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B) Geplante Maßnahmenpakete für den Maßnahmenkatalog

Im Austausch mit Akteur:innen vor Ort, den verschiedenen Fachämtern des Bezirks Mitte sowie in Folge einer intensiven Recherche wurden bereits erste Maßnahmenpakete ausgearbeitet. Im Rahmen eines Maßnahmenkatalogs sollen sie als Inspirationsquelle und Umsetzungshilfe für lokal angepasste Maßnahmen im Quartier Pankstraße angeboten werden. Hier können Sie die geplanten Maßnahmenpakete kommentieren.

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Die Maßnahmenpakete sowie Ihre Kommentare fließen in das Quartierskonzept bzw. den Maßnahmenkatalog mit ein.

Maßnahmenpakete

GRÜN BRAUCHT BLAU

Die niedrigschwellige Installation von Regentonnen, die das Regenwasser der Gebäudedächer über die Fallrohre sammeln, kann einen kleinen Beitrag zur Überschwemmungsprävention leisten. In erster Linie stellt es aber Wasser zum Gießen der Hofvegetation und ggf. Hochbeeten oder Straßenbäumen bereit.   Über ein Regendieb wird Regenwasser direkt aus einem Fallrohr in eine Regentonne weitergeleitet und dort gespeichert. Die Umsetzung ist niedrigschwellig, kostengünstig und effektiv, muss aber immer in Kooperation mit der Hausverwaltung und der Hausgemeinschaft erfolgen.

GIBTS DAS AUCH IN GRÜN

Begrünte Fassaden übernehmen als naturfreundliche Gestaltungselemente eine wichtige Kühlungsfunktion der Innen- sowie Außenkühlung durch Verdunstungsleistung. Die organische Gebäudehüllen binden Feinstaub und CO2 und bieten zusätzlichen Lebensraum für Flora und Fauna.   Die verschiedenen boden- und wandgebundenen Begrünungstechniken können auf bautechnische Unterschiede reagieren, stehen in geringer Konkurrenz zu anderen Nutzungen und verbrauchen nahezu keine zusätzlichen Bodenflächen.  Die vielen freien Brandschutzwände im Quartier bieten eine besondere Chance zur Umsetzung.

KLIMABÄUME

Viele Berliner Stadtbäume mussten in den letzten Jahren aufgrund von Krankheiten, Schädlingsbefall, Verletzungen oder Umbaumaßnahmen gefällt werden. Mit dem Verlust der Straßenbäume geht nicht nur ein Stück urbane Lebensqualität verloren, sondern auch Schattenräume, Lebensräume und Luft- und Lärmfilter.   Mithilfe von Patenschaftsprogrammen kann die Neupflanzung von Stadtbäumen mitfinanziert und die Pflege sowie die Begrünung der Baumscheiben unterstützt werden. Das stärkt insbesondere das Klima sowie das Mikroklima, aber auch die Identifikation mit dem Quartier.

KIEZWALD

Der stark versiegelte urbane Raum erschwert die Aufzucht und Pflege von biodiversem Stadtgrün. Nach der Miyawaki-Methode wird unter Beteiligung der Nachbarschaft Bäume und Sträucher dicht an dicht gepflanzt – schon nach wenigen Jahren kann so ein dichter „Miniwald“ auf kleinstem Raum heranwachsen, der als Kälteinsel für die Umgebung agiert, einen Schutzraum für Flora und Fauna bietet und einen Ort für Umweltbildung schafft.   Als mikroklimatisch hoch effektive, resiliente Transformationsorte bieten sich nicht nur öffentliche Nischen, sondern auch Hinterhöfe an. Als Begegnungsort kann der Kiezwald Schnittstelle zwischen Umweltschutz, Wissenschaft und Kunst sein.

KIEZBIENENWIESE

Im Quartier Pankstraße befinden sich viele Flächen, die als Straßenbegleitgrün bezeichnet werden und größtenteils mit Rasen gepflanzt sind. Das Anlegen von Wildblumenwiesen kann hingegen nicht nur die ökologische und mikroklimatische Funktion erhöhen, sondern reduziert auch den Wasserbedarf der Flächen und bietet vielfältigen Insekten Nahrung und ein Habitat.   Die Saat bzw. Pflanzung von Blumen, einjährigen Pflanzen und Stauden sollte gemeinsam mit Nachbar:innen und Einrichtungen erfolgen, die extensive Pflege obliegt aufgrund der Gefahr durch den nahen Verkehr dem Bezirk.

HIER PARKT DAS GRÜN

Die Straßenverkehrsflächen im Quartier sind nahezu komplett von parkenden Autos gesäumt. Ein Parklet ist eine (grüne) Erweiterung des öffentlichen Gehwegs, welche anstelle von Parkplatzflächen mehr Raum für Menschen, Pflanzen und Insekten bietet. Hier kann relativ kostengünstig Platz für Sitzflächen, Pflanzbeete, Tauschstationen, Witterungs- und Sonnenschutz oder Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden.   Eine kooperative Planung und Umsetzung schafft nicht nur Identifikation, sondern auch eine gestärkte Nachbarschaft mit einem grünen Treffpunkt auf der Straße.

POP-UP KLIMASTRASSE

Pop-Up Klimastraßen sind eine weitere Möglichkeit, um dem Klimawandel entgegen zu wirken und die Stadt zukunftsfähig zu gestalten: Versetzte Bäume begrünen die Straße, schaffen entsiegelte Flächen und beruhigen den Verkehr. Der gewonnene Straßenraum kann als Begegnungsort genutzt werden. Zudem nehmen Bäume CO2 auf, binden Feinstaub und spenden Schatten.   Die Maßnahme kann als Pilotprojekt sowohl kurzfristig (mobile Bäum-Module), als auch langfristig realisiert werden. Baumarten können dem Straßenbild entsprechend gewählt werden, die Instandhaltung ist niedrigschwellig sowie ressourcenarm. Eine kooperative Umsetzung kann zudem Identität stiften.

HITZERETTER

Oberflächen, wie Asphalt oder Beton, heizen sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark auf und erwärmen dann die Umgebung. Aber auch für Menschen, insbesondere sehr junge und alte, kann der Hitzestress erhebliche gesundheitliche Folgen haben.  Um sich vor Hitzestress zu schützen ist Schatten sehr effektiv. Konstruktionen mit schattenspendenden Rankpflanzen oder Sonnensegel können im Sommer ein starkes Aufheizen von Oberflächen verhindern und für ein angenehmes Mikroklima sorgen. Die Wahl der Verschattungselemente dabei muss stets in Abhängigkeit von den jeweiligen Ortsspezifika getroffen werden.

GRÜNPAUSE

Wartehäuschen an Bushaltestellen bieten in Städten Flächenpotenziale für Begrünung, die bisher nicht ausgeschöpft sind. Die Haltstellen befinden sich meist an viel befahrenen Straßen, wo die Luftqualität zu wünschen übrig lässt.   Durch die Bepflanzung ihrer Dächer können Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft gefiltert und Regenwasser aufgefangen werden. Durch die Transpiration der Pflanzen kann so auch ein kühlender Effekt erzielt werden. Zusätzlich können die Pflanzen als Nahrungsquelle für Insekten die Biodiversität fördern – die grünen Bushaltestellen werden zu Bienenhaltestellen.

KOOLE SCHULE

Das Grüne Klassenzimmer dient als alternativer Lernort für Kitas und Schulen. Es zeichnet sich durch eine individuelle, horizontale und vertikale Begrünung aus und ermöglicht verschiedene Unterrichtsformate im Freien. Das begrünbare Dach, die Pflanzkübel sowie die unmittelbare Umweltnähe bieten Raum für experimentelles Lernen.   Der Innenraum mit ca. 35m² kann mit einer großen Tafel und möglichen mobilen Sitzgelegenheiten für verschiedene Zwecke genutzt werden. An frischer Luft und „auf Straßenniveau“ können hier die Themen Klimawandel, Klimaanpassung und Umweltgerechtigkeit erlernt werden.

UNTERM PFLASTER LIEGT DAS GRÜN

Entsiegelte Flächen bieten ein sehr hohes Potenzial ihre Umgebung klimatisch zu verbessern. Auf versiegelten, wasserundurchlässigen Belägen fließt Regenwasser in die Kanalisation ab und kann nicht an der Oberfläche verdunsten. So geht einerseits der kühlende Verdunstungseffekt verloren und andererseits wird die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregenereignissen erhöht.   Über entsiegelte und bepflanzte Flächen wird Regenwasser gespeichert, versickert und verdunstet. Zudem können sie zur Anlage von Garten- und Aufenthaltsflächen für Hausgemeinschaften genutzt werden. So werden sie zu wichtigen Rückzugsorten an extrem heißen Tagen.

HALLO PANKE

Die Kanalisierung des Pankeufer innerhalb des Panke-Quartiers verwehrt nicht nur dem Menschen den Zugang zum Wasser, sondern verhindert auch die Nutzung des Ufers als Habitat für Fische und Amphibien. Die Schaffung solcher klimaresilienter Orte im stark urbanen Raum muss frühzeitig gewagt und getestet werden.  „Hallo Panke“ richtet sich an den Bezirk und schlägt die Umsetzung einer ersten Pilotmaßnahme vor, die den Nutzungskonflikt zwischen Renaturierung und Naturerfahrung verbindet. Auf einigen Metern wird die Ufermauer einseitig zurückgebaut, der Uferbereich naturnah gestaltet und teilweise mit einem Steg zum Verweilen überbaut.

KIEZWASSER

In der dicht bebauten Stadt entstehen im Sommer zunehmen „Hitzeinseln“. Öffentliche Trinkbrunnen mit kostenlosem Trinkwasser schaffen nicht nur einen Anreiz zum Füllen der eigenen Trinkflasche (Müllvermeidung), sondern bieten insbesondere an heißen Tagen niedrigschwellige Hydrierungsmöglichkeiten. Trinkwasserbrunnen sind somit ressourcensparend sowie klima- und umweltfreundlich.   In Berlin existieren bisher knapp 200 öffentliche Trinkbrunnen, die an das Frischwassernetz angeschlossen sind. Die Installation weiterer Trinkbrunnen wird insbesondere auf Grundstücken öffentlicher Einrichtungen und Institutionen empfohlen.

URBAN KOOLSPOT

Der „Urban Koolspot“ ist eine Skulptur, die Wasser speichert und zur aktiven Kühlung durch Verdunstung wieder an die Umgebung abgibt. Über Fallrohre wird Regenwasser zur Skulptur geleitet, das über die poröse Materialstruktur der Tonmodule aufgesogen und im Material verteilt wird (Kapillarwirkung). Die wärmere Umgebungsluft wird durch das langsam verdunstende Wasser gekühlt. An heißen Sommertagen trägt der Wind die feuchte Luft durch die Häuserschluchten und verbessert den thermischen Komfort der Nachbar:innen sowie der Flora und Fauna.   Eine Installation wird vornehmlich auf privaten Flächen und versiegelten Hinterhöfen empfohlen. Dabei kann in die Skulptur zugleich ein gemeinschaftliches Hochbeet integriert werden.