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Resümee

Frohnau Zentrum

Mir fiel es schwer, mich an der Diskussion zu beteiligen, da schon die Eingangsinformation eine Idee, aber keine sachlichen Grundlageninformation enthielt. Solche Informationen über den Bedarf und das Angebot an Parkplätzen und deren räumliche Verteilung sollten Basis eines Verwaltungsaktes sein. Eine seriöse Verkehrsplanung basiert auf Fakten, die unter Einsatz von Modellen Alternativen aufzeigen und letztendlich zu einer transparenten politischen Entscheidung führen.

Die hier für die Diskussion angebotene Information ist maximal für einen Anstoß aus dem politischen Raum geeignet, verlässt die Ebene aber nicht. Dies gibt Raum für Spekulationen und emotional basierte Beiträge, bis hin zu Beleidigungen. Insgesamt eine Diskussionsatmosphäre, in der die wenigen sachlichen Ansätze erstickt werden.

Die Daten sind überwiegend vorhanden und bereits als opendata bereitgestellt, wie der Frohnauer Bürgerverein nachgewiesen hat. Warum fließen diese nicht in den Prozess ein? Auch die isolierte Betrachtung allein der Parkplatzsituation ist unzureichend wie in einigen Beiträgen die Notwendigkeit aufgezeigt wird. Auch die Fragen nach dem Fahrradparkhaus, des Radfahrens auf den Bürgersteigen oder die Frage nach dem Einfluss der Tarifgebietsgrenzen und die Verbesserung der Taktfolge der S-Bahn machen dies deutlich. Ebenfalls gehört die Frage der Erreichbarkeit des Zentrums und die Buslinienplanung bzw. der Bedarf an Parkplätzen dazu. Das System „Verkehr“, dem die hier diskutierte Parkplatzsituation zuzurechnen ist, besteht aus vielen Teilbereichen, die nur gemeinsam zu betrachten sind, wenn man ein gutes Ergebnis anstrebt. Frohnau braucht ein Gesamtverkehrskonzept. Wer sich dazu informieren oder etwas beitragen möchte, wende sich an den Frohnauer Bürgerverein.   

Die in diesem Projekt gewählte „postfaktische“ Vorgehensweise ist für eine funktionierende Bürgerbeteiligung nicht zuträglich, führt zur Abkehr von der Mitwirkung und zu Empfehlungen Alternativen zu wählen. Wenn die etablierten Parteien den verlorenen Kontakt zu den Bürgern wieder aufnehmen wollen und deren Probleme / Ideen erkennen wollen, sollten sie die Verwaltung zu einer seriösen Vorgehensweise im oben aufgezeigten Sinne drängen. Plattformen für Diskussionen auf wenig qualifizierter Ebene gibt es genug. Soll das Instrument „mein berlin“ funktionieren und einen Beitrag für die politisch angestrebte Bürgerbeteiligung leisten, muss es sich von diesen abheben.

 

DerBeobachter erstellt am
Referenznr.: 2018-02765

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