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Projektinformationen

Projektbeschreibung Beteiligung Freiraumplanerischer Wettbewerb Segelfliegerquartier

Ausgangslage und Plangebiet

Im Ortsteil Johannisthal in Treptow-Köpenick entsteht ein neues gemischtes genutztes Stadtquartier und bildet den nördlichen Eingangsbereich des Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof.

Das neue Quartier befindet sich auf einem geschichtsträchtigen Areal. Hier entstand im Jahr 1909 der erste deutsche Motorflugplatz Johannisthal. Das Areal am Segelfliegerdamm war insbesondere von Fabrikhallen für den Flugzeugbau geprägt. Nach Aufgabe des Flugplatzes und verschiedenen industriellen Nutzungen lag das Gelände über viele Jahre brach. Nun soll hier ein neues lebendiges Wohnquartier mit Wohnen, Gewerbe, sozialen Einrichtungen sowie öffentlichen und privaten Freiräumen entstehen und den Ortsteil Johannisthal ergänzen. Geplant sind rund 1.800 Wohnungen, Kita-Angebote, Gewerbeflächen und eine Gemeinbedarfsfläche für neues Kiezzentrum mit sozialen und kulturellen Nutzungen wie z.B. Volkshochschule und eine Familienberatung. Von den 1.800 Wohnungen wird die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft degewo ca. 540 WE errichten, davon ca. 440 geförderte Wohnungen.

Die öffentlichen Freianlagen übernehmen eine wichtige Rolle. Sie sollen das neue Quartier gliedern, Orte für Spiel, Aufenthalt und Treffpunkte schaffen und die Verbindung zum Landschaftspark Johannisthal stärken. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen vier öffentliche Freiräume: ein Spielplatz im Segelflieger Quartier, eine Grünverbindung am Segelfliegerdamm, eine Freifläche für das neue Kiezzentrum mit sozialer und kultureller Infrastruktur sowie ein Spielplatz im Landschaftspark Johannisthal. Diese vier Grün- und Freiflächen sollen als zusammenhängendes Freiraumsystem entwickelt werden.

Abgrenzung Segelflieger Quartier (Quelle: WISTA.Plan GmbH)

Wettbewerb und Beteiligung

Für die Gestaltung der vier öffentlichen Freianlagen wird ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb durchgeführt. Ziel des Wettbewerbs ist es, hochwertige, umsetzbare und aufeinander abgestimmte Entwürfe für die Freiräume zu erhalten. Die teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros sollen zeigen, wie die vier unterschiedlichen Orte jeweils ein eigenes Profil erhalten und zugleich gestalterisch, funktional und räumlich zusammenwirken können. Eine Jury bewertet schlussendlich die eingereichten Arbeiten und spricht Empfehlungen für die weitere Planung aus.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet das Wettbewerbsverfahren in zwei Phasen.

In der ersten Phase (vor Beginn des Wettbewerbs) werden Hinweise, Wünsche und Anforderungen aus der Öffentlichkeit gesammelt. Dabei geht es vor allem darum, welche Nutzungen, Qualitäten und Stimmungen für die künftigen Freiräume wichtig sind. Vorgesehen ist dafür ein Beteiligungsangebot auf dem Markt der Begegnung am 06.06.2026 am Rathaus Johannisthal. Von 10 Uhr bis 14 Uhr können Sie dort Ihre Ideen und Wünsche in den Prozess einbringen.

In der zweiten Phase (vor der Jurysitzung) erhält die Öffentlichkeit Gelegenheit, im Rahmen eines Bürgerabends Rückmeldungen zu den eingereichten Wettbewerbsarbeiten zu geben. Die gesammelten Hinweise werden aufbereitet und der Jury zur Kenntnis gegeben, um den besten Entwurf für das Segelflieger Quartier auszuwählen. Die Hinweise ersetzen nicht die fachliche Bewertung der Jury, können aber wichtige Einschätzungen zur Alltagstauglichkeit, Nutzbarkeit und Akzeptanz der Entwürfe liefern.

Die vier Freiräume im Fokus

4 öffentliche Freianlagen im/am Segelflieger Quartier (Quelle: WISTA.Plan GmbH)

Grünverbindung am Segelfliegerdamm:

Die Grünverbindung bildet den nördlichen Auftakt in das neue Quartier. Sie soll den Segelfliegerdamm, das neue Wohnquartier, die angrenzenden Gewerbeflächen und den Landschaftspark räumlich miteinander verknüpfen. Damit übernimmt sie die Rolle als Wegeverbindung, hilft bei der Orientierung und bietet auch Aufenthaltsmöglichkeiten.

Besonderes Potenzial liegt in der Entwicklung eines grünen Eingangsbereichs mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Fläche kann ein Ort zum Verweilen, Treffen und Durchqueren werden – insbesondere auch für Jugendliche sowie für Menschen, die im Umfeld wohnen oder arbeiten.

Freifläche für Gemeinbedarf und soziale Infrastruktur:

Die Freifläche für den Gemeinbedarfsstandort ist eine öffentliche Fläche, die für soziale und kulturelle Zwecke vorgesehen ist und sich auch durch Begrünung auszeichnet. Im Segelflieger Quartier liegt diese Fläche im nordwestlichen Bereich am Segelfliegerdamm. Sie befindet sich in einem denkmalgeschichtlich sensiblen Bereich auf historischem Niveau und beherbergt ehemalige Hallengebäude, die für die geplanten sozialen und kulturellen Nutzungen hergerichtet werden sollen. Der Ort besitzt daher das Potenzial, ein besonderer Treffpunkt im Quartier zu werden. Historische Spuren, vorhandene Materialien und ein Höhenversatz von ca. 70 cm zu den angrenzenden Baugebieten können zum besonderen Charakter des Freiraums beitragen. Zugleich erfordert die Fläche eine flexible Konzeption, da einzelne künftige Nutzungen und bauliche Entwicklungen noch nicht abschließend feststehen. Daher können bis zur Umsetzung flexible Zwischennutzungen auf der Gemeinbedarfsfläche mitgedacht werden. 

Spielplatz im Segelflieger Quartier:

Der Spielplatz liegt zentral im neuen Wohnquartier. Er soll ein gut erreichbarer Spiel- und Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche werden und zugleich eine wichtige Rolle für den Alltag im Quartier übernehmen. Durch seine Lage in Nachbarschaft von Wohnnutzungen, einer angrenzenden Straße und dem geplanten Quartiersplatz mit hohem Grünanteil sind eine sichere Einbindung, eine gute Übersichtlichkeit und eine sorgfältige Verteilung der Nutzungen besonders wichtig.

Bei der Gestaltung sind unterschiedliche Anforderungen miteinander zu verbinden: lebendige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, Aufenthaltsqualität, Rücksicht auf angrenzende Wohnnutzungen, Vermeidung von Barrieren, Schattenplätze, Sitzmöglichkeiten sowie robuste und nachhaltige Materialien.

Spielplatz K21 im Landschaftspark Johannisthal:

Der Spielplatz K21 liegt am nordöstlichen Rand des Landschaftsparks Johannisthal. Er soll als eigenständiger Spielort entwickelt werden und zugleich die Atmosphäre des Landschaftsparks aufnehmen. Die Lage in einer leicht vertieften Kammer mit Böschungen und Baumbestand bietet gute Voraussetzungen für ein landschaftlich eingebundenes, naturnahes Spielkonzept.

Wichtig ist, dass der Spielplatz die Angebote im Segelflieger Quartier ergänzt und nicht wiederholt. Außerdem sind die Nutzungen auf das Landschaftsschutzgebiet abzustimmen. Die Gestaltung soll daher behutsam mit dem Ort umgehen, robuste und langlebige Lösungen anbieten und Spielangebote schaffen, die sich gut in den übrigen Park einfügen.

Möglichkeiten der Mitwirkung

Die Beteiligung soll Hinweise dazu liefern, welche Qualitäten die künftigen Freiräume aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer haben sollen. Diese Ergebnisse fließen in die Aufgabenstellung der Landschaftsarchitekturwettbewerbs ein: Welche Nutzungen sind besonders wichtig? Welche Altersgruppen und Bedürfnisse sollen berücksichtigt werden? Welche Orte brauchen eher Ruhe, welche eher Bewegung und Aktivität? Welche Hinweise aus dem Alltag vor Ort sollten die Planungsteams kennen?

Gleichzeitig gibt es feste Rahmenbedingungen: Lage und Größe der Flächen, rechtliche Vorgaben, Anforderungen aus Natur- und Denkmalschutz, technische Belange, Pflege und Unterhaltung sowie finanzielle und zeitliche Rahmenbedingungen können nicht frei verändert werden. Die Beteiligung bewegt sich daher innerhalb eines vorgegebenen Rahmens. Innerhalb dieses Rahmens können die Beiträge der Öffentlichkeit jedoch helfen, Schwerpunkte zu setzen und die Aufgaben für die Planungsteams aus dem alltäglichen Leben zu konkretisieren.

Auswertung und weiteres Vorgehen

Die Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase werden dokumentiert, ausgewertet und für die Wettbewerbsauslobung aufbereitet. Sie fließen damit in die Aufgabenstellung ein, die den teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros als Grundlage für ihre Entwürfe dient.

Nach der Bearbeitungsphase wird geprüft, ob die Wettbewerbsarbeiten die Vorgaben der Aufgabenstellung erfüllt haben und anschließend der Jury zur Beurteilung vorgelegt. Vor der Jurysitzung ist die zweite Beteiligungsphase vorgesehen.

Nach Abschluss des Wettbewerbs wird der ausgewählte Entwurf weiter ausgearbeitet. Dabei werden die fachlichen Empfehlungen der Jury, die inhaltliche Prüfung, ob die Aufgabenstellung erfüllt wurde und die Hinweise aus der Beteiligung berücksichtigt. Auf dieser Grundlage folgen die weiteren Planungsschritte bis zur späteren Umsetzung der Freianlagen.

Kontaktinformation

Kontakt für Rückfragen

scheuvens + wachten plus
Friedensstraße 18
44139 Dortmund

E-Mail: segelfliegerquartier@s-w.plus

Telefon: 0231 189 987 10

Webseite: https://www.scheuvens-wachten.de/

Verantwortliche Stelle

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Württembergische Straße 6
10707 Berlin

Webseite: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/