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E-09 \\ Erleichterung oberflächennaher Geothermie

Laufende Nummer: E-9

Handlungsfeld: Energie

Einzelmaßnahme: Erleichterung oberflächennaher Geothermie

 

1.    Kurzbeschreibung:

Oberflächennahe Geothermie in Tiefen von bis zu 100 Meter birgt Potenzial zur Wärmeerzeugung mit Wärmepumpen oder zur saisonalen Speicherung überschüssiger Wärme. Die Anwendung in Erdsonden- oder Erdkollektoranlagen ist zwar im Stadtgebiet verbreitet, jedoch noch bei weitem nicht erschöpfend. Für Anlagen sind wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich, da die Nutzung den Grundwasserhaushalt nicht beeinflussen darf. Die Zulassung ist standardisiert und thermische Potentiale können vorab in Kartenmaterialien eingesehen werden. Dennoch kommt es aufgrund der Vielzahl von Anträgen zu langen Bearbeitungszeiten. Um Planungssicherheit zu schaffen, wird der Senat darauf reagieren und mit folgenden Maßnahmen eine verstärkte Nutzung unterstützen:  

a.)   

Um die Bearbeitungszeiten zu verkürzen, wird der Senat prüfen, inwieweit Personalkapazitäten der Wasserbehörde aufgestockt und Abläufe z.B. in der Altlastenabfrage optimiert werden können. Bearbeitungszeiten sind transparent zu kommunizieren, um Planungssicherheit zu fördern.

b.)   

Der Senat wird das vorhandene Kartenmaterial auf Basis differenzierter, wissenschaftlicher Untersuchungen verfeinern. Aus den Karten sollen neben den Potenzialen auch Beschränkungen (beispielsweise durch umliegende Erdwärmeanlagen oder den Untergrund) und Empfehlungen für zu verwendende Techniken hervorgehen. Zudem sollen die Informationen in einer Standortauswertung nutzerfreundlich aufbereitet und zusammengefasst werden (Bsp. „Standortauskunft“ im Umweltatlas Bayern).

c.)   

Um die Einhaltung der Qualitätsstandards zu sichern, wird der Senat baubegleitende Prüfungen intensivieren.

d.)   

Der Senat prüft mit Anlagenbetreiber*innen wie ein Monitoring der Anlagen umgesetzt werden kann, da dadurch bau- und nutzungsbedingte Fehlentwicklungen, wie eine zu starke Auskühlung des Untergrunds über die Grundstücksgrenze hinaus, festgestellt werden können.

e.)   

Noch ist unklar, wie mit geothermischen Anlagen umgegangen wird, deren Nutzungsdauer abgelaufen ist. Der Senat wird hierzu im Rahmen einer Studie Möglichkeiten der Entsorgung und des Recyclings oder der Ertüchtigung entwickeln.

f.)   

Die Kombination der Geothermie mit anderen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen, wie der Altlastensanierung des Untergrunds, wird der Senat im Rahmen eines Pilotprojektes untersuchen lassen, um so weitere Anwendungsgebiete zu erschließen.

Wenn durch die Maßnahmen der Zuwachs an Anlagen stetig gesteigert werden kann, lassen sich durchaus hohe Einsparungen bei CO2-Emissionen erzielen. Die Wirksamkeit der Maßnahme kann über den Handlungszeitraum anhand der Anzahl neu installierter Wärmepumpen mit Nutzung von Erdwärme überprüft werden.

 

2.    Akteur*innen:

  • Die für Klimaschutz und Umwelt zuständige Senatsverwaltung
  • Wissenschaft und Forschung
  • Berliner Wasserbetriebe

 

3.    Zielgruppe:

  • Gebäudeeigentümer*innen
  • Investor*innen der Bauwirtschaft
  • Planer- und Projektentwickler*innen von Wärmeerzeugungsanlagen
Referenznr.: 2022-13741

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