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Urbanes Zentrum Neu-Hohenschönhausen | Das Wettbewerbsverfahren

Informieren Sie sich über den städtebaulichen Wettbewerb und bringen Sie Ihre Anregungen bei Entwicklung des Stadtteilzentrums Neu-Hohenschönhausen ein.

Pressemitteilung

Ergebnis

Die Wettbewerbsjury, bestehend aus Experten des Städtebaus, der Architektur und der Landschaftsarchitektur sowie Vertreter:innen der Verwaltungen und Fachämter konnte einen klaren Siegerentwurf küren sowie einen 2. Preis und 3 Anerkennungen. Alle Entscheidungen fielen einstimmig.

Nach einer langen und intensiven Diskussion entschied das Preisgericht unter dem Vorsitz der Architektin Ulrike Lauber aus Berlin wie folgt:

1. Preis: superwien urbanism zt gmbh aus Wien in Zusammenarbeit mit dem Büro studio boden Landscape Architecture + Urban Design aus Graz

2. Preis: Studio Schultz Granberg aus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Büro bbz Landschaftsarchitekten gmbh bdla aus Berlin

Die Arbeiten weiterer drei Teams erhielten eine Anerkennung:

Anerkennung: Bernd Albers Gesellschaft von Architekten aus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Büro Vogt Landschaftsarchitekten AG aus Zürich

Anerkennung: Continued unnoticed aus Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Büro Schieferdecker Landschaftsarchitektur aus Dresden

Anerkennung: BURA Urbanism aus Amsterdam in Zusammenarbeit mit dem Büro morePlatz aus Berlin

Das Preisgericht empfiehlt den Auslobern die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit zur Grundlage für die weitere Bearbeitung zu machen. Die Preissumme beträgt insgesamt 96.000 €. Das Preisgericht begründet die Entscheidung für den 1. Preis wie folgt:

Die Schaffung eines urbanen Zentrums gelingt durch die pointierte Setzung von Baukörpern, die die öffentlichen Räume formen und ihnen eine angemessene Maßstäblichkeit verleihen. Zwischen der Wegeverbindung nördlich des Linden-Centers mit Anbindung an die Zingster Straße im Westen und den Bahnhof Hohenschönhausen im Osten wird eine Folge von Straßen- und Platzräumen aufgespannt, die Vielfältigkeit ohne Überinstrumentalisierung erwarten lässt.

Das KuBiZ wird auf der nördlichen Seite des Brunnenplatzes verortet, wodurch eine sinnvolle Beziehung dieser wichtigen Kultur- und Begegnungseinrichtung zum öffentlichen, explizit nicht kommerziell genutzten Platzraum, von den Verfassern als „urbanes Wohnzimmer“ bezeichnete, geschaffen wird. Positiv belebend für den Platz kann auch die als südliche Platzfassung vorgesehene Markthalle wirken. Nach Westen ist die Markthalle zugunsten eines in das Innere der Bebauung gezogenen Grünzugs sehr knapp gefasst, gleichzeitig ist die Intervention mit dem Grünzug an dieser Stelle nicht schlüssig. Die klare Platzfassung wird hier verwischt, wohingegen diese durch einen vor das Gesundheitszentrum positionierten Baukörper sehr gut gelingt. Auch wenn die Durchfahrbarkeit der Wustrower Straße hier unterbrochen ist, was sehr kritisch gesehen wird, wird der stadträumliche Gewinn als sehr hoch bewertet. Der grundsätzlich positive Ansatz eines verkehrsberuhigten Quartiers darf hinsichtlich Lärm- und Erschließungsaspekten allerdings nicht zur Beeinträchtigung angrenzender Quartiere führen.

Die hochwertige Durcharbeitung einer konsequenten Ost-West-Verbindung vom Prerower Platz über den neu geschaffenen Boulevard auf der Trasse der Wartenberger Straße zum Bahnhof Hohenschönhausen, die dem Fuß- und Radverkehr einen hohen Stellenwert einräumt, überzeugt. Gastronomische und gewerbliche Nutzungen beleben neben dem Kino den öffentlichen Raum. Der Boulevard mündet in einer neuen Brücke über den Gleiskörper und verbindet das neue Zentrum folgerichtig mit der Bahn und Einrichtungen östlich des Verkehrsknotenpunktes. Auch zu den angrenzenden Wohnquartieren ist die Wegevernetzung unmittelbar und unprätentiös. Positiv bewertet wird, dass der Brunnenplatz erhalten und baulich neu gefasst wird. Er wird zum zentralen Freiraum-Scharnier und prägt das neue urbane Zentrum. Insgesamt überzeugt die Arbeit durch die eindeutige Setzung der öffentlichen urbanen Räume. Die übergeordneten Grünzüge werden schlüssig in das Gesamtkonzept integriert.

Die Setzung der Baukörper mit der Ausbildung von Hochpunkten trägt zu Lesbarkeit und Identität bei. Das Hochhaus auf dem Sockelbauwerk zum Bahnhof ist schlüssig, wohingegen die Abstaffelung der beiden weiteren Hochpunkte wenig spannungsvoll wirkt, auch bilden diese beiden Hochpunkte hinsichtlich der Grundfläche und Abstände eine Herausforderung für die Gestaltung der Wohngrundrisse. Die Anordnung der Parkgeschosse zur Falkenberger Chaussee ist nachvollziehbar, führt aber zu hohen Anforderungen an die Fassaden der Parkebenen zur Falkenberger Chaussee. Begrüßenswert ist der Vorschlag, südlich der Falkenberger Chaussee soziale Einrichtungen wie Nachbarschaftscenter oder Jugendtreff anzuordnen, die eine sinnvolle Ergänzung auch für die vorhandene Wohnnutzung darstellen. Eine abschnittsweise Realisierbarkeit ist gegeben, die gewünschten Flächenvorgaben sind mehr als erfüllt.

Die Arbeit stellt einen sehr guten Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar, erfordert aber eine konsequente Weiterentwicklung, um diese neuen und innovativen Gedanken zu einem aktiven und attraktiven Stadtteilzentrum weiterzuentwickeln, das zukunftsweisend und nachhaltig sein wird.

Die Pressemitteilungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen finden Sie unter:

www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_2111/nachricht7235.html

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/nachhaltige-erneuerung/aktuell/wettbewerb-zum-urbanen-zentrum-neu-hohenschoenhausen-entschieden