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Konsensfähiger Kompromiss gesucht

Zwar bin ich kein direkter Anwohner in der Krumme Straße, wohne aber auch im KAP-Kiez und verfolge sehr interessiert, sowohl die aktuelle Situation, als auch die Beiträge hier im Forum.Leider bilden die Beiträge in diesem Forum doch sehr ausgeprägt das „Pro und Contra“ zur Sperrung der Krumme Straße ab.Den Beitrag von Duli_0108 vom 27. Mai 2021 finde ich sehr engagiert und ehesten zielführend. Danke!

Lebensqualität:

Der Meinung einer gesteigerten Lebensqualität durch die Sperrung möchte ich mich nur hinsichtlich des reduzierten Durchgangsverkehrs uneingeschränkt anschließen.

Ich habe durchaus Verständnis für diejenigen Anwohner, die auf Parkmöglichkeiten, aus welchen Gründen auch immer, angewiesen sind und diese Art von gewonnener Lebensqualität nicht teilen.

In dem Konzept wird vorgeschlagen:

Kostengünstige Nutzung der vorhandenen Parkhäuser durch die Anwohner*innen zwischen 22.00 Uhr und 8.00 Uhr.“

Wer definiert was „kostengünstig“ ist? Was ist mit Anwohnern, die sich „kostengünstig“ nicht leisten können? Wer verhandelt mit den Parkhausbetreibern über „kostengünstig“? Wo parken Anwohner zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr?

Nein, dieser Vorschlag ist ein politisch motiviertes Placebo!

Die Verweise, die Parkhäuser in der Nähe zu nutzen, mag durchaus passend sein für den Besucherverkehr, sollte aber nicht für Anwohner gelten.

Die festgestellte „Lebendigkeit“ am Platz ist sicherlich nicht nur den aufgestellten „Bastelbänken“ geschuldet, sondern sicherlich auch der bisherigen Corona-Situation. Die Bänke sind eine Möglichkeit mehr, die erworbenen 2Go Getränke/Speisen zu konsumieren. Die Vermüllung des gesamten Platzes scheint dies zu dokumentieren. Dies war aber auch schon vor der Sperrung so.

Persönlich empfinde ich diese Bänke als ästhetische Beleidigung und die Schmierereien auf der der Straße steigern die Attraktivität nicht wirklich (an Häuserwänden ist dies Sachbeschädigung).

Verkehrssituation:

Natürlich ist durch die Sperrung der Durchgangsverkehr reduziert worden.

Festzustellen bleibt aber auch, dass noch immer reichlich Autofahrer in diesen gesperrten Bereich einfahren.

Die Gründe hierfür mögen unterschiedlich sein: Parkplatzsuche, Unaufmerksamkeit, Unwissenheit, Gewohnheit oder nur vom NAVI „verführt“.

Selbst auf der Senatsseite (https://viz.berlin.de/verkehr-in-berlin/) ist kein Hinweis zur Sperrung zu finden.

Diese „Verirrten“ versuchen schnellstmöglich dieser Falle zu entkommen, landen teilweise in der gesperrten Weimarer Straße oder flüchten mit nicht angepasster Geschwindigkeit über die Goethe- oder Pestalozzistraße. Das kann und sollte nicht Ziel der Maßnahme/Sperrung sein.

In dem Konzept wird vorgeschlagen:

Umwidmung des gesamten Karl-August-Kiezes, d.h. das Gebiet eingegrenzt durch die Hauptverkehrsstraßen Kaiser-Friedrich-Straße / Bismarckstraße / Leibnizstraße / Kantstraße zur verkehrsberuhigten Zone mit einer einheitlichen Beschilderung. Zur Umsetzung der damit geltenden Schrittgeschwindigkeit soll die Installation von Bodenschwellen an allen Einfahrten und in regelmäßigen Abständen auch innerhalb des Kiezes in die Prüfung einbezogen werden. All dies ist so anzulegen, dass das Radfahren auf der Straße nicht behindert wird.“

Dieser verkehrsberuhigte Bereich ist relativ groß. Hinweisschilder dazu befinden sich an den Einfahrten zu diesem Bereich. Diese Schilder sind nicht gerade besonders auffällig und könnten etwas hervorstechender sein.

Bei diesem verkehrsberuhigten Bereich handelt es sich um eine Gemeinschaftsfläche mit besonderen Regeln. Dies ist aber leider baulich innerhalb dieses Bereiches nicht erkennbar. Bodenschwellen lenken die Aufmerksamkeit wohl eher auf die Unversehrtheit des eigenen Fahrzeuges als auf die Wahrnehmung der hier geltenden Regeln.

Kopfsteinpflaster und Bodenschwellen sind auch nicht gerade Freunde des gemeinen Fahrradfahrers. Die Alternative hierzu wäre dann der Gehweg.

Die (noch) sichtbare Gestaltung/Ausführung von Gehweg und Fahrweg kann zu der Annahme verleiten, dass es sich hierbei um eine normale Straße handelt.

Die Besonderheiten sind innerhalb dieses Bereiches nicht wahrnehmbar/erkenntlich.

Dies gilt auch für Fahrradfahrer, denen es erlaubt ist die „Gehwege“ zu benutzen – allerdings auch nur mit Schrittgeschwindigkeit. Die Schrittgeschwindigkeit gilt für alle Fahrzeuge, nicht nur Kfz.

Vorschlag

- keine Sperrung der Krumme Straße

- Parken nur für Anwohner, Nicht-Anwohner ins Parkhaus

- bauliche Umgestaltung zu einer erkennbaren Gemeinschaftsfläche (evtl auch nur Teilbereiche)

- Parkflächen so gestalten/anordnen, dass nur ein mäanderförmiges durchfahren mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit möglich ist (evtl auch nur Teilbereiche)

- Abstellflächen für Fahrräder in die Planung mit einbeziehen

- Planung unter rechtzeitiger!!! Einbeziehung von Polizei, Ordnungsamt, Rettungskräften, BSR und Gewerbe-/Marktbetreibern

Die hier aufgeführten Anmerkungen bilden sicherlich nur Teilaspekte ab und können/sollen auch nicht eine endgültige Lösung sein.

Vielleicht sind sie aber hilfreich, über weitere Diskussionen, einen konsensfähigen Kompromiss zu finden, mit dem die Lebensqualität der allermeisten Anwohner verbessert werden kann.

 

 

KAP_riolen
Referenznr.: 2021-12102