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3.2.4 Bezirk Pankow

Kapitel 3: Ist-Situation - Lärmkartierung 2017
Straßenlärm

Es verwundert nicht, dass auch bei diesem Beteiligungsverfahren, wie schon beim LAP 2014, Pankow die "Lärmkarte" anführt. Nicht nur, dass dieser Bezirk die Einflugschneise für Tegel ist; er ist auch die Einfuhrschneise für tausende Pendler, die nach Berlin rein müssen, um z. B. ihre Arbeitsstätte zu erreichen. Trotz wiederholter Spitzenposition bei den Lärmmeldungen, ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil: statt endlich das Radwegenetz und den ÖPNV auszubauen (S-Bahn-Ring, Park-and-Ride-Flächen, ...), werden neue Straßen geplant und gebaut, die wiederum Verkehr und Lärm produzieren. Von der Belastung für die Umwelt mal ganz abgesehen. Wenn man zumindest den Pendlern die Möglichkeit bieten würde, schon vor oder am Rande Berlins in den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, würde sich der Verkehrslärm in ganz Berlin reduzieren.

Auch die Beteiligung zu den Ruheorten erscheint, im Beispiel von Pankow, sinnlos. Hier werden Orte gemeldet, die einerseits den Bürgern als Erholungszonen dienen, andererseits aber für neue Straßen verplant werden. Konkretes Beispiel: In den gemeldeten Ruheorten ist auch das Malchower Luch gelistet, das aber als Freifläche für die OU Malchow verplant ist, um u. a. das neue Bauprojekt "Blankenburger Süden" zu erschließen. In der Beteiligung zu diesem Projekt wurde deutlich, dass der Neubau von Straßen den Menschen weniger wichtig ist, als der Schutz ihrer Erholungsanlagen (Kleingartenanlagen, Grünflächen, Parks, ...).

Mein Fazit: Ich frage mich, auch als Teilnehmer mehrerer Beteiligungsverfahren, wozu diese dienen. Die Statistiker haben gut zu tun, die eingegangenen Kommentare auszuwerten, aber dass die Ergebnisse auch zu konkreten Maßnahmen führen, lässt sich nicht erkennen.

In Berlin gibt es das Landschafts- und Artenschutz-Programm, den Lärmaktionsplan und Klimaschutzziele, die alle darauf hinzielen, die Umwelt und damit auch den Menschen, zu schützen und zu erhalten. Trotzdem scheint die Stärkung des motorisierten Individualverkehrs vorrangig zu sein. Ideen und Vorschläge diesen zu reduzieren und den ÖPNV oder das Radfahren attraktiver zu machen, werden nicht berücksichtigt. Das Ergebnis ist immer der Neubau von Straßen und die Versiegelung von Flächen. Und diese Maßnahmen sind selten im Sinne der Umwelt und damit auch der Menschen.

JK
Referenznr.: 2019-04787