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Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung

Die Arbeit fasst den Korridor der Schillingpromenade durch einen langgestreckten Teppich oder, besser gesagt, durch einen ‘Läufer’ zusammen. Übersetzt wird das Motiv in ein gepflastertes Netz und eine unregelmäßig gegliederte Abfolge aus Hochbeeten und Aufenthaltsinseln. Das Läufer-Motiv wird bewusst bis zur Holzmarktstraße herangeführt. Dagegen weicht es im Bereich der Karl-Marx-Allee etwas stärker zurück und reagiert damit auf das Entreé des Café Moskau und auf das Gegenüber des Kino International.

Die Promenade wird als Bewegungsraum durch drei grün-geprägte ‘Taschen’ begleitet, jeweils eingefasst durch einen Gehölzsaum. Im nördlichen Bereich ist die ‘Tasche’ als Aufenthaltsfläche konzipiert. Die Gliederung dieser Fläche berücksichtigt die bestehenden Sichtbeziehungen zum Kino International sowie den dahinter liegenden Eingang zum Rathaus Mitte. Die im südlichen Bereich liegenden ‘Taschen’ nehmen jeweils einen Spielplatz auf. Trotz unterschiedlicher Adressierung sind die beiden Spielplätze allerdings ähnlich organisiert.

Die beiden Motive ‘Läufer’ und ‘Taschen’ sind sinnvoll gewählt und bezogen auf den jeweiligen Kontext räumlich nachvollziehbar umgesetzt. Den Entwurfsautor:innen gelingt es, die unterschiedlichen Bereiche der Promenade zu stärken und zu einem durchgängigen Raum zusammenzubinden. Die Kombination aus Netz und Hochbeeten greift die ursprüngliche Gestaltung der Promenade auf und integriert dabei gleichzeitig den Bestand.

Gut nachvollziehbar sind die gewählten Unterbrechungen und die jeweils eingefügten Nutzungsangebote. Unter Berücksichtigung der Länge der Promenade schlagen die Entwurfsverfasser:innen bewusst vor, die eingesetzten Plattenformate zu variieren. Kontrastierend zur Strenge des Grundmotivs werden leicht und transparent wirkende Stadtmöbel vorgeschlagen. Der für die Schmuckmauer gewählte Standort unterstützt die Wirkung des Kunstwerks.

Insgesamt formuliert der Entwurf eine robuste Grundlage zur Entwicklung der Schillerpromenade. Gleichzeitig ermöglichen die vorgeschlagenen Motive künftige Nutzungsanpassungen.

Kritisch diskutiert wird der Auftakt an der Holzmarktstraße. Wünschenswert ist hier eine stärkere Bezugnahme auf die besondere räumliche Situation als Auftakt zur Promenade im Übergang zu einer viel befahrenen Straße. Die Sichtbeziehungen zum Kino International sind zu prüfen und ggf. weiter zu präzisieren.  

Begrüßt wird der Vorschlag, die Spielplatzflächen auf den angrenzenden Parkplatzflächen zu erweitern. Dagegen fehlt ein alternativer Entwurfsvorschlag, der die Stellplatz-Funktion stärker berücksichtigt. Die Umsetzung hängt dabei jeweils von der Mitwirkung der Eigentümer:innen ab.

Die Verknüpfung zu den westlich angrenzenden Quartiersstraßen (Magazinstraße und Abzweig Schillingstraße) wird durch die vorgeschlagene Führung von Mulden geschwächt. Zu prüfen ist auch die Kombination Fahrradstraße und Stellplätze. Mit den vorgeschlagenen Wasserelementen sind erhöhte Unterhaltungskosten verbunden.