- Ort
- Wohnstadt Carl Legien, Prenzlauer Berg
- Laufzeit
- Januar 2026 - Dezember 2026
- Themen
- Stadtentwicklung; Umwelt & Grünflächen
- Kosten
- k.A.
- Art der Beteiligung
- Mitwirkung
- Referenznr.
- 2026-01406, bearbeitet am
Die Wohnstadt Carl Legien ist UNESCO-Welterbe und eine von sieben Berliner Siedlungen der Moderne. Sie steht damit unter Denkmalschutz und ist gleichzeitig ein Wohn- und Lebensraum, der an aktuelle Bedarfe und das Klima angepasst werden soll. 
C: guba+sgard
Worum geht es?
Für die Grün- und Freianlagen der Wohnstadt soll ein besonderer Pflegeplan (Denkmalpflegeplan) erstellt werden. Dieser Plan soll zeigen, wo es Probleme bei der Pflege, Instandsetzung und Erhaltung der Außenanlagen gibt und welche Maßnahmen nötig sind, um diese zu verbessern. Gleichzeitig brauchen die Freianlagen mehr Schutz vor den Folgen des Klimawandels, zum Beispiel vor Hitze oder starken Wetterereignissen. Der Denkmalpflegeplan soll deshalb eine gemeinsame Grundlage schaffen, damit Pflege, Instandsetzung und Erhalt der Anlagen gut organisiert werden können. Dabei sollen Denkmalschutz und Klimaanpassung zusammen gedacht und besser miteinander verbunden werden.
Dialogveranstaltung
Am Donnerstag, den 4. Juni 2026 lädt das Bezirksamt von Pankow Bewohner*innen der Wohnstadt Carl Legien zu einer Dialogveranstaltung ein. Neben Informationen zum Vorhaben gibt es im Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeit, in thematischen Gesprächsrunden Hinweise und Vorschläge zur Nutzung und Anpassung der Freiflächen einzubringen und diese mit Verantwortlichen zu diskutieren. Die Veranstaltung wird vom Büro Pankow beteiligt organisiert.
Antworten auf wichtige Fragen
Ein Denkmal kann unterschiedliche Formen haben: ein Wohnhaus, eine Fabrik, ein Krankenhaus, eine Brücke, ein Platzensemble, eine Straße mit historischer Bebauung, eine Gartenanlage oder auch ein archäologischer Fund. Entscheidend ist, dass seine Erhaltung aus historischen, künstlerischen, städtebaulichen oder wissenschaftlichen Gründen im öffentlichen Interesse liegt. Denkmale sind ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Sie machen sichtbar, wie Menschen früher gelebt und gearbeitet haben und mit welchen Materialien und Techniken gebaut wurde. Damit dieses Wissen und diese Zeugnisse der Vergangenheit erhalten bleiben, stehen Denkmale in Berlin unter dem besonderen Schutz des Denkmalschutzgesetzes.
Denkmale schützen heißt, unsere kulturelle Identität zu schützen und zu bewahren. Denkmale zu schützen bedeutet auch, Geschichte, Geschichten und Zeitgeist an authentischen Orten der Erinnerung lebendig zu halten. Und Denkmale zu schützen meint, die Kunstfertigkeit und kreative Kraft der Menschen zu bewahren.
Ein Denkmalpflegeplan ist ein Instrument der Denkmalpflege. Er ist eine Grundlage für Pflege und Erhalt von Denkmalen und soll:
- den Denkmalwert von Gebäuden, Ensembles, Freiräumen und historischen Strukturen nachvollziehbar darstellen,
- Erhaltungsziele definieren,
- als Grundlage für Abwägungen mit anderen fachlichen Belangen dienen,
- eine abgestimmte Entscheidungsgrundlage für Behörden, Eigentümer:innen und Planer:innen schaffen.
Ein Denkmalpflegeplan umfasst in der Regel folgende Aspekte:
- Erfassung und Darstellung der Entwicklungsgeschichte und des Bestandes durch Texte, Bilder und Karten.
- Analyse der Entwicklungsgeschichte und des Bestandes in Bezug auf den Zustand und Veränderungen der Anlage.
- Bewertung: denkmalpflegerische Bewertung der einzelnen Bestandteile der Anlage. Hier werden die denkmalwerten Teile der Anlage identifiziert und benannt.
- Denkmalpflegerische Zielplanung: Entwicklung eines Leitbilds für die Anlage und ihre Teilräume. Auf Basis dessen wird der Denkmalpflegeplan erstellt.
- Nutzungsanalyse: Wie wird der Denkmalbereich aktuell genutzt? Was sind absehbare zukünftige Nutzungen?
- Nutzungskonflikte: Welche Konflikte zwischen Nutzungen, Nutzungsanforderungen, Belangen der Akteure (Ämter, Anwohnende, Eigentümer) und der denkmalpflegerischen Zielplanung gibt es?
- Planerische Lösungen: Erarbeitung von planerischen und denkmalgerechten Lösungen und Maßnahmen für Nutzungsanforderungen und Belange.
Ein Denkmalpflegeplan ist ein Instrument der Denkmalpflege. Er lässt sich als Gebrauchsanleitung mit Zielen für zukünftige Maßnahmen verstehen. Er dient zudem der Verwaltungsvereinfachung zwischen der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt.
Die Wohnstadt Carl Legien entstand zwischen 1928 und 1930 und setzte neue Maßstäbe für den innerstädtischen sozialen Wohnungsbau in der Weimarer Republik und ist ein Musterbeispiel des Neuen Bauens in Berlin. Das Neue Bauen war eine avantgardistische Stilrichtung in der Architektur der 1920er und 1930er Jahre in Deutschland. Ihre Bauten waren betont sachlich und funktional konstruiert. Wirtschaftliche Krisen und ein starkes Bevölkerungswachstum Berlins erforderten neue Lösungen im Wohnungsbau. Die Wohnstadt war die planerische und architektonische Antwort des Architekten Bruno Tauts auf den stattfindenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruch. Bruno Taut spielte eine besondere Rolle bei der Beschaffung „gesunder Wohnungen zu angemessenen Preisen“. Im Gegensatz zu den damals üblichen Mietskasernen verfügten die Wohnungen der Wohnstadt Carl Legien über eigene Bäder, Küchen sowie Loggien bzw. Balkone. Zudem wurden sie durch großzügige umliegende Grünflächen ergänzt. Sie ist UNESCO-Welterbe und Teil der Siedlungen der Berliner Moderne, die allesamt eine Antwort auf die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg darstellen.
Die Ergebnisse des Denkmalpflegeplans werden in einer Broschüre zusammengefasst und veröffentlicht. Sie enthalten Ziele zum Umgang mit dem Denkmal und können künftige Genehmigungsverfahren erleichtern. Die Umsetzung möglicher Maßnahmen liegt bei der Deutsche Wohnen und dem Bezirksamt und ist von der Finanzierungslage abhängig.
Am 04.06.2026 findet eine Dialogveranstaltung für Anwohnerinnen der Wohnstadt sowie der Pufferzone statt. Auf der Veranstaltung wird es Informationen zum Prozess und aktuellen Stand der Erarbeitung des Denkmalpflegeplans geben. Die Wohnstadt wird aus Perspektive des Denkmalschutzes sowie der Klimaanpassung beleuchtet. Teilnehmende haben die Möglichkeit im Rahmen von Gesprächsrunden Hinweise zu verschiedenen Themen zu geben und in den Austausch mit dem beauftragten Büro, Vertreterinnen der Denkmalbehörden sowie der Eigentümerin zu gehen. Ende 2026 wird es eine Informationsveranstaltung geben. Auf dieser Veranstaltung wird über den aktuellen Stand des Denkmalpflegeplans berichtet. Darüber hinaus wird rückgemeldet werden, welche Aspekte aus der Beteiligung im Plan berücksichtigt werden.
Das Landesdenkmalamt Berlin (LDA) ist als Fachbehörde für alle Fachfragen der Bau-, Kunst-, Garten- und städtebaulichen Denkmalpflege sowie Archäologie zuständig. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks ist hingegen für den Vollzug des Denkmalschutzrechts vor Ort, die denkmalrechtliche Genehmigung von Maßnahmen, die Beratung der Eigentümerin sowie die Abwägung denkmalpflegerischer Belange im bezirklichen Kontext verantwortlich.
Das Büro guba&sgard ist mit der Erarbeitung des Denkmalpflegeplans beauftragt worden. Das Büro Pankow beteiligt wurde mit der Organisation des Beteiligungsverfahrens beauftragt.
Miteinbezogen in die Entwicklung des Plans sind zudem die Eigentümerin der Wohnstadt die Deutsche Wohnen sowie Anwohner*innen.

C: guba & sgard
C: guba & sgard
- Art der Beteiligung
-
Mitwirkung
Im Rahmen einer Dialogveranstaltung werden von Anwohnenden und Betroffenen Hinweise, Anregungen und Ideen gesammelt und diskutiert.
Kontaktinformation
Kontakt für Rückfragen
Landesdenkmalamt Berlin
Für Rückfragen zum Vorhaben:
Landesdenkmalamt Berlin
Abteilung Gartendenkmalpflege und Städtebauliche Denkmalpflege
Altes Stadthaus, Klosterstraße 47
10179 Berlin
leonie.glabau@lda.berlin.de
Für Rückfragen zur Veranstaltung:
Büro Pankow beteiligt
Dunckerstraße 59c
10439 Berlin
kontakt@pankow-beteiligt.berlin
(030) 89006775
https://www.pankow-beteiligt.berlin/
E-Mail: kontakt@pankow-beteiligt.berlin
Telefon: 030 8900 6775
Verantwortliche Stelle
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
Webseite: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/