Kiezladen Dunckerstr. 14
- 9.600€
- Kiezladen Zusammenhalt, Dunckerstr. 14, 10437 Berlin
- Soziales
Im Jahr 1992 wurde ein Ladengeschäft in der Dunckerstraße 14 von einem Mitglied des Bürgerkomitees Helmholtzplatz angemietet. Mit der Vermieterin, der WiP (heute als Gewobag bekannt), wurde vertraglich vereinbart, dass die ehrenamtliche Arbeit im Rahmen der Sanierung der Ladenräume auf die Miete angerechnet wird. Daher konnte der Kiezladen die erste Zeit lang mietfrei genutzt werden. Die Betriebskosten trug der Bezirk. Mit der Auflösung des Sanierungsgebiets Helmholtzplatz, endeten Ende April 2015 auch die Zahlungen durch den Bezirk. Seit dem Mai 2015 trägt der als gemeinnützig anerkannte Kiezladen Zusammenhalt e.V. den Laden allein durch ehrenamtliches Engagement und finanziert die Ladenmiete ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Der Kiezladen ist ein Ort der Gemeinschaft und der gegenseitigen Unterstützung, dessen Wirkungsbereich weit über den Bezirk hinausreicht. Der Kiezladen engagiert sich gegen eine fortschreitende Vereinzelung und Konkurrenz und gegen die Verdrängung von sozial und finanziell Benachteiligten. Stattdessen arbeitet der Kiezladen entlang seiner Überzeugungen für ein neues Miteinander in den Hausgemeinschaften, in den Nachbarschaften, im Kiez und im Stadtteil. Durch das Angebot eines offenen Nachbarschaftstreffpunktes erhofft sich der Verein, dass Menschen, Nachbarn und Bürger sich im Kiezladen treffen, miteinander ins Gespräch kommen, sich solidarisieren, sich vernetzen und schließlich zusammen etwas bewegen.
Zahlreiche, kostenlose Angebote und die Offenheit gegenüber aktuellen Themen aus der Nachbarschaft machen den Kiezladen zu dem, was er ist: Ein unglaublich schätzenswerter Ort, in dem Ehrenamtliche Beachtliches leisten. Mit viel Herzblut wird im hinteren Raum eine Kleiderkammer betrieben - dieses Engagement ist nicht nur nachhaltig, sondern dient insbesondere der Unterstützung von Bedürftigen und Wohnungslosen. Das Angebot kostenloser Miet- und Sozialrechtsberatung ermöglicht Menschen eine qualifizierte Rechtsberatung unabhängig von deren finanziellen Mitteln. Sportliche Angebote wie Aikido, Yoga und Qigong sowie die Ausgabe von und die Aufklärung über gerettete Lebensmittel zieht Publikum unterschiedlicher Klientel an und verbindet. Darüber hinaus beheimatet der Kiezladen in seinen Räumen Gesangs-, Selbsthilfe- und Bezirksgruppen und schenkt diesen somit etwas, von dem es in unserer Stadt einfach zu wenig gibt: Platz sich zu entfalten.
Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich wieder gezeigt, wie wichtig ein solcher Ort für den Kiez und Berlin ist. Doch die Pandemie blieb nicht ohne Konsequenzen für den Kiezladen: Viele Angebote mussten ausgesetzt (z. B. Sport, Gesang und Bezirksgruppentreffen) oder reduziert werden (corona-konforme Beschränkung für Mietrechtsberatung und Kleiderkammer). So kommen immer weniger Spenden zusammen. Der gemeinnützige Kiezladen Zusammenhalt e.V. finanziert die Ladenmiete zzgl. Nebenkosten seit 2015 selbstständig - doch wie lange das noch funktioniert ist unklar. Ich wünsche mir daher, dass der Bürger/innenhaushalt von Pankow für einen Ort wie den Kiezladen in der Dunckerstraße einen Mietzuschuss beinhaltet.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Václav Havel)
Rückmeldung
Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr, liebe/r Pankower:in,
Sie haben in 2021 einen Vorschlag für den Pankower Bürger:innenhaushalt eingereicht.
Insgesamt sind 304 Vorschläge eingegangen, 85% der Vorschläge betreffen Verkehrswege, Mobilität, den öffentlichen Raum (inkl. Grünanlagen) und werden durch das Straßen- und Grünflächenamt bearbeitet.
Beginnend mit dem 18.05.2021 wurden die zuständigen Fachausschüsse der BVV laufend in Form von aufbereiteten Steckbriefen über die Bürger:innenvorschläge sowie die Einschätzung zur Umsetzbarkeit durch die zuständigen Fachämter informiert.
Auf dieser Grundlage wurde Ihr Vorschlag beraten.
Folgendes kann Ihnen nun zu dem Vorschlag mitgeteilt werden:
Vielen Dank für Ihren eingereichten Vorschlag.
Der Kiezladen führte im Vorfeld der Haushaltberatung 2020/2021 mit dem Amt für Soziales Gespräche über einen Mietkostenzuschuss. Im damaligen Bezirkshaushalt wurden für einen Mietkostenzuschuss Mittel zur Verfügung gestellt. Die Mittel wurden vom Kiezladen nicht beantragt.
Das Bezirksamt Pankon kann nur in der vom Gesetzgeber vorgegeben Form Mittel an Träger und Vereine vergeben. D.h. als Zuwendung basierend auf dem § 44 der Landeshaushaltsordnung (LHO). Zuwendungen sind gemäß § 23 LHO freiwillige Leistungen der öffentlichen Hand an Stellen außerhalb der Verwaltung. Sie werden vergeben, um bestimmte Zwecke zu erfüllen, an denen die zuwendungsgebende Stelle ein erhebliches Interesse hat und die ohne die Zuwendung nicht oder nicht in dem notwendigen Umfang befriedigt werden können.
Wir bitten den Kiezladen, wieder das Gespräch mit dem Amt für Soziales für den nächsten Doppelhaushalt zu suchen und im Anschluss einen Antrag auf eine Zuwendung zu stellen.
Link zum § 44 LHO:
https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-HOBE2009pP44
Ansprechpartner für Rückfragen:
Mathias.kraatz@ba-pankow.berlin.de
Mit besten Grüßen.
Bezirksamt Pankow
Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK)
www.berlin.de/pankow-spk