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Projektinformationen

Projektbeschreibung Reinickendorfer Stadtentwicklungspreis 2026

 

Seit 1992 gibt es in Reinickendorf den Bauherrenpreis. Alle zwei Jahre werden Bauprojekte ausgezeichnet, die besonders gut geplant und umgesetzt wurden und die die Stadt positiv verändern.

Ab 2024 heißt der Preis „Reinickendorfer Stadtentwicklungspreis“. Der neue Name passt besser, weil es nicht mehr nur um die Bauherren und einzelne Bauprojekte geht, sondern um die nachhaltige und integrative Stadtentwicklung im Bezirk.

Das Thema für den Stadtentwicklungspreis im Jahr 2026 lautet: „Vom Bestandsbau zum Zukunftsort“

Bürgerinnen und Bürger haben ihre Lieblingsprojekte eingereicht, die alte Gebäude neu beleben und Orte schaffen, an denen Geschichte, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft aufeinandertreffen.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit mitzubestimmen, welches Projekt den Publikumspreis gewinnen soll.

 

BREITENBACHSTRASSE 1 13509 BERLIN

 

Firmenzentrale der KORSCH AG

 

Firmenzentrale der KORSCH AG Umbau | Aufbau | Weiterbau

Fertigstellung 2021 | Baujahr: 1990er Jahre | Bauherr*in: KORSCH AG | Planer*innenteam: bfstudio Partnerschaft von Architekten mbB Benita Braun-Feldweg & Matthias Muffert

 

Das Vorhaben

Firmenzentrale der KORSCH AG

Das Maschinenbauunternehmen KORSCH AG mit Sitz in Berlin-Reinickendorf ist ein weltweit führender Hersteller von Tablettiermaschinen für die pharmazeutische und nicht-pharmazeutische Industrie. Der Standort befindet sich in einem heterogenen städtischen Umfeld aus Industrie, Wohnbebauung und Kleingärten. Das Bestandsgebäude aus den 1990er Jahren wurde durch zusätzliche Volumina um-, auf- und weitergebaut. Die Firmenzentrale verfügt jetzt über einen repräsentativen Eingang, Erholungsbereiche für Mitarbeitende und bildet den Auftakt für den entstehenden KORSCH Campus. Dabei konnten die Nutzflächen nahezu verdoppelt und vollständig barrierefrei gestaltet werden. Der Bestand wurde energetisch sowie brandschutz- und schallschutztechnisch saniert. Eine neue (Um-)Hüllung verbindet Alt und Neu zu einem Ganzen. Die moderne Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium schafft eine einheitliche Gestal tung. Großzügige Verglasungen mit außenliegendem Sonnenschutz sowie ergänzende akustische Maßnahmen ermöglichen flexible und helle Büro- und Besprechungsräume. Die Erschließung wurde durch einen neuen Eingangsbereich, optimierte Wegeführungen und die Erweiterung des Aufzugs bis ins Staffelgeschoss verbessert und dadurch die durchgängige Barrierefreiheit gewährleistet. Die Außenanlagen wurden nachhaltig gestaltet, unter anderem durch Versickerungsmulden und Regenwassernutzung. Der Umgang mit der Bestandsstruktur erfolgte ressourcenschonend: Die vorhandene Mauerwerksfassade blieb weitgehend erhalten. Durch die Nutzung grauer Energie, recyclingfähiger Materialien und die Reduktion des Primärenergiebedarfs entstand ein nachhaltiges Gebäude. Als sogenannter „Hidden Champion“ plant die KORSCH AG gegenwärtig die Montagehalle „KORSCH Future“ für Ausbildung, Co-Working und Veranstaltungen. Perspektivisch ist ein urbaner KORSCH Campus im Sinne der „produktiven Stadt“ vorgesehen, der Arbeiten, Produktion und Forschung miteinander verbindet.

 

Firmenzentrale der KORSCH AG

 

ALT-HEILIGENSEE 8 13503 BERLIN

Generationen-Campus in Berlin-Heiligensee

Generationen-Campus in Berlin-Heiligensee 

Fertigstellung 2025 | Baujahr: 1897 | Bauherr*in: Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG | Planer*innenteam: Abeln Architekten+Ingenieure

 

Das Vorhaben 

Das Vorhaben befindet sich im Ortskern Heiligensee in unmittelbarer Nähe des Dorfangers im Bezirk Reinickendorf innerhalb zweier Denkmalbereiche, die als Gesamtanlage sowie Ensemble in der Denkmalliste Berlin eingetragen sind. Die Altbauten wurden im Jahre 1897 als Küsterhaus und Stallgebäude angrenzend an das Schulhaus errichtet. In der Vergangenheit entstandene bauliche Ergänzungen wurden zurückgebaut, so dass das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder hergestellt ist.Generationen-Campus in Berlin-Heiligensee

Die noch vorhandene bauliche Substanz wurde denkmalgerecht saniert. Stark geschädigte Bauteile, wie Konstruktionshölzer der Decken-/Dachkonstruktionen, wurden substanzschonend erneuert. Bauzeittypische Bauelemente wie die original erhaltenen Stallfenster wurden restauriert. Der historische Dielenboden im ehema ligen Küsterhaus wurde erhalten. Das ehemalige Stallgebäude wurde umgebaut und mittels eines Holz-Glas-Bau körpers an den im hinteren Grundstücksbereich entstandenen zweigeschossigen Neubau angebunden. Der Neubau hat in Anlehnung an die Baukörperstruktur der umliegenden Gebäude ein mit roten Tondachziegeln eingedecktes Satteldach erhalten. Er fügt sich damit in die vorhandene städtebauliche Struktur ein. Die Au ßenhülle wurde verklinkert. An diesem Ort entstanden eine Kindertagesstätte mit 60 Plätzen sowie eine Ta gespflege mit 16 Plätzen für Senior:innen. Jung und Alt sollen miteinander Zeit verbringen. Das ehemalige Küsterhaus wird für den Kitabereich genutzt. Im Erdge schoss des Neubaus wurden die Räume für die Tagespflege geplant. Im Ober- und Dachgeschoss wurden weitere Kitaräume angeordnet. Im ehemaligen Stallgebäude wurden Nebenräume untergebracht. Die Erschließung erfolgt von der Straße Alt-Heiligensee fußläufig über einen befestigten Weg am Giebel des Altbaus neben der abgegrenzten Zufahrt der Tagespflege vorbei in den Innenhof. Von hier werden die Kitabereiche im Altbau und Neubau sowie die Tagespflege erschlossen. Im hinteren Bereich befindet sich ein gemeinsamer Garten.

Generationen-Campus in Berlin-Heiligensee

 

 

 

RUPPINER CHAUSSEE 143 13503 BERLIN

 

Kita Igelkinder

Kita Igelkinder

Fertigstellung 2024 | Baujahr: 1876 | Bauherr*in: Martina Heimann | Planer*innenteam: STATION Architektur

Das Vorhaben 

Kita Igelkinder

Das denkmalgeschützte Objekt liegt in einer 30er Zone, in einem verkehrsberuhigten Bereich im Tegeler Forst. Das Fachwerkhaus wurde 1911 erbaut und mit dem Nebengebäude als Restaurant Sommerlust 1939 ausgebaut und als Kegelbahn genutzt. Nach jahrelangem Leerstand begann 2022 das Vorhaben mit dem Träger Kindergartenmanufaktur gUg und dem BA Reinickendorf das Objekt als Kindergarten nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben auszubauen. Das Objekt wurde in seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten und um einen Raum angebaut. Das Mansardendach wurde mit Kunststeinschindeln eingedeckt und die Fenster wurden in enger Anlehnung an die Bestandsfenster konstruiert und erneuert und somit optisch erhalten. Zwei der Fenster wurden erhalten und aufgearbeitet. Intakte historische Baumaterialien wurden wiederverwendet. Die Außenfassade aufgearbeitet und farblich wiederhergestellt. Es wurde eine Holzterrasse an das Gebäude gebaut und ein naturnaher Außenbereich mit Spielelementen und Buddelbereich aus Holzbalken für die Kinder geschaffen. Seit dem 03.01.2024 wird das Objekt als Kindergarten mit einer Betriebserlaubnis für 39 Kinder durch den Träger Kindergartenmanufaktur gUG betrieben.

Kita Igelkinder

 

SPIESSERGASSE 16 13503 BERLIN

Bild Siedlungsbungalow

 

Modernes Wohnen in alter Substanz: Ressourcenschonende Erweiterung eines Siedlungsbungalows 

Fertigstellung 2023 | Baujahr: 1965 | Bauherr*in: Privat | Planer*innenteam: Marc Hensel (CAMA A)

 

Das Vorhaben 

Das Projekt transformiert einen Bungalow der 1960er Jahre. Inmitten der gewachsenen Einfamilienhausstruktur wurde statt eines Abrisses ein konsequent ressourcenschonender Umbau für eine fünfköpfige Familie realisiert. Das Vorhaben wahrt den Siedlungscharakter und dient als vorbildliches Modell für nachhaltige Nach Verdichtung sowie Aktivierung von Flächenpotenzialen im Bestand. 

Bild Siedlungsbungalow

Durch Rückbau des Pultdaches und eine teilweise Aufstockung in leichter Holz rahmenbauweise wurde die Bruttogrundfläche auf 350 qm erweitert. Der ehemals kleinteilige Grundriss wurde entkernt, um eine offene Raumfolge mit fließenden Übergängen zu schaffen. Ein zentrales Gestaltungselement ist die sichtbare Bal kendecke – grün lackierte Stahlträger und Holzbalken bilden einen markanten Kontrast zum weißen Interieur. Maßgeschneiderte Einbaumöbel und Wandverklei dungen aus weißlackierten Holzpaneelen verbinden die Räume und integrieren Garderobe, Treppenaufgang sowie die Kücheninsel zu einer gestalterischen und funktionalen Einheit. Eine raumbreite Falt-Schiebefassade löst die Grenze zwischen Innen und Außen auf & verbindet den Wohnraum schwellenlos mit der Terrasse und dem Garten. Straßenseitig fungiert ein großes, tiefes Sitznischen-Fenster als kommunikatives Element, das den Dialog mit dem Quartier sucht, den Vorgarten einsehbar macht und im Innenraum einen hochwertigen Rückzugsort bietet. Erhalt der massiven Bausubstanz (Mauerwerk/Keller) sicherte die „graue Energie“. 

Bild Siedlungsbungalow

 

Die energetische Sanierung der Gebäudehülle und der Verzicht auf fossile Brennstoffe transformierten das Haus in ein regeneratives Gesamtsystem: 

Eine moderne Holzpelletheizung kombiniert mit Solarthermie sowie eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher decken den Energiebedarf nachhaltig. Die Aufstockung als Holz-Leichtbau ermöglichte den signifikanten Flächengewinn ohne statische Überlastung des Bestands – ein wegweisendes Best-Practice-Beispiel für den zukunftsfähigen Umbau in Berlin.

GRUSSDORFSTRASSE 3 13507 BERLIN

Bild Postwerk

 

Postwerk 

Fertigstellung 2021 | Baujahr: 1898/1913 | Bauherr*in: GW Grußdorfstraße GmbH & Co. KG | Planer*innenteam: &MICA

 

Das Vorhaben

Das POSTWERK in der Grußdorfstraße 3 steht exemplarisch für eine gelungene Transformation eines ehemals monofunktionalen Postgebäudes in ein lebendiges, gemischt genutztes Quartier mit hoher städtebaulicher Qualität. In unmittelbarer Nähe zur U- und S-Bahn sowie eingebettet in ein urbanes Umfeld verbindet das Projekt historische Identität mit zukunftsorientierter Nutzung. Die architektonische Konzeption basiert auf dem Zusammenspiel von denkmalge schütztem Altbau und einem modernen Holzhybrid-Neubau. Während der Bestand behutsam revitalisiert wurde und seine charakteristische Fassadenstruktur bewahrt, setzt der Neubau einen klaren, nachhaltigen Akzent, insbesondere mit der schwar zen Holzfassade. Herzstück des Nutzungskonzepts ist BEYDES – ein innovativer Coworking- und Begegnungsraum, der als „New Working Culture Creator“ flexible Arbeitswelten, Veranstaltungsflächen und kreative Kollaboration vereint. Ergänzt wird dies durch Büro-, Dienstleistungs- und Community-orientierte Nutzungen, die eine hohe Aufenthaltsqualität und soziale Durchmischung fördern. Die Erschließung folgt einem klaren, nutzerfreundlichen Prinzip: getrennte Zugänge für unterschiedliche Nutzungseinheiten ermöglichen sowohl Öffentlichkeit als auch Rückzug. 

Bild Postwerk

Die Freianlagen wurden als verbindendes Element gestaltet – mit Aufenthaltszonen, Begrünung und Kommunikationsflächen, die den Austausch zwischen den Nutzern fördern und gleichzeitig zur ökologischen Aufwertung beitragen. Ein besonderer Fokus lag auf dem sensiblen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Der denkmalgeschützte Altbau wurde nicht nur erhalten, sondern in seiner Identität gestärkt und funktional in die neue Nutzung überführt. Historische Elemente wurden sichtbar belassen und mit zeitgemäßen Anforderungen an Energieeffizienz und Komfort in Einklang gebracht. So entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft – ein Beispiel dafür, wie Bestand als Ressource verstanden und nachhaltig weiterentwickelt werden kann.

Bild Postwerk

 

WAIDMANNSLUSTER DAMM 155, 13469 BERLIN

Bild „Villa Herbert“

 

„Villa Herbert“

Fertigstellung 2013 | Baujahr: 1906–1907 | Bauherr*in: Arbenus Immobilien GmbH | Planer*innenteam: Planungsbüro Sensoy

Bild „Villa Herbert“

 

Das Vorhaben 

Nach mehreren Umnutzungen stand das Gebäude jahrelang leer. Das bestehende denkmalgeschützte Wohngebäude Waidmannsluster Damm 155 wurde 1906–07 von dem Architekten Ernst Busse als „Villa Herbert“ errichtet.

Bild „Villa Herbert“ 

Es besteht aus einem Kellergeschoss, dem Erdgeschoss, zwei Obergeschossen, dem Dachgeschoss 1 und dem Dachgeschoss 2. Ursprünglich befanden sich in dem Gebäude drei großbürgerliche Wohnungen, die jeweils eine ganze Etage beanspruchten.

Bild „Villa Herbert“

 

 

ERNSTSTRASSE 78 13509 BERLIN

Bild Kindertagesstätte

 

Umbau, Sanierung und Erweiterung der bestehenden Kindertagesstätte

Fertigstellung 2024 | Baujahr Bestand: Altbau 1960, 1. Erweiterung 1985, energetische Sanierung Altbau 2012 | Bauherrin: Kindertagesstätten Nordwest, Eigenbetrieb von Berlin | Planerinnenteam: Dipl. Ing. FH Architekt Glenn Goldhammer

 

Das Vorhaben

Das eingeschossige Gebäude der bestehenden Kita befindet sich in Borsigwalde, freistehend auf einem Gartengrundstück. 

 

Die durchgeführten Maßnahmen betreffen sowohl das Innere als auch das Äußere des Gebäudes und gliedern sich in der Hauptsache in drei Bereiche: Bauteil 1: Die innenräumliche Sanierung des 1960 errichteten und 2012 energetisch sanierten, südlichen Gebäudeteils. Bild Kindertagesstätte

Hier wurden sämtliche Boden- und Deckenbeläge erneuert, die Sanitärräume komplett saniert, die Personal- und Bürobereiche neu organisiert. Die flurtrennenden Türen wurden gegen geeignete, feuerhemmende Glastüren getauscht. Vor den Gruppenräumen dieses Gebäudeteils wurden Markisen als Sonnenschutz montiert. Bauteil 2: Die energetische Vollsanierung des 1985 errichteten, nördlichen Gebäudeteils. Der nördliche Gebäudeteil, bestehend aus zwei Gebäudekuben und einem verglasten Verbindungsgang, der den nördlichen Gebäudeteil mit dem südlichen verbindet, wurde vollständig entkernt und saniert. Es wurden zwei neue Ausgänge geschaffen, um die Rettungswegssituation dieses Gebäudeteils zu verbessern. Die bestehenden Dächer der beiden Gebäudekuben aus Wellasbest wurden gegen gedämmte Bitumenpultdächer ausgetauscht, die Fassaden gedämmt, die Fenster getauscht und mit außenliegenden Raffstoren als Sonnenschutz versehen. Der Keller wird außenseitig abgedichtet. Innen wurde der Gebäudeteil vollständig entkernt und neu hergestellt. Hier entstanden ein Gruppenraum mit Kinderküche, ein Sanitärraum, ein Personalraum, ein Personalarbeitsraum und ein Behinderten-WC. Bauteil 3: Errichtung eines eingeschossigen Anbaus, straßenseitig vor dem Glasgang. 

Bild Kindertagesstätte

Zur Kompensation von durch den Bestandsumbau entfallenden Kita-Plätzen wurde in der Gebäudelücke vor dem Glasgang zur Ernststraße ein eingeschossiger Anbau errichtet. In dem Anbau entstanden zwei Gruppenräume und ein Sanitärbereich. Alle Räume werden vom bestehenden Flur / Glasgang aus erschlossen und haben auf der Straßenseite einen ebenerdigen Ausgang ins Freie.

Bild Kindertagesstätte

 

GESELLSCHAFTSTRASSE 35 13409 BERLIN

Bild Gesellschaftstrasse 35

 

Fertigstellung 2026 | Baujahr Bestand: 1874 | Bauherrin: Junko Okada und Christian Garrecht | Planerinnenteam: Christian Garrecht

 

Das Vorhaben 

Das Wohnhaus liegt im historischen Lettekiez in Berlin-Reinickendorf, einem Gebiet mit vereinzelt kleinteiligen, Cottage ähnlichen Häusern aus den 1870er-Jahren. Es ist Teil der kleinen Lettekolonie, deren ursprüngliche Struktur heute nur noch in Resten erhalten ist. Das Gebäude grenzt östlich an ein mehrgeschossiges Wohnhaus und westlich an eine Garage; der Zugang erfolgt über den straßenseitigen Vorgarten. Die Sanierung stärkt die Einbindung in das denkmalgeschützte Umfeld durch die Wiederherstellung historischer Proportionen und Materialien.

Bild Gesellschaftstrasse 35 

Das Haus wurde 1924 und 1934 erweitert. Die Sanierung verfolgt das Ziel eines Effizienzhaus Denkmals, das historische Substanz bewahrt und energetisch ertüchtigt. Minderwertige WDVS-Schichten wurden entfernt und durch neue Kalkputzfassaden ersetzt. Die Außenwände erhielten eine innenseitige Dämmung. Neue Holzfenster entsprechen der ursprünglichen Aufteilung; die historischen Fenstersturzhöhen an der Hauptfassade wurden wiederhergestellt. Die Nutzung bleibt ein zweigeschossiges Wohnhaus, ergänzt durch moderne Haustechnik wie eine Wärmepumpe. Die Erschließung erfolgt weiterhin über den öffentlichen Vorgarten. Die Freianlagen wurden neu geordnet: Erhalt des Maschendrahtzauns, Neupflanzung von Obstbäumen und Feijoa, versickerungsfähiger Schotter vor der Garage sowie eine kleine Holzterrasse als Aufenthaltsbereich. Die Sanierung folgt dem Prinzip Erhalten, Reparieren und Ergänzen. Ziegelmau erwerk, Fachwerk und Dachtragwerk bleiben bestehen; nur geschädigte Bereiche wurden repariert. Nicht originale Bauteile wie spätere Außentreppen oder Kunst harzputzschichten wurden entfernt. Historische Elemente wie Fensteröffnungen, Sturzlagen und Traufausbildungen wurden rekonstruiert. Die ursprünglichen Innenwandflächen erhielten Kalkputz, neue Wände und Decken wurden weiß gestrichen.

Bild Gesellschaftstrasse 35

 

 

 

ZERNDORFER WEG 51 13465 BERLIN

Bild Umbau und Erweiterung Einfamilienhaus

Umbau und Erweiterung Einfamilienhaus 

Fertigstellung 2025 | Baujahr Bestand: 1928 | Bauherrin: Dr. Sophia und Dr. Alexander Baur | Planerinnenteam: B4 Architektur UG, Kathleen Cerrada, Ingeborg Blang, Alexandra Thom, Lutz Rudolph

 

Das Vorhaben

Ein Paar mit einem jungen Sohn möchte aus Berlin-Mitte in die Gartenstadt Frohnau ziehen und verliebt sich in ein leerstehendes Fachwerkhaus im Zerndorfer Weg. Das Architekten*innenteam wird beauftragt, die Grundstruktur und Fassadenansicht zu erhalten und behutsam weiter zu entwickeln.

Bild Umbau und Erweiterung Einfamilienhaus

Das Haus wird zum Garten um einen eingeschossigen Anbau in Holzbauweise er weitert, der die Farbigkeit des Fachwerks in der Frontfassade aufnimmt. Es entsteht ein großzügiger durchgängiger Wohn-Ess-Küchenbereich, dazu Diele mit Gäste-WC und ein kleines Büro für das Homeoffice. Im OG werden Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bäder durch große Gauben gut belichtet. In beiden Geschossen bleibt die historische Struktur des Gebäudes nach außen sichtbar, im Inneren entstehen großzügige Zimmer mit guter Belichtung und Ausblicken in den Garten.Bild Umbau und Erweiterung Einfamilienhaus  

Historisch wurden große Teile des Grundstücks von der Zufahrt zur Garage im Keller mit einer Zufahrt seitlich des Gebäudes und einer Schleife durch den Hintergarten bestimmt. Nach dem Umbau öffnet sich der eingeschossige Anbau zum neu gestal teten Garten mit großem Sitzplatz hinter dem Haus. Wichtig war es der Bauherrschaft und dem Planer*innenteam die Bausubstanz soweit wie möglich zu erhalten und weiter zu nutzen. Beschädigte Holzbau teile werden ersetzt oder verstärkt. Energetisch wird die Ölheizung durch eine Luft-Wärmepumpe ersetzt. Die historische Ansicht des Gebäudes bleibt erhalten und zum Garten modern erweitert.

Bild Umbau und Erweiterung Einfamilienhaus

 

 

AM WALDPARK 14 13467 BERLIN

Bild Sanierung einer denkmalgeschützten Villa

Umbau und Sanierung einer denkmalgeschützten Villa 

Fertigstellung 2021 | Baujahr Bestand: 1909–1910 | Bauherrin: Fr. Monika Fiebich | Planerinnenteam: Tomm + Putschke Architekten PartGmbB

Das Vorhaben 

Die Bauaufgabe bestand in dem Umbau und der Sanierung eines denkmalgeschützten Wohnhauses unter Würdigung des ursprünglichen Charakters und Errichtung von modernem Wohnraum. Zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum wurde der Dachboden zu Wohnzwecken ausgebaut.

 Bild Sanierung einer denkmalgeschützten Villa

Als Vertreter der „gemäßigten Moderne“ hat der Architekt Heinrich Straumer das Landhaus im Jahr 1909–1910 in dem Berliner Villen- und Wohnvorort Hermsdorf er richtet. Die nähere Umgebung ist geprägt durch den nahegelegenen Waldsee, die großzügige Grünanlage mit einer zweigeteilten Anliegerstraße und schlicht- bis edlen Villen mit gärtnerisch angelegten Grundstücken und aufwändig gestalteten Vorgärten. Die planerische Herausforderung bestand darin, den ursprünglichen Charakter des Baudenkmals wiederzubeleben und bauliche Veränderungen, die im Laufe der Zeit das Gebäude von seiner architektonischen Bestimmung entfremdet hatten, behutsam zurückzubauen. Der nicht bauzeitliche, wuchtig wirkende Balkonanbau auf der Nordseite und die dicht an der vorderen Gebäudeecke platzierte, störend wirkende Garage wurden abgerissen. Besondere Bedeutung für die von Heinrich Straumer typische, moderne Architektursprache hatte die Gestaltung der giebelständigen Fassaden mit dem Verzicht auf einen Dachüberstand an den Ortgängen. Trotz der energetischen Dachsanierung und der Etablierung einer Wohnebene im Dachraum ist es gelungen, die prägende Erscheinung der drei vorhandenen Giebel in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Es kamen denkmalgerechte, rote Dachziegel und vertieft eingebaute Dachflächenfenster zum Einsatz. Die Fassaden wurden putztechnisch instandgesetzt, auf eine Wärmedämmung konnte aufgrund des zweischaligen Ziegelmauerwerks verzichtet werden. Es wurden neue, denkmalgerechte Holzfenster mit der ursprünglichen Aufteilung und glasteilenden Sprossen eingebaut. Zur Wiederbelebung der ursprünglichen Erscheinungsform trugen die bauzeitlich nachempfundenen Holz-Fensterläden

 

Bild Sanierung einer denkmalgeschützten Villa

 

 

WILHELMSRUHER DAMM 142 13439 BERLIN

Bild: Umnutzung der ehemaligen Gesobau-Hauptverwaltung

Gewerbe wird Wohnen: WHG 980 Seniorenwohnen, Umnutzung der ehemaligen Gesobau-Hauptverwaltung in Wohnen 

Fertigstellung 2023 | Baujahr Bestand: 1970 | Bauherrin: Gesobau AG | Planerinnenteam: Bestandsbau: Waldemar Poreike, Umbau: Anne-Lampen-Architekten und SPP Planungsgesellschaft mbH

Das Vorhaben 

Das Gebäude liegt im Zentrum des Märkischen Viertels. Östlich angrenzend befindet sich das Einkaufszentrum, westlich die denkmalgeschützte kath. Kirche St. Martin von Architekt Werner Düttmann. Im Süden liegt der Wilhelmsruher Damm, im Norden der ehemalige Marktplatz mit Schwimmbad und Fontanehaus. Das Bestandsgebäude wurde 1970 als Verwaltungsgebäude der GESOBAU AG mit zusätzlich 8 Wohnungen (Maisonetten) und 4 Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss von Architekt Waldemar Poreike errichtet.Bild: Umnutzung der ehemaligen Gesobau-Hauptverwaltung 

Nachdem die GESOBAU AG 2019 in ihre neue Zentrale gezogen war, sollte hier Seniorenwohnen entstehen. In der vergleichenden Betrachtung von Abriss und Neubau gegenüber Reuse / Umnutzung des Bestandsgebäudes schnitt die Umnutzung bezogen auf Errichtungszeit, Genehmigungsfähigkeit und Kosten deutlich besser ab. Außerdem war es den Architekten und der Bauherrin ein Anliegen, dieses ikonische, für das Märkische Viertel bedeutende Gebäude zu erhalten. Der Bestandsrohbau wurde zu 72 Wohnungen mit Balkon, Loggia oder Terrasse mit 4.500 m² Wohnfläche und 1.250 m² Gewerbe im EG umgebaut. Die Bestandswohnungen im nördlichen Teil des Gebäudes blieben erhalten. Die Wohnungen haben 1–5 Zimmer / 35–138 m² (Maisonette), im Erdgeschoss befinden sich mehrere Gewerbeeinheiten. Das Gebäude wurde im Energiestandard KfW 100 modernisiert. Die Erschließung wurde in wesentlichen Teilen weitergenutzt. Der Bestandsrohbau blieb trotz seiner großen Geschosshöhe und Gebäudetiefe weitestgehend erhalten. Dies war eine große Herausforderung für die Umwandlung in Wohnraum.

Bild: Umnutzung der ehemaligen Gesobau-Hauptverwaltung

Die Fassadenebene wurde nach innen zurückgesetzt, um Balkone/Loggien und Terrassen zu erzeugen. Die tiefen innenliegenden Flächen an den Erschließungsfluren wurden zu Abstellräumen als Kellerersatzräume umgebaut. Quellenverweise: Gesobau AG; Stefan Müller, Thomas Bruns Mit den neuen Loggiabändern und der neuen Farbgebung, insbesondere durch die Sonnenschutzelemente, hat das Gebäude eine zeitgemäße Erscheinung bekommen, ohne seine ursprüngliche „dampferähnliche“ Anmutung zu verlieren.

 

Bild: Umnutzung der ehemaligen Gesobau-Hauptverwaltung

 

 

ZABEL-KRÜGER-DAMM 155A 13469 BERLIN

Bild Einfamilienhaus

Umbau und Erweiterung eines Einfamilienhauses 

Fertigstellung 2024 | Baujahr Bestand: 1974 | Bauherrin: Eva Seibert und Pit Arens | Planerinnenteam: Eva Seibert & Pit Arens, Fichert/Müller Architekten

Das Vorhaben 

Im Ortsteil Lübars befindet sich ein großes Gebiet mit Einfamilienhäusern. Während in der 1. Reihe z. T. denkmalgeschützte Doppelhäuser aus den 30ern das Straßenbild prägen, befinden sich dahinter weitere Häuser, wie dieses, in den 70ern in der damals typischen Holzständerbauweise gebaut, deren Baustoffe sich als sehr schadstoffreich herausstellten. Das war der Grund, diese Bausubstanz abzutragen und auf den vorhandenen Betonkeller ein Holzhaus zu errichten, das ökologischen Ansprüchen und energetischen Standards entspricht. Das Massivholzhaus der Fa. Brunthaler erfüllt dies und das Konzept eines Einofenhauses (beheizt mit Stückholz in einem zentral gelegenen Lehmofen mit großer Speichermasse) kombiniert mit einer Warmwasserwärmepumpe und einer PV-Anlage plus Batteriespeicher ist ein technikarmes und sparsames Energiekonzept, das sich im vergangenen kalten Winter bewährt hat. Bild Einfamilienhaus

Der Keller wurde im Frostbereich gedämmt und bleibt unbeheizt – architektonisch gibt er den Grundriss vor: Drei unterschiedlich hohe Baukörper mit (Falzblech gedeckten) Pultdächern scheinen sich, von außen gesehen, ineinander zu schieben und ergeben von innen gesehen eine drehende Bewegung nach oben. Für die Wärmeverteilung im ganzen Haus durch Strahlungs- und Konvektionswärme ist dieses offene Raumkonzept förderlich: Über eine offene Treppe und die Galerie sind die verschiedenen Ebenen verbunden, die Wohnbereiche sind dennoch getrennt. Die schräge Ausrichtung mehrerer Innenwände sowie der Treppe bricht den rechten Winkel des Grundrisses auf und schafft großzügige Sichtachsen. Abgetrennte Räume sind Atelier und Schlafzimmer, die etwas kühler sein dürfen. Große Fenster (mit Sonnenschutzrollos) sorgen für viel Licht im Haus. Die Außenanlage wurde (wegen anders positionierter Eingänge) teilweise neu konzipiert und mit Stauden und Obstbäumen artenreich bepflanzt. Bei Innenausbau und Außenanlage wurden gebrauchte/historische Baumaterialien wiederverwendet, z. B. alte Holztüren.

Bild Einfamilienhaus

 

 

 

Kontaktinformation

Verantwortliche Stelle

Bezirksamt Reinickendorf

Eichborndamm 215
13437 Berlin

Webseite: https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/