Ergebnisse
Kieztour mit dem Bezirksbürgermeister, Oliver Igel, in Rahnsdorf am 11.10.2025
Treffpunkt: Vor dem Eingang der Dorfkirche (altes Fischerdorf)
Teilnehmer/-innen: 24
TN Bezirksamt: Stefan Schaul (Beauftragter für Menschen mit Behinderung)
Am Samstag, dem 11. Oktober 2025, von 9 bis 12 Uhr, luden der Bezirksbürgermeister Oliver Igel und die SPK zur Kieztour durch Rahnsdorf ein. Die aktive Region hat einiges zu bieten: auch in Rahnsdorf engagieren sich viele Menschen zu ganz unterschiedlichen Themen für ihren Kiez. Auf der ausgewählten Route wurde dieses lokale Engagement sichtbar, es gab viel Wissenswertes zu berichten und es blieb ausreichend Zeit für Fragen und Gespräche.
Die Kieztour startete an der Dorfkirche Rahnsdorf des ehemaligen Fischerdorfes. Der Heimatverein öffnete um 8:30 Uhr für die Teilnehmer/-innen seine Türen und gab zunächst vor dem Betreten der Kirche einen kurzen Einblick in das vielfältige Engagement des Freundeskreises und auch die Herausforderungen, denen sie sich aktuell stellen müssen. Neue Mitstreiter/-innen sind auch hier gefragt und herzlich willkommen.
In der Kirche begrüßte Herr Igel alle Anwesenden sehr herzlich und bevor es einen Blick zurück in die Geschichte gab, überraschte er die Zuhörenden mit ausgewählten Zahlen, Daten und Fakten zur Einwohnerstruktur, Geburten oder auch KFZ- Anmeldungen.
Er übergab dann das Wort an Herrn Fiegler vom Freundeskreis, der in einem beeindruckenden Vortrag zur Geschichte des Dorfes, seiner Einwohner und der Dorfkirche interessantes zu berichten wusste.
1375 wurde das Fischerdorf das erste Mal mit dem Namen Radenstorf urkundlich erwähnt und so können die Rahnsdorfer in diesem Jahr auf eine 650jährige Geschichte zurückblicken und entspannt zuhören, was Herr Fiegler zu berichten wusste, bevor es mit Fischer Andreas Thamm weiter zu Fähre und natürlich in die alte Fischerei ging.
Fischer Thamm ist seit über 50 Jahren Berufsfischer und stolz berichtete er von der Meisterausbildung seiner Tochter Maria zur Fischerin. Wenn sie seine Nachfolge antritt, wird sie die erste Berufsfischerin des Müggelsees sein, seit es das uralte Fischergut von 1550 gibt. Mit seiner ganz persönlichen Geschichte und der Verbundenheit mit diesem Ort hat auch er diesen Tag für alle bereichert.
Nun ging es einen etwas längeren Weg zum Friedhof Rahnsdorf und die Gruppe machte halt in der Friedhofskapelle und im Anschluss daran an einigen wichtigen Grabstätten.
Leider konnte uns die Familie Jutta Benedix-Ulrich und Bodo Benedix, die sich seit vielen Jahren unermüdlich für die Restaurierung der Friedhofskapelle engagieren, aus familiären Gründen nicht wie geplant an der Kieztour teilnehmen und uns etwas zur Geschichte der Kapelle erzählen.
Herr Igel hat diesen Part übernommen und berichtet, dass es durch diese Bürgerinitiative gelungen ist, die Kapelle nun in seiner Schönheit bewundern zu können.
Die Bürgerinitiative sammelte private Spendengelder, besuchte Archive und wertete alte Fotos aus, um vor allem den Originalzustand aufzuspüren und um die Restaurierung voran zu bringen. Die gesammelten Spenden wurden in gleicher Höhe und etwas mehr durch Mittel des Bezirksamtes aufgestockt und die Baumaßnahmen durch das bezirkliche Facility Management umgesetzt. Die Summen, die Herr Igel dazu vorlas, fanden auch bei den Anwesenden Respekt und Anerkennung.
Auf dem Friedhof selbst verweilten alle noch an den Gedenktafeln für zwei Rahnsdorfer Persönlichkeiten, den Maler Johann Fischer-Jung (1907–2001) und den Gaswerksgründer Emil Weiß (1857–1945) sowie am Gedenkstein für die Opfer des 1916 stattgefundenen Bahnunglücks. Einige der Teilnehmerinnen nutzen den Aufenthalt und besuchten noch schnell ihre Angehörigen, die übrigens auf dem von den Fischern geschenkten Grund und Boden beerdigt sind.
Nach dem Verlassen des Friedhofes ging es weiter zum Ortskern Rahnsdorf mit seinen Denkmälern, Gedenktafeln und Geschichten rund um Napoleon, den Brotaufstand und das Mühlenfließ. Hier verweilten die Anwesenden kurz und liesen sich in die Geschichte durch Herrn Igel mitnehmen. Er beendete schließlich seine Informationen mit einem Hinweis auf das Strandbad Müggelsee, welches in neuer Farbgebung, nach altem historischem Muster, wieder zu bestaunen ist.
Frau Meng, die Vorsitzende des Fördervereins des KIEZKLUBs Rahnsdorf - einer kommunalen Seniorenfreizeitstäte – berichtete über das vielfältige Klubleben und lud herzlich zu Veranstaltungen, zum Mitmachen und zum ehrenamtlichen Engagement ein.
Damit endete die Tour und es gab viel Zustimmung und Applaus für einen gelungen Vormittag, der sich gern bei Gelegenheit wiederholen darf.
Wir verabschiedeten alle Teilnehmer/-innen mit der herzlichen Einladung doch auch an den nächsten Kieztouren der anderen Bezirksregionen teilzunehmen.
Während des letzten Besichtigungsortes überraschte uns noch eine Kollegin aus der JFE Mansarde und lud spontan zu einer kleinen Besichtigung und einen Tee in das Haus ein. Dieses Angebot wurde noch von einer kleineren Gruppe wahrgenommen und auch hier gab es wissens- und staunenswertes zu hören und wir gönnten den Kindern von Herzen die Pizza, die sie mit Elke Ostwald backen werden.
Wir verabschiedeten uns in das Wochenende und bedanken uns ganz herzlich bei allen, die diese Tour so besonders gemacht haben.