahrkilometern pro Person geführt, sondern zu mehr. Die Kunden hatten vorher kein eigenes Fahrzeug und erzeugen dadurch zusätzliche Pkw-Kilometer. Vor allem hat sich Carsharing bisher als nicht tragfähig erwiesen: Citroen und Mazda sind mit der Begründung ausgestiegen, dass es unwirtschaftlich sei (1). Andere Anbieter haben ihre Ressourcen zusamengelegt, um Kosten zu reduzieren (2). Deshalb ist Carsharing nicht zu unterstützen.

Für die private Unvernunft von Menschen, die glauben, ein Auto zu benötigen, sollten keine öffentlichen Flächen verbraucht werden. Wenn die vorgesehenen Flächen für Mobilitätskonzepte verwendet werden müssen, dann bitte für großzügig überdachte Fahrradständer oder wenigstens Tiefgaragen. Nicht jedoch für noch mehr Raum für Autos – das wäre gegen die Idee der Verkehrswende. Alternativ wären noch Flächen für den ÖPNV akzeptabel: an Umsteigepunkten und stark frequentierten Haltestellen sollten die Fahrzeuge (Busse) unter Überdachungen halten, damit die Fahrgäste bei Regen und Matsch geschützt sind. Bei Überlandbussen ist dies üblich.

Quellen:

1 https://www.springerprofessional.de/carsharing/multimodale-mobilitaet/der-nutzen-von-carsharing-ist-weiterhin-umstritten/17102504

2 https://www.sueddeutsche.de/auto/carsharing-studie-staedte-probleme-1.4554329

 

Daniel Tietze bearbeitet am
Referenznr.: 2020-06210

Offizielle Rückmeldung

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

Vielen Dank für Ihren Kommentar zu gewünschten Mobilitätsformen.

Es besteht jetzt die Möglichkeit, "Mobilitätspunkte" für leihbare Fahrräder/Roller, ohne Carsharing, vorzuschlagen.

Die seit 2016 durchgeführte Aktion "Deine Sommerflotte" hat deutlich gemacht, dass das Angebot von ausschließlich kleineren Fahrzeugen und ÖPNV nicht hilfreich erscheint, da viele bisherige Autonutzer dann ihren PKW behalten und sich gar nichts ändert. Ein eventuell denkbares grundlegendes PKW-Verbot, um auch diese PKW-Nutzung zu reduzieren, ist dem Bezirksamt mangels Zuständigkeit nicht möglich.

Das von uns überwiegend vorgesehene stationsgebundene Carsharing führt nachgewiesenerweise gerade nicht zu Mehr-Autoverkehr sondern mittelfristig zu erhöhter Nutzung des ÖPNV statt Auto, da "im Fall des Falles" ein Auto genutzt werden kann ohne ein eigenes zu besitzen (mit dem man dann auch häufiger fährt, wenn es schon bereit steht).