Stadttauben Projekt Altglienicke
- Kosten: keine Angabe
In vielen Städten Deutschlands führen größere Ansiedlungen von Stadttauben u.a. zu Belagerung von Dächern, Balkonen, denkmal geschützten Gebäuden, Bahnhöfen usw., Verunreinigungen durch Taubenkot, Beschwerden von Bürgern, erhebliche Kosten für Vergrämungs- und Reinigungsmaßnahmen sowie vermeidbarem Tierleid.
Jahrelang lebten Stadttauben in größerer Anzahl im leerstehenden Dienstleistungswürfel (Ruine) in der Siriusstraße, welcher 2016 abgerissen wurde. Die nun obdachlos gewordenen Stadttauben siedelten sich auf den umliegenden Dächern an. Das führte zu verständlichen Ärgernissen bei Mietern.
Anders als die Ringeltauben sind Stadttauben keine Wildtiere, sondern die Nachkommen ehemaliger Haustauben. Auch Brieftauben und andere Zuchttauben sowie deren Nachkommen findet man unter den Stadttauben. Als eines der ältesten Haustiere werden Tauben seit Jahrtausenden vom Menschen gezüchtet und wurden auf maximalen Ertrag (Fleisch, Eier, Federn, Dünger) domestiziert. Ursprünglich dem Adel vorbehalten, war die Taubenhaltung später weit verbreitet.
Auch heute noch werden weltweit viele verschiedene Taubenrassen gezüchtet. Dem Verein Deutscher Brieftaubenzüchter gehörten 2023 ca. 28.000 Brieftaubenzüchter an. Durch die jährlich stattfindenden nationalen und internationalen Wettflüge stranden immer wieder viele entkräftete, verletzte oder orientierunglose Brieftauben in den Städten und schließen sich bestehenden Stadttauben Populationen an. Mindestens 50% der Brieftauben schaffen diese anstrengenden Flüge nicht. Die Tauben die überleben bleiben hungrig, durstig, oftmals mit Schmerzen und ohne Schutz und Obdach zurück. Nun müssen sie ein erbärmliches Leben in Angst führen, leiden qualvollen Hunger und Durst und werden verachtet, verleumdet, verletzt, gejagt, gequält und getötet genau so, wie die Stadttauben.
Das unermessliche Leid der Stadttauben muss ein Ende haben.
Der Deutsche Tierschutzbund informiert seit Jahren in der Kampagne "Respekt Taube" über eine lösungsorientierte, bürgerfreundliche, tierschutzkonforme und nachhaltige Möglichkeit des friedlichen Miteinanders von Menschen und Stadttauben.
Die betreuten Taubenschläge für Stadttauben nach dem Augsburger Modell.
Die Tauben werden an einen Taubenschlag gewöhnt. Dort bekommen sie Schutz, Futter, Wasser sowie medizinische Versorgung. Die Eier werden gegen Kunststoff Eier ausgetauscht. Dadurch reguliert sich die Population tierschutzgerecht. Der Kot und der Schmutz verbleiben zu ca. 80% im Schlag. Dächer, Balkone und Grünflächen werden entlastet. Tierleid wird vermieden.
Deutschlandweit existieren bereits seit Jahren viele Stadttauben Vereine und Projekte. Einige davon wurden sogar mit Landestierschutzpreisen ausgezeichnet.
In Berlin kümmern sich Mitglieder von Stadttauben Vereinen und Initiativen sowie Privatpersonen um die Tiere. Sie versorgen sie sowohl medizinisch als auch mit Futter und Wasser. Es gibt einige Futterstellen in Berlin an denen die Tauben täglich versorgt werden. Wo es möglich ist, werden auch Eier ausgetauscht.
Nach Absprache mit dem Ordnungsamt Treptow Köpenick werden die Stadttauben im Kosmosviertel an einer zugewiesenen Stelle von der Privatinitiative Taubenschlag Kosmosviertel (PTK) täglich mit artgerechtem Taubenfutter versorgt.
Außerdem setzen wir uns seit 2020 für die Errichtung eines Taubenschlages im Altglienicker Kosmosviertel ein.
Da momentan noch nicht klar ist, ob und in welcher Höhe der Berliner Senat die bereits zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel für den Bau und Betrieb neuer Taubenschläge für den Doppelhaushalt 2024/2025 frei gibt, müssen wir für das Futter und die medizinische Versorgung kranker oder verletzter Tauben weiter selbst aufkommen. Seit Juni 2023 bekommen wir vom Berliner Tierschutzverein überbrückend monatlich Taubenfutter in Höhe von 180€. Tatsächlich benötigen wir momentan mindestens 400€ monatlich dafür.
Für die weitere Versorgung der Tiere benötigen wir finanzielle Mittel für Taubenfutter. Gefütterte Tauben erkranken nicht so häufig, werden an einer Stelle versorgt und müssen daher nicht auf Spielplätzen, in Einkaufspassagen, Grünanlagen usw. nach Futter suchen. Die Verschmutzung durch den Taubenkot und die "Belästigung" der Bürger wird dadurch vermieden. Außerdem wird das Leid der sanften und friedlichen Tiere dadurch vermindert.
Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass zeitnah ein Taubenschlag in Altglienicke entsteht. Unsere Bezirksstadträtin Frau Weingart unterstützt uns dabei auf kommunaler Ebene. Die Stadt und Land Wohnbauten Gesellschaft mbH hat einen Standort dafür angeboten. Der Taubenschlag ist entworfen und der Kostenvoranschlag dafür ist in Arbeit. Wir warten jetzt auf die Entscheidung des Senats.