Ergebnisse
Anmerkungen von sozialen Trägern und weiteren Akteur*innen
Beim Austausch mit dem Planungsbüro am 27.11.25 waren Mitarbeitende des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen des Bezirks, Vertreter*innen des Quartiermanagements Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße, der Mittelpunktbibliothek, des Projekts Erlebnisräume, Gangway e.V. sowie Outreach gGmbH (beide aktiv in der Straßensozialarbeit) anwesend.

Abbildung 1: Gestaltung Variante 1 (Quelle: Landschaftsarchitekturbüro Schönherr)

Abbildung 2: Gestaltung Variante 2 (Quelle: Landschaftsarchitekturbüro Schönherr)
Im Rahmen des Austauschs mit den sozialen Trägern wurden insbesondere das Trampolin sowie die angeschrägten Betonelemente zum Sitzen und Spielen in Variante 2 positiv bewertet, da sie barrierefrei nutzbar sind. Alternativ zum Trampolin wurde die Integration eines Boulderbergs in die Planung diskutiert. Dieser wurde jedoch kritisch bewertet, da er im Gegensatz zum Trampolin nicht von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Auch mögliche Tische sowie der Trinkbrunnen sollen für einen Rollstuhl unterfahrbar und somit barrierefrei gestaltet werden.
Da eine feste Beleuchtung nicht gewährleistet werden kann, entstand die Idee, mobile Lampen und Lichtelemente vor Ort anzubringen, die nach der Nutzung wieder entfernt werden können. Hinsichtlich der Fahrradständer und Mülleimer gab es die Hinweise, diese eher im vorderen Bereich des Spielplatzes zu platzieren, da sie unter anderem Möglichkeiten für potenzielle Drogenverstecke bieten könnten. Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich für Variante 2 des Planungsentwurfs aus, verbunden mit dem Vorschlag, dass das Trampolin weiter vorne Richtung Schaukeln und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, hinter der Calisthenics-Anlage verortet werden sollte. Unterschiedliche Nutzungen sollen möglichst räumlich getrennt sein und die Rückzugsorte der Jugendlichen nicht gestört werden. Gangway wies darauf hin, dass Graffiti erfahrungsgemäß positiv zur Identifikation Jugendlicher mit einem Ort beiträgt, und regte an, zu prüfen, ob beispielsweise einmal jährlich ein Graffiti-Workshop angeboten werden könnte. In diesem Rahmen könnten Kinder und Jugendlichen Elemente des Spielplatzes kreativ gestalten.
Die Sitzmöglichkeiten im Straßenbereich waren Gegenstand intensiverer Diskussionen, da Anwohner*innen befürchten, dass Sitzgelegenheiten Gruppenbildungen und die Drogenszene anziehen könnten. Andererseits sind Sitzgelegenheiten für ältere Menschen ein wichtiges Angebot. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass im Straßenraum zwei abschraubbare Sitzhocker installiert werden könnten, die bei zu hoher Lärmbelastung oder unerwünschter Fremdnutzung wieder entfernt werden können. Zudem wurde angeregt, die Sitzmöglichkeiten auf dem Spielplatzgelände mit einer Rückenlehne auszustatten, um auch Eltern sowie ältere Menschen einen komfortablen Aufenthalt zu ermöglichen.
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Veranstaltung mit den sozialen Trägern einen sehr wertvollen Austausch darstellte, bei dem zahlreiche Hinweise für das Planungsbüro gesammelt werden konnten. Insgesamt wurde die Planung für die Umgestaltung positiv bewertet. Der Austausch mit den sozialen Trägern soll aufrechterhalten werden, um nach der Umgestaltung z. B. Angebote für Jugendliche auf der Fläche zu ermöglichen.
Anmerkungen von Erwachsenen
Die Rückmeldungen erfolgten im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung am 10.12.25, während der Ausstellung im QM-Büro und in der Online-Beteiligung auf mein.Berlin. Ein zentrales Anliegen der Anwohner*innen betrifft die Sauberkeit des Spielplatzes sowie seines Umfelds. Bereits vor der geplanten Umgestaltung besteht ein erhöhter Reinigungsbedarf, insbesondere an den Baumscheiben, die stark vermüllt sind. In diesem Zusammenhang wurden die kontinuierliche Pflege und Instandhaltung der Baumscheiben, des Spielplatzes und des angrenzenden Straßenraums als entscheidend für die langfristige Qualität und Nutzbarkeit des Orts hervorgehoben. Darüber hinaus wurde die soziale Kontrolle des Ortes thematisiert. Diese könnte teilweise durch Angebote vor Ort durch soziale Träger erfolgen. Eine nächtliche Schließung des Geländes wurde ebenfalls als essenziell erachtet. Kurzzeitig wurde die Idee des gemeinschaftlichen Gärtnerns diskutiert, um auch ältere Generationen einen Aufenthalts- und Beteiligungsort zu bieten und das intergenerationale Miteinander in der Nachbarschaft zu stärken. Als kritisch wurden jedoch das Risiko potenzieller Drogenverstecke in Hochbeeten sowie die Frage der langfristigen Beteiligungsbereitschaft der Nachbarschaft bewertet. Erfahrungsberichte aus dem Umfeld zeigen, dass eine gezielte Aktivierung und Motivation der Anwohner*innen notwendig sind, damit ein solches Projekt dauerhaft Bestand hat. Grundsätzlich wurde jedoch betont, dass Engagement vorhanden sei, sofern sichtbare und sinnstiftende Ergebnisse erzielt werden.

Abbildung 3: Öffentlichkeitsbeteiligung am 10.12.25 im Quartiersmanagement-Büro.

Abbildung 4: Diskussion bei der Öffentlichkeitsbeteiligung am 10.12.25.
Wie bereits bei früheren Terminen spielte auch diesmal das Thema Sitzmöglichkeiten auf dem Spielplatz und im angrenzenden Straßenraum eine zentrale Rolle. Tische und Bänke mit Rückenlehnen auf dem Spielplatz wurden positiv bewertet, während zusätzliche Sitzgelegenheiten im Straßenraum eher abgelehnt wurden. Offenheit bestand jedoch gegenüber der Idee abschraubbarer Sitzhocker im Straßenbereich. Die Umgestaltung des Straßenraums wurde von der Mehrheit der Teilnehmenden ebenfalls positiv aufgenommen. Die Anwohner*innen begrüßten insbesondere die Perspektive eines grüneren, offeneren und verkehrsberuhigten Umfelds. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass Behindertenparkplätzen nicht wegfallen sollen. Im Bereich der geplanten Umgestaltung sind jedoch keine Behindertenstellplätze vorhanden, es fallen nur normale Stellplätze weg. Der Vorschlag des Planungsbüros auch im Straßenraum ein Sportangebot zu platzieren, stieß auf positive Resonanz.

Abbildung 5: Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung.
In der Online-Beteiligung auf mein.Berlin.de wurden teils grundsätzliche, teils sehr konkrete Anregungen formuliert. Mehrere Kommentare thematisierten die Sorge vor einer Ausweitung der Drogenszene und forderten eine klare Abgrenzung, gute Einsehbarkeit, soziale Kontrolle sowie ergänzende ordnungs- und sozialpolitische Maßnahmen. Gleichzeitig wurden Gestaltungsvorschläge für einen grüneren, verkehrsberuhigten und weitgehend autofreien Straßenraum mit Aufenthaltsqualität gemacht. Inhaltlich sprachen sich mehrere Beiträge für einen klaren Nutzungsschwerpunkt aus, insbesondere auf Bewegung und Sport, um eine kontinuierliche positive Nutzung zu fördern. Ergänzend wurden alternative Nutzungen wie ein überdachter Basketballplatz, offene Veranstaltungs- oder Kulturflächen (z. B. Open-Air-Kino) sowie eine robuste, pflegearme und übersichtliche Gestaltung ohne versteckte Bereiche angeregt.
Anmerkungen von Kindern und Jugendlichen
Bei der Jugendbeteiligung in der NaunynRitze sowie bei der Kinder- und Jugendbeteiligung in der Mittelpunktbibliothek und der kleinen Ritterburg lag der Schwerpunkt auf der Auswahl von Spiel-, Sport- und Aufenthaltsangeboten, um ein differenziertes Meinungsbild zu den Nutzungspräferenzen der Kinder und Jugendlichen zu erhalten. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere jüngere und ältere Jungen ein großes Interesse an sportbezogenen Angeboten haben. Genannt wurden unter anderem Calisthenics-Geräte, Tischtennis sowie die Möglichkeit zum Boxen. In Bezug auf die Calisthenics-Geräte wurde angemerkt, dass diese aktuell sehr nah an den Sitzgelegenheiten vorgesehen sind und dort gegebenenfalls mehr Freiraum geschaffen werden sollte. Zudem wurde von den weiblichen Jugendlichen betont, dass es auch Sportgeräte geben sollte, die den Fokus nicht auf Kraft, sondern auf Bewegung setzen und damit auch für Mädchen, junge Frauen oder ältere Menschen attraktiv sind. Besonders gefragt waren bewegliche Geräte sowie Angebote, die gemeinschaftlich, zu zweit oder auch generationenübergreifend genutzt werden können.

Abbildung 6: Jugendbeteiligung am 04.12.25 in der Jugendeinrichtung NaunynRitze.

Abbildung 7: Kinder- und Jugendbeteiligung in der Mittelpunktbibliothek am 13.01.26.

Abbildung 8: Kinder- und Jugendbeteiligung in der kleinen Ritterburg am 14.01.26.
Das geplante zentrale Klettergerüst mit den Röhrenelementen stieß ebenfalls auf große Zustimmung. Ergänzend dazu äußerten die Kinder und Jugendlichen den Wunsch nach mehreren Hängematten als niederschwellige Aufenthalts- und Rückzugsorte. Positiv bewertet wurden zudem die geplanten Aufenthaltsbereiche mit Sitzstufen. Diese weckten den Wunsch nach Sitzecken, die auch von Gruppen genutzt werden können, beispielsweise zum gemeinsamen Verweilen oder Picknicken. Angeregt wurde, diese Aufenthaltsbereiche überwiegend im hinteren Teil der Spielfläche anzuordnen, da dort eine höhere Privatsphäre gegeben ist. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass insbesondere hinter den Sitzflächen, vor allem in der hinteren Ecke des Geländes, auf eine gute Einsehbarkeit und regelmäßige Reinigung geachtet werden sollte, um Verschmutzungen vorzubeugen.

Abbildung 9: Anmerkungen zur Variante 2 während der Jugendbeteiligung am 04.12.25.
Ein Spielgerät, das bei den Kindern und Jugendlichen besonders großen Anklang fand, war auch die Schaukel, insbesondere die Nestschaukel. Sie wird als sehr gemeinschaftsfördernd wahrgenommen, da sie von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden kann. Das Trampolin wurde ebenfalls sehr positiv bewertet. Weitere Vorschläge waren eine Wippe, eine Rutsche und ein „Gurt-Steg“. Die Entscheidung, auf einen Sandbelag zu verzichten und stattdessen einen festen Untergrund vorzusehen, wurde von den Teilnehmenden unterstützt. Die schrägen Betonelemente aus Variante 2, die eine Nutzung mit Rollstühlen, Rollern, Kinderwagen und ähnlichen Fortbewegungsmitteln ermöglichen, kamen gut an.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Umgestaltung des Spielplatzes von Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie Anwohner*innen der Dresdener Straße begrüßt wird. Viele sehen in der Fläche ein großes Entwicklungspotenzial. Die Kinder und Jugendlichen zeigen sich offen für Angebote der sozialen Träger, freuen sich jedoch ebenso auf eigenständige Aktivitäten und Bewegungsmöglichkeiten. Auch sie sind sich der bestehenden Drogenproblematik im Umfeld bewusst, äußerten jedoch dennoch Interesse daran, den neu gestalteten Spielplatz künftig zu nutzen. Im Rahmen der Beteiligungen wurde deutlich, dass der Wunsch nach einem sauberen, grünen und sicheren Aufenthaltsort besteht. Ebenso wurde klar, dass die bauliche Neugestaltung nicht ausreicht, um dieses Ziel zu erreichen, sondern dass ergänzende Rahmenbedingungen wie Reinigung, Schließdienst und Betreuung bzw. soziale Angebote eine sehr wichtige Rolle spielen.