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Erläuterungsbericht

Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde

 

Ziel

Die Neugestaltung des Vorplatzes des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde schafft die Möglichkeit die

historische Bedeutung mit einer zeitgemäßen, quartiersnahen Gestaltung zu verknüpfen.

Unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten erzeugen eine atmosphärische Vielfalt in einer einheitlichen

Gestaltung.

Vorplatz

Eine klare räumliche Gliederung stärkt den Vorplatz als ruhiger und entschleunigter Ort der seiner

Eingangssituation zum Friedhof und zur Gedenkstätte gerecht wird. Der Platz wird räumlich und

funktional offen gehalten, eine gute Orientierung ist möglich. Den Schwerpunkt bildet eine Gruppe von

Blauglockenbäumen, die durch Ihre besondere Blüte, die großen herzförmigen Blätter und ihr

schnelles Wachstum dem Platz ein neues Gesicht geben. Zwischen den Bäumen verläuft ein

zurückhaltendes, urbanes Sitzelement und wird zum Treffpunkt und Kommunikationsort vor dem

Besuch des Friedhofs oder der Gedenkstätte.

Quartiersplatz

Der ruhige Quartiersplatz schafft einen grünen Rücken zum Vorplatz. Ein Baumdach spendet lichten

Schatten zum Verweilen. Bänke mit Rückenlehne bieten Ruhemöglichkeiten neben einer Boulefläche.

Eine abgesenkte Gräser- und Staudenpflanzung mit Schmuckcharakter dient zur Speicherung,

Verdunstung und Versickerung von Regenwasser der angrenzenden Flächen. Zusammen mit einem

ruhigen Wasserbecken bringt die Pflanzung Kühle an den Ort. Ein Trinkbrunnen bietet zusätzlich

Erfrischung.

Der Eingang zum Landschaftspark Herzberge wird durch den Baumhain betont, der Besucher wird

zum Verbindungsweg geleitet. Ein Informationssystem unterstützt die Orientierung. Nördlich des

Quartiersplatzes besteht die Möglichkeit der Anordnung einer öffentlichen Toilette und eines Bike-

Sharing-Angebots.

Sport & Bewegung

Südlich, mit Abstand zum ruhigen Vorplatz, entsteht ein generationenübergreifender Sport und

Bewegungsbereich als lebendiger Quartiersort. Neben Tischtennis, Basketball, Fitnessgeräten,

Calisthenics werden Skate- und BMX-Möglichkeiten angeboten. Der Vorpatz zum Steinmetz wird offen

gehalten. An der Grenze zur Bahn entsteht ein ökologisch wertvoller Wildwiesensaum als Ansaat und

nimmt Regenwasser des Sport- und Bewegungsbereiches auf. Neue Bäume bieten Schatten und

unterstützen die Biotopverknüpfung zu den nördlichen Grünflächen.

Grüne Parkierung

Die Parkplätze werden aus dem Vorplatzbereich nach Süden verlagert und gliedern sich den neuen

Baumsetzungen unter. Die Ausführung mit Rasenfugen setzt die Parkierung von der Platz- und

Straßenfläche ab und erzeugt ein grünes Erscheinungsbild. Durch die Fugen wird Regenwasser der

angrenzenden Flächen versickert. Barrierefreie Parkplätze werden eingangsnah direkt an der

Platzkante angeordnet.

Die Fahrradverbindung wird südlich der Parkplätze geführt und ermöglicht so eine barrierefreie und

sichere Verknüpfung zu den Kleingärten.

Material und Pflanzenwahl

Die Materialien und Pflanzen sind bewusst robust gewählt und für eine starke Benutzung ausgelegt.

Das vorhandene Großsteinpflaster wird wieder verwendet. Im Gehbereich der Plätze wird das

aufgenommene Pflaster vor dem Wiedereinbau gesägt und geflammt. Hierdurch wird es barrierefrei

und rollbar und erhält dennoch eine rutschhemmende Oberfläche. Der Fahrradweg wird materialgleich

ausgeführt. Im Straßenbereich wird das Großsteinpflaster unbearbeitet wiederverlegt und

entschleunigt so den Verkehr. Im Bereich der Parkplätze erhält das Pflaster Rasenfugen und wird zu

einer grünen und versickerungsfähigen Oberfläche. Der Quartiersplatz wird in einer hellen

wassergebundene Wegedecke hergestellt, diese entschleunigt den Ort. Der Sport- und

Bewegungsbereich erhält eine fugenreduzierte Oberfläche aus Ortbeton mit Besenstrich und ist so

robust und vielseitig nutzbar.

Alle Sitzelemente des Platzbereiches erhalten eine warme Holzauflage aus Robinie, die Sitzbänke des

Quartiersplatzes werden mit Arm- und Rückenlehne ausgeführt. Die Beleuchtung erfolgt dem

historischen Kontext angemessen zurückhaltend. Einfache Leuchtstelen erzeugen eine

Verkehrssicherheit, die Baumgruppe wird zurückhaltend angestrahlt.

Die Pflanzungen sind klimangepasst gewählt. Neben der Gruppe Blauglockenbäume (Paulownia

tomentosa) bespielen Feldahorne (Acer campestre) den Platz und Bilden ein lichtes Blätterdach.