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Wenn wir nicht, dann die auch nicht...

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Mir fällt hier auf, dass die faktisch größte Opposition zu den Fahrradstraßenplänen Stargarder & Gleim in der Onlinebeteiligung nicht Parkplätze und Schleichwege verteidigende Autofahrer und "Auchradfahrer" sind, sondern Anwohner benachbarter Straßen, die Ausweichverkehr befürchten und verkehrsberuhigende Maßnahmen in ihrer Straße, als Bedingung für Zustimmung zu den Fahrradstraßenplänen Stargarder/Gleim stellen.

So gerechtfertigt die Befürchtungen zu Ausweichverkehr sind (Schivelbeiner/Behm). Oder auch angesichts von Kopfsteinpflaster und Enge nicht so sehr (Gneist/Raumer)...

Und so unterstützenswert Forderungen zu Verkehrsberuhigung und Raushalten von Durchgangsverkehr aus Wohnkiezen immer und überall auch sind...

Die Forderung nach Kopplung der Maßnahmen: "Wenn wir nicht, dann die auch nicht" ist geeignet, jegliche Verbesserung irgendwo erneut auf den St.Nimmerleinstag zu verschieben.

Schon alleine rein technisch auf Grund immer komplexer und umfangreicher werdenden Planungen und u.a auch Baumaßnahmen je größer der zu überarbeitende Bereich wird. Zumal sich sobald dann die Vorbedingungen der Nachbarkieze sich dann in Richtung Umsetzung bewegen, sich dann die Nachbarkieze der Nachbarkieze mit entsprechenden Bedingungen für ihre Zustimmung melden werden. Dann die Nachbarkieze der Nachbarkieze der Nachbarkieze usw.

Überspitzt gesagt: Dann überhaupt erst irgendwas verkehrsberuhigt werden dürfte, wenn ein Gesamtkonzept für ganz Berlin steht, mit dem alle Forderer von Verkehrsberuhing vor der eigenen Haustür zufrieden sind. Also nie.

Vor Allem aber weil sich dieses gegenseitig Beine stellen unter Menschen, die eigentlich auf derselben Seite stehen, so leicht von den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung ausgenutzt werden kann, die wirklich gegen Kfz-Verkehrsberuhigung sind und sich auch heute noch eher die autogrechte Stadt wünschen: So tuend, als würden all die Wünsche ernstgenommen, kann diskutiert werden und diskutiert werden. Jahrelang und immer weiter. Und Kfz-verkehrsberuhigt wird solange nichts und nirgends. Mission accomplished.

Also bitte: Die Zustände in Schivelbeiner / Behmstraße sind wirklich hässlich, müssen geändert werden und Forderungen danach verdienen alle Unterstützung, und ja: Vielleicht verirrt sich auch mal irgendjemand in die Raumer und Gneist - um da dann 5 Minuten rumzustehen, weil es wegen Ein-und Ausparkern alle paar Meter ewig nicht weiter geht. Kfz-Verkehrsberuhigende/Durchgangsverkehr verhindernde Maßnahmen und Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit sind überall eine gute Sache und Forderungen und Pläne dazu überall unterstützenswert. Nicht aber wenn sie in der Form "Wenn wir nicht, dann die auch nicht..." gestellt werden.

Finde ich.

Danke für die Aufmerksamkeit :-)

 

 

 

 

Christopher D.
Referenznr.: 2018-03523