Projektinformationen
Projektbeschreibung Werkstattverfahren Kindl Konglomerat
Kindl Konglomerat: Das Werkstattverfahren "Schule findet Stadt"
Im Jahr 2021 arbeiteten drei Planungsteams an städtebaulichen Entwürfen für die Fläche oberhalb der Vollgutkeller auf der ehemaligen Kindl-Brauerei zwischen der Neuköllner Neckar- und Rollbergstraße. Dort, wo früher eine Kartbahn als Zwischennutzung anzutreffen war, sollten Flächen für eine Schule, weitere Nutzungen wie Gewerbe, Kultur oder Büros und neue Freiflächen entstehen. Die beteiligten Planungsteams wurden besetzt aus den Büros: Studio Vlay Streeruwitz aus Wien mit Atelier le Balto aus Berlin, ff Architekten mit Häfner Jimenez und Betcke Jarosch Landschaftsarchitekten aus Berlin sowie Kersten und Kopp mit capattistaubach urbane landschaften aus Berlin. Über den Sieger-Entwurf entschied Ende Oktober ein Gutachter*innengremium.
Das Bezirksamt Neukölln unterstützte das von der privaten Eigentümerin Terra Libra Immobilien GmbH durchgeführte Werkstattverfahren mit einem öffentlichen Beteiligungsprozess. So wurde die Nachbarschaft im Mai 2021 in einer ersten Stufe der Beteiligung mit einer Hauswurfsendung über den Start des Werkstattverfahrens informiert und gebeten, den Planenden erste Hinweise mit auf den Weg zu geben.
Das Auswertungspapier der ersten Beteiligungsstufe können hier heruntergeladen werden.
Die zweite Stufe der Beteiligung startete mit dem öffentlichen Planungsdialog am 30. August 2021 im Rahmen der ersten Planungswerktstatt, die mit den Planenden, Expert*innen, Gutachter*innen und Sachverständigen durchgeführt wurde. Im öffentlichen Planungsdialog konnten dabei alle Interessierten von 13:30 bis 15:30 Uhr mit den Planenden zu ihren Entwürfen ins Gespräch kommen. Schon ab 11:00 Uhr wurden die Entwürfe öffentlich ausgestellt.
Vom 1. bis 14. September 2021 gab es die Möglichkeit, auf dieser Plattform die Entwürfe anzusehen und zu kommentieren. Alle Anregungen wurden systematisch aufbereitet und den Planenden für die weitere Planung übergeben.
Nachfolgend können Sie sich über weitere Details und Rahmenbedingungen des Werkstattverfahrens informieren. Klicken Sie hierzu einfach auf die untenstehenden Kästen.
Das betreffende Grundstück liegt auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei zwischen der Rollberg- und der Neckarstraße. Östlich an die Freifläche des Kindl-Hofes grenzen die ehemaligen Brauereikeller, die aufgrund ihrer ehemaligen Nutzung als Vollgut- und Flaschenlager „VOLLGUT“ genannt werden.
Die Terra Libra Immobilien GmbH ist die Eigentümerin des Geländes und führte von Juni bis Oktober 2021 ein Werkstattverfahren für die städtebauliche Entwicklung der Fläche oberhalb der Vollgutkeller durch. Das Bezirksamt Neukölln unterstützte dieses Werkstattverfahren mit einem öffentlichen Beteiligungsprozess.
Im Bereich der bestehenden Halle (siehe Abbildung weiter unten) waren ein (Teil-) Rückbau und eine städtebauliche Neuordnung der Flächen beabsichtigt. Im Ergebnis des Werkstattverfahrens sollten „Art und Maß der baulichen Nutzung“ festgelegt werden. Das Maß der baulichen Nutzung bezeichnet den Grad der Grundstücksausnutzung, die Art bezeichnet Festlegungen wie gemischte oder gewerbliche Bauflächen. Außerdem sollten grundlegende Aussagen zur Gestaltung und zur Erschließung der künftigen Gebäude getroffen werden.
Das Werkstattverfahren hatte zum Ziel, die bestmögliche Variante einer innovativen und zukunftsfähigen Bebauung zu ermitteln. Der städtebauliche Entwurf sollte insgesamt den ökologischen, sozialen und ökonomischen Anforderungen an ein zukunftsfähiges Quartier gerecht werden, das sich gut in die bestehende Nachbarschaft einfügt.
Das Werkstattverfahren sollte zum einen Planungssicherheit schaffen und zum anderen eine abgestimmte Grundlage für die planungsrechtliche Beurteilung künftiger Baumaßnahmen sein. Gleichzeitig sollten eine größtmögliche Qualität, Transparenz und Umsetzbarkeit sowohl im Prozess als auch in der Planung erreicht werden.
Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. Für dieses Gebiet wurden Sanierungsziele festgelegt, die den Rahmen für die gewünschten Entwicklungen im Sanierungsgebiet bilden. Sie sind eine wichtige Grundlage für die Genehmigung oder die Versagung von baulichen Vorhaben im Gebiet.
Das Teilgebiet Karl-Marx-Straße, in dem auch das ehemalige Kindl-Gelände liegt, soll in seiner Funktion als junges und buntes Zentrum gestärkt werden. Das Kindl-Gelände ist als Nebenlage des zentralen Versorgungsbereichs Karl-Marx-Straße gekennzeichnet. Ziel ist, ein gemischtes Quartier zu schaffen — eine urbane Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur, wohnungsnaher Erholung und Gewerbe. Diese Nutzungen sollen sich idealerweise gegenseitig bereichern, die Individualität des Standorts stärken und insgesamt zu einem positiven urbanen Miteinander der Nachbarschaft führen. Viele Flächen und Vorhaben auf dem Kindl-Gelände werden schon neu genutzt. Das VOLLGUT bildet den letzten großen Baustein der Entwicklung.
Mit einem Anteil von rund zwei Dritteln der künftigen Flächen (je nach Gesamtvolumen) beabsichtigte die Interkulturelle Waldorfschule Berlin (IKWS) mit ca. 400 Schülerinnen und Schülern einen Großteil der zu errichtenden Flächen zu nutzen. Weitere Nutzungen sollten zu einer guten und lebendigen Mischung beitragen (z.B. innovative Büro-, Gewerbe- und Kulturnutzungen).
Vollgut rot markiert (Quelle: Frieder Salm)
Kindl-Gelände mit dem ehemaligen Brauereikeller im Hintergrund (weißes Dach) (Quelle: Frieder Salm)
Beteiligungsverlauf
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Auftaktveranstaltung
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Erste Planungswerkstatt
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Online-Beteiligung
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Zweite Planungswerkstatt
Kontaktinformation
Verantwortliche Stelle
Bezirksamt Neukölln
Karl-Marx-Str. 83
12043 Berlin
Webseite: https://www.berlin.de/ba-neukoelln/