Projektinformationen
Projektbeschreibung Rahmenplan „Historischer Industrie- und Gewerbegürtel Oberschöneweide“
Entwickeltes Leitbild für den Historischen Industrie- und Gewerbegürtel OberschöneweideIdentifizierte Handlungserfordernisse Ausgangssituation
Der historische Industrie- und Gewerbegürtel Oberschöneweide erlebt wie viele andere Wirtschaftsflächen in Berlin einen stetigen Wandel. Auf der einen Seite führen steigende Mieten und Grundstückspreise dazu, dass produzierende Unternehmen, Handwerksbetriebe sowie kreative Gewerbe zunehmend verdrängt werden. Auf der anderen Seite bleiben zahlreiche gewerbliche Flächen untergenutzt – besonders die großflächigen, stadtbildprägenden Gebäude stehen oft leer. Gleichzeitig erhöhen sich die Anfragen zur Umnutzung dieser Flächen und denkmalgeschützten Gebäude.
Um diesen Bereich zukunftsfähig zu gestalten, wurde im Jahr 2025 ein Rahmenplan erarbeitet, basierend auf dem Wirtschaftsflächenkonzept des Bezirks Treptow-Köpenick aus 2022. Dabei sollen Lösungen für die unterschiedlichen Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der Gewerbestandorte und ihrer historischen Bausubstanz gefunden werden.
Inhalte und Ziele des Rahmenplans
Das Ziel des Rahmenplans ist es, die Chancen zur Sicherung der gewerblichen Flächen im Gebiet zu prüfen und mögliche Nutzungsideen sowie Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten dargestellt werden, wie die Gewerbeflächen mit dem umliegenden Stadtraum vernetzt werden können – etwa durch die Öffnung des Spreeufers oder neue Zugänge. Zudem wird identifiziert, welche Handlungsfelder und Planungsbedarfe bestehen, und klar definiert, wer für was verantwortlich ist.
Der Rahmenplan wurde in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachämtern des Bezirks Treptow-Köpenick, den Senatsverwaltungen sowie ansässigen Unternehmen, Grundstückseigentümer:innen, Nutzer:innen und lokalen Akteuren erarbeitet. So konnten verschiedene Perspektiven und Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Was ist ein Rahmenplan und wo ordnet er sich in ein?
Ein Rahmenplan ermittelt, untersucht und bewertet bestehende Entwicklungspotenziale in einem Stadt- oder Ortsteil und stellt Perspektiven für dessen zukünftige Nutzung und bauliche Entwicklung grob dar. Der Rahmenplan gehört zu den informellen Planungsinstrumenten. Er ist nicht rechtsverbindlich und schafft kein Baurecht. Die Darstellungen des Rahmenplans sind gröber als in einem Bebauungsplan und detaillierter als im Flächennutzungsplan. Häufig werden Rahmenpläne erstellt, um die Entwicklung bestimmter städtischer Bereiche kleinteilig zu steuern (wie z. B. in Oberschöneweide die Entwicklung der gewerblichen Bauflächen).
Aktueller Stand des Projekts
Nach einer umfassenden Analyse des Betrachtungsraums wurden Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zusammengefasst und aufbereitet – auch in Form von Karten. Neben Bestandsaufnahmen und der Auswertung vorliegender Studien und Konzepte sind v.a. Ergebnisse aus den Gesprächen mit Unternehmen, Grundstückseigentümer:innen, Kreativen, lokalen Akteuren und der Verwaltung einbezogen worden.
Im Juni 2025 fand ein Standort-Workshop im Technologie- und Gründerzentrum Schönweide (TGS) statt, bei dem erste Ergebnisse diskutiert wurden. Zudem konnten die Teilnehmenden ihre Anmerkungen und Ideen zur Entwicklung des Standortes Oberschöneweide in den Prozess einbringen.
Auf dieser Basis wurde der Rahmenplan entwickelt, Handlungsfelder definiert und konkrete Ziele sowie Maßnahmen abgeleitet. In ausgewählten Bereichen wurden detaillierte Betrachtungen vorgenommen, um die Nutzungsmöglichkeiten, die baulichen Entwicklungen aber auch die Umsetzungsanforderung weiter zu konkretisieren.
Parallel zur Information der Öffentlichkeit erfolgt auch die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB).
Eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung und Information ist im Frühjahr 2026 vorgesehen.
Weitere Details finden Sie auf der bezirklichen Homepage.
Die Ergebnisse zeigen die wichtigsten Handlungsbedarfe für die Zukunft von Oberschöneweide in verschiedenen Themenbereichen. Ein Leitbild für den Gewerbestandort wurde formuliert, sowie räumliche Ziele und Nutzungsvorstellungen definiert.
Zudem wurden konkrete Handlungsfelder abgeleitet, um den Standort langfristig zu stärken. Die Arbeit basiert auf Gesprächen mit Unternehmen, Grundstückseigentümer:innen, Kreativen und lokalen Akteuren – ihre Ideen und Anmerkungen sind in die Planung eingeflossen.
Im Folgenden werden die identifizierten, nach thematischen Kategorien unterschiedene Handlungserfordernisse für die zukünftige Entwicklung des Gewerbestandortes beschrieben, das entwickelte Leitbild für Oberschöneweide dargestellt sowie die räumlichen Zielvorstellungen und das zukünftige Nutzungsprofil aufgezeigt.

Das Leitbild „Transformationsort Oberschöneweide: Industriegeschichte, Technologie und Innovation“ basiert auf den drei herausgearbeiteten Prämissen – abgeleitet aus den verschiedenen bestehenden Konzepten – den identifizierten Handlungsfeldern und den festgelegten Zielen für die Gebietsentwicklung.

Das Zielbild beschreibt die angestrebten grundlegenden Entwicklungsvorstellungen zusammenfassend. Es zeigt, dass die gewerblichen Kernbereiche erhalten und weiterentwickelt werden müssen.
Stadtbildprägende Denkmäler wie das ehemalige Transformatorenwerk, die Kabelwerke oder der Peter-Behrens-Bau sollen erhalten und neuen v.a. gewerblichen Nutzungsmöglichkeiten zugeführt werden. Diese Areale tragen wesentlich zur Wahrnehmung des Standortes OSW bei.
Zudem sind bestimmte Teilgebiete als Potenzial für eine Transformation zugunsten einer modernen Nutzungsmischung mit gewerblichem Schwerpunkt definiert.
Auch verkehrliche Verbesserungen sind Teil des Plans – etwa nachhaltige Mobilität, optimierter Wirtschaftsverkehr entlang der Wilhelminenhofstraße und bessere Anbindungen an umliegende Quartiere. Im Weiteren werden neben einem durchgängiger Spree-Uferweg mit attraktiven Wasser- bzw. landseitigen Nutzungen und Durchgangswegen durch das Gebiet zur Spree auch eine Qualifizierung von Aufenthaltsorten angestrebt.

Das Nutzungsprofil orientiert sich an den genannten Entwicklungszielen für den Gewerbe- und Industriegürtels Oberschönweide. Es sieht sowohl Bereiche für (technologieorientierte) Produktion und Wissenschaft, als auch Areale für kleinteilige Gewerbe- und gemischte Nutzungen vor. Darüber hinaus definiert es Kultur- und Begegnungsorte sowie Transformationsareale.
Die gewerblichen Bauflächen im nördlichen Bereich des Rahmenplangebiets sollen als gewerblicher Kernbereich ebenso erhalten und gesichert werden wie die kleinteiligen Gewerbestrukturen zwischen der Siemensstraße und der Edisonstraße (vor allem Handwerksbetriebe sowie die Kunst- und Kreativwirtschaft).
Einen weiteren gewerblichen Kernbereich bilden die Areale rund um den HTW-Standort, bei deren Entwicklung ein Fokus auf technologieorientierte Produktionsnutzungen gelegt werden soll.

Der Rahmenplan zeigt nicht nur mögliche Nutzungs- und Entwicklungsideen, sondern auch konkrete Handlungsbedarfe im Gebiet auf. Insgesamt wurden knapp 30 Maßnahmen herausgearbeitet, die im Berichtsdokument detailliert in Steckbriefen beschrieben werden. Hierbei wurde u. a. auf die jeweils einzusetzenden Instrumente zur Umsetzung der Maßnahmen eingegangen. In ausgewählten räumlichen Vertiefungsbereichen wurden die Handlungserfordernisse und Maßnahmen weiter konkretisiert.
Einige Themen, wie etwa die Errichtung eines genossenschaftlich organisierten Gewerbehofs oder die Entwicklung eines wasserseitigen Warenwirtschaftsverkehrs, wurden in sogenannten „thematischen Lupen“ vertiefend untersucht.

Jeder Maßnahme sind neben einer Umsetzungspriorität (hoch, mittel oder niedrig) auch die hierfür erforderlichen Instrumente und Zuständigkeiten zugeordnet.
Darüber hinaus werden neun Maßnahmen als Schlüsselmaßnahmen hervorgehoben, deren Umsetzung für das Gelingen der Transformation als besonders bedeutsam eingeschätzt wird.





Für die zukunftsfähige Weiterentwicklung des historischen Gewerbe- und Industriegürtels Oberschöneweide sind verschiedene Bedingungen entscheidend: Verbesserte Verkehrsanbindung, klare rechtliche Rahmenbedingungen (inkl. Anpassungen der Gesetzgebung an die aktuellen Herausforderungen wie Gewerbemieten, Zwischennutzungen, Sicherung EpB-Nutzungsspektrum), wirtschaftliche Tragfähigkeit, gute Zusammenarbeit zwischen Beteiligten, Engagement der Grundstückseigentümer und eine hohe Innovationsfähigkeit des Standorts. Insbesondere auf politischer Ebene sind daher auch Weichenstellungen und Entscheidungen in Bezug auf flankierende gesetzliche Voraussetzungen wichtig.
Zentral ist jedoch das Mitwirken der Eigentümer:innen – nur gemeinsam kann der Standort langfristig weiterentwickelt werden.

Kontaktinformation
Kontakt für Rückfragen
LOKATION:S Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH
Frankfurter Allee 53
10247 Berlin
E-Mail: mail@lokation-s.de
Telefon: 030 49905180
Verantwortliche Stelle
Bezirksamt Treptow-Köpenick
Alt-Köpenick 21
12555 Berlin